Stadt Schongau installiert Wickeltische in öffentlichen Toiletten

Platz zum Windelwechseln

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Bürgermeister Falk Sluyterman und Bücherei-Chefin und CSU-Stadträtin Kornelia Funke stellten die neue Wickelmöglichkeit im Rathaus stolz der Öffentlichkeit vor.

Schongau – Eltern kennen das Problem: Die Windel ist voll, doch kein Platz zum Wickeln weit und breit. Im Ballenhaus, dem Rathaus und der Bücherei gehört diese Sorge jetzt der Vergangenheit an. Dort hat die Stadt in den öffentlichen Toiletten jeweils einen Wickeltisch installieren lassen.

Die Anregung dazu kam von Stadträtin Kornelia Funke, die als Leiterin der Bücherei am Münztor tagtäglich mit dem Thema konfrontiert wird. Ob Sofa oder Teppichboden, Eltern mussten bislang kreativ werden, wenn sie ihr Kind beim Bücherei-Besuch wickeln wollten. „Da ist alles schon vorgekommen“, sagte Funke beim Pressetermin im Rathaus. 

Da auch bei Stadtführungen immer wieder nach einer Wickelmöglichkeit gefragt werde, habe sie gemeinsam mit der CSU-Fraktion dem Stadtrat vorgeschlagen, die öffentlichen Einrichtungen mit Wickeltischen auszustatten, erläuterte sie. 

Diesen „sinnvollen Antrag“ habe er gerne aufgegriffen, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman. Gemeinsam mit Funke und Vertretern des Stadtbauamts präsentierte er in der Rathaus-Toilette im ersten Stock den klappbaren hölzernen Wickeltisch, der dort ab sofort während der Öffnungszeiten genutzt werden kann. Gleiches gilt für das Ballenhaus und die Bücherei, wo ebenfalls je ein Modell installiert wurde. 

„Das ist eine Bereicherung für Schongau“, befand das Stadtoberhaupt, der selbst schon erlebt hatte, wie Eltern verzwe-felt nach einer Wickelmöglichkeit im Rathaus gesucht hatten und schließlich kurzerhand die Bank vor dem Sitzungssaal dafür in Beschlag nahmen.

Der finanzielle Aufwand der Stadt ist zudem überschaubar. Rund 1150 Euro haben die drei Tüv-geprüften Wickeltische gekostet. Da konnte es sich der Bürgermeister sogar leisten, sie mit kostenlosen Feucht- und Kosmetiktüchern auszustatten. Nur die Windeln, die müssten die Eltern selber mitbringen, sagte er lächelnd. Aber das dürfte das kleinste Problem sein.

Christoph Peters

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