"Haus für Kinder" kommt aufs May-Gelände

Stadt Schongau baut neuen Kindergarten

+
Das May-Areal, benannt nacht der Blumenschule May. Hier wird die Stadt das neue Haus für Kinder bauen, im Hintergrund das Schulzentrum mit der Grundschule (im südöstlichen Bereich des Bildes), die teilweise abgebrochen und neu gebaut werden soll.

Schongau – In einer außerordentlichen Sitzung hat der Schongauer Stadtrat den Bau eines neuen Kindergartens beschlossen. Grund für die Eile: am nächsten Tag lief die Frist für die Bestellung der Schulcontainer ab, die man beim Um- und Neubau der Grundschule benötigt. Stadtbaumeister Ulrich Knecht hatte dazu neue Planungen aufgestellt, die der Stadt helfen sollen, Geld zu sparen.

Bislang hatte man gerechnet, während des geplanten Teilneubaus der Grundschule die sechs Grundschulklassen sowie zwei Hortgruppen in acht Mietcontainern auf dem Gelände der Grundschule unterzubringen und dort zu beschulen. Dafür habe man 900000 Euro in den Haushalt eingestellt, merkte Knecht an, je Container ca. 100000 Euro. 

Eine hohe Summe, die den Stadtbaumeister über die Sommerpause auf eine Idee brachte. Neubau statt Mietcontainer Anstatt acht Mietcontainer anzufordern, könnte man ein „Haus für Kinder“ auf dem May-Areal, für fünf Kindergarten- und eine Krippengruppe als Ersatz für die beiden sanierungsbedürftigen Einrichtungen Regenbogen und Luftballon bauen und so auch den erwarteten Mehrbedarf an Kinderbetreuungsplätzen Rechnung tragen. 

Dies entspräche, zusammen mit einem Mehrzweckraum, gleichzeitig den benötigten Klassenräumen für die Grundschule. Fertig sein könnte dieses Haus für Kinder bis zum Schuljahresbeginn 2016, um dann erst einmal übergangsweise von den Grundschülern genutzt zu werden. Nach Abschluss des Teilneubaus 2019 würden dann die Kindergarten- und Krippengruppen dieses Haus beziehen. 

Man müsste allerdings flexible Lösungen für die Gruppen bis dahin finden, könnte sich aber im Gegenzug das Geld für die Container sparen, so Knecht. Der Grund, warum man den Vorschlag in einer außerordentlichen Sitzung diskutiere, sei in der Tatsache begründet, so Knecht, dass am Folgetag die Frist für die Bestellung der Container ablaufe und er wissen müsse, wie viele der Blechkisten geordert werden müssen.

 Dass so oder so Handlungsbedarf bestehe, unterstrich Knecht mit Hinweis auf die aktualisierten Zahlen für das kommende Schuljahr, die einen deutlichen Mehrbedarf zeigen. 

Während Bürgermeister Falk Sluyterman die Pläne goutierte, kritisierte Michael Eberle die zentrale Lösung für die Kindergärten. Der CSU-Fraktionsvorsitzende forderte, man dürfe den Standort Bahnhofstraße nicht komplett aufgeben. Einen Standort, den man eventuell aus Finanzmitteln des kommenden Konjunkturpaketes III sanieren könnte. Außerdem gelte es das Parkplatzproblem am May-Areal zu lösen, betonte er.

Auch andere Räte hinterfragten, warum man den Standort Bahnhofstraße ohne Not zumachen wolle, insbesondere, nachdem das Gebäude erst vor 15 Jahren saniert worden war. Dass dort allerdings Handlungsbedarf besteht, wollte keiner in Frage stellen. Es entwickelte sich jedoch eine Diskussion, ob man den Kindergarten Regenbogen ausbauen, also einen weiteren Raum anbauen oder die Gruppe dort verkleinern und dafür das Gebäude im Bestand ertüchtigen solle.

Bei der Schließung müsste die Stadt sogar Fördermittel, die seinerzeit geflossen waren, zurückzahlen. Im weiteren wurden verschiedenste Argumente ins Spiel gebracht, neben den Öffnungs-zeiten auch das Einzugsgebiet der Kindergärten sowie die Gruppengrößen, die idealerweise schrumpfen sollten. 

Mit 15:8-Stimmen beschloss das Gremium schließlich, den Kindergarten Bahnhofstraße im Bestand zu sanieren und eine Gruppe in das neu zu bauende Haus für Kinder zu verlegen. Somit muss die Verwaltung zunächst vier Container für den Teilneubau der Grundschule ordern, in dem übergangsweise die Kinder beschult werden. Die weiteren Gruppen kommen im neu zu bauenden Kinderhaus unter. Einen weiteren Mietcontainer muss die Stadt allerdings doch noch ordern, dann nämlich, wenn der Kindergarten Bahnhofstraße umgebaut und saniert wird.

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
 Gourmet-Essen auf Rädern
 Gourmet-Essen auf Rädern
Nur die Automaten bleiben
Nur die Automaten bleiben

Kommentare