Im Slalom auf die große Bühne

Ehrenmedaille für Skistar Fritz Dopfer

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Hand in Hand mit dem Nachwuchs des Skiclubs Schongau lief Fritz Dopfer im Slalom in den Ballenhaussaal.

Schongau – Im Februar feierte Fritz Dopfer den bis dato größten Erfolg seiner Karriere, als der 27-Jährige bei der Ski-Weltmeisterschaft in Beaver Creek (USA) sensationell die Silbermedaille im Slalom gewann. Am Dienstag-abend hat die Stadt Schongau den in der Lechstadt aufgewachsenen Skistar für seine Leistung mit der Silbernen Ehrenmedaille ausgezeichnet. Es blieb nicht der einzige Höhepunkt im voll besetzten Ballenhaussaal.

Es war kurz nach 20 Uhr, als im Ballenhaussaal das Licht gedimmt wurde. Alles war bereit für Fritz Dopfers großen Auftritt. Und dann kam er. Hand in Hand mit Kindern des Skiclubs Schongau lief der 27-Jährige durch die Menschenmenge, entlang der Slalomstangen, die man extra im Saal aufgestellt hatte. Dopfer lächelte, fast schien ihm der frenetische Beifall unangenehm zu sein. 

Vorne wartete bereits Bürgermeister Falk Sluyterman auf den Skistar. Eine Schar Kindergartenkinder empfing den gebürtigen Innsbrucker mit einem eigens umgetexteten Begrüßungslied, ehe auf der Leinwand noch einmal jene Bilder aufflackerten, die im Februar um die Welt gegangen waren. Dopfer auf seiner Silberfahrt in Beaver Creek – Gänsehautmoment. 

„Viele von Ihnen haben den Tag damals vor dem Fernseher verbracht und die Daumen gedrückt“, begann Sluyterman seine Laudatio. „Das hat offensichtlich geholfen.“ Anschließend fasste er kurz den Werdegang des 27-Jährigen zusammen, der einst in Schongau begann. Zehn Jahre lebte Dopfer mit seinen Eltern in der Lechstadt, hier stand er das erste Mal auf Skiern, als er gerade laufen konnte. Dass diese Bretter ihm einmal die Welt bedeuten würden, ahnte damals noch niemand. 

Mit zehn Jahren zog die Familie nach Leutasch in Österreich, Dopfer besuchte fortan das Ski-Gymnasium in Stams. Einer von 100 Schülern der sportlichen Kaderschmiede schaffe es mal an die Spitze, zitierte der Bürgermeister einen der dortigen Lehrer. „Der eine ist unser Fritz Dopfer.“ 

Tatsächlich ging es für den früheren Schongauer von da an sportlich fast nur bergauf. Vier deutsche Meistertitel im Slalom, Vierter bei den Olympischen Spielen in Sotschi, vier Mal Zweiter im Weltcup und schließlich die Silbermedaille bei der WM in Beaver Creek: Dopfer hat den Sprung in die Weltspitze der Skiszene geschafft. Abgehoben ist der DSV-Athlet deshalb aber nicht. Ganz im Gegenteil. 

Es sei schwer in Worte zu fassen, dass „alle wegen mir da sind“, sagte Dopfer, nachdem ihm der Bürgermeister die Silberne Ehrenmedaille der Stadt verliehen und er sich in das Goldene Buch eingetragen hatte. Viele Leute hätten an seinem Erfolg Anteil gehabt, das dürfe man nie vergessen, fügte er bescheiden hinzu. 

Dann sagte er das, was die Leute im Saal besonders gerne hörten. „Ich bin sehr stolz, Schongauer zu sein. Hier bin ich aufgewachsen. Hier habe ich eine prägende Zeit meines Lebens verbracht.“ 

Die Auszeichnung der Stadt war nicht die einzige, die Dopfer an diesem Abend entgegennehmen durfte. Denn natürlich hatte sich auch der Skiclub etwas für sein berühmtestes Mitglied überlegt. Die Vorsitzende Susanne Meichelböck verlieh dem 27-Jährigen die bronzene Ehrennadel des Vereins und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. 

Dass Dopfer der Rummel um seine Person immer noch nicht recht geheuer zu sein scheint, zeigte seine Antwort auf die letzte Frage des Bürgermeisters. Ob er noch bereit wäre, ein paar Autogramme zu schreiben, man habe da etwas vorbereitet, wandte sich Sluyterman an den Skistar. „Wenn jemand will“, entgegnete der leise, als wäre die Vorstellung, dass irgendwer seine Unterschrift haben wolle, völlig realitätsfern. War sie natürlich nicht. Und so griff sich Dopfer einen Stift und erfüllte lächelnd die zahlreichen Wünsche seiner Schongauer Fans.

Christoph Peters

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