Ausfahrten werden verbreitert

Schongau: Engstellen im Europa-Kreisel bald passé

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Ende des Nadelöhrs: Die Verkehrsinseln werden verschmälert, damit Lkws künftig leichter um die Kurve kommen.

Schongau – Seit mehreren Wochen rollt der Verkehr durch den Kreisel unterhalb des Krankenhausbergs.  Doch vor allem Lkw-Fahrer beklagen sich über die Ausfahrten, die ihrer Meinung zu eng für Sattelzüge seien. Nun reagiert die Stadt und lässt die Baufirma noch einmal anrücken – freiwillig.

Am Montag inspizierten Alexander Jospeh vom Tiefbauamt der Stadt Schongau, Planer Thomas Glatz und Peter Heinritzi vom Staatlichen Bauamt in Weilheim noch einmal gemeinsam die beanstandeten Nadelöhre. An ihrer Auffassung änderte der Termin jedoch nichts. Die Vorschriften seien eingehalten worden, stellten sie übereinstimmend fest. Auch Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) macht deutlich: "Es gibt keine Planungsfehler."

Dass viele Lkw-Fahrer dennoch ihre liebe Mühe haben, die Ausfahrten zu nehmen ohne mit einer hinteren Achse über die Randsteinbegrenzung zu fahren, dafür gibt es für Joseph gleich mehrere Erklärungen. Da der Kreisverkehr ziemlich groß sei, würden viele Fahrer nach dem Einfahren beschleunigen. Mit der höheren Geschwindigkeit sei es dann allerdings schwer, den Kreisel zu verlassen, ohne die Kurve zu schneiden, erläutert der Bauamtmitarbeiter. „Bei den anderen Kreiseln im Stadtgebiet haben wir das Problem nicht, da ihr Durchmesser kleiner ist und so die Lkws von Haus aus langsamer fahren.“ Klar sei aber auch, dass die Ausfahrten für lange Sattelzüge mit drei Achsen eng seien, gibt Joseph zu. Wer da nicht richtig aushole, lande schnell mit der hinteren Achse auf dem Randstein.

Um dieses Problem zu lösen, sollen die Verkehrsinseln jetzt um 30 Zentimeter schrumpfen. Dadurch hätten die Fahrer in Zukunft deutlich mehr Spielraum. Das funktioniert jedoch nur bei angepasstem Tempo. Wer zu schnell fährt, werde auch in Zukunft Probleme haben, glaubt Joseph. Das allerdings sei kein Beinbruch, schließlich sei es von Anfang an Ziel der Planung gewesen, den Verkehr zu verlangsamen und dadurch die Sicherheit zu erhöhen. Aus diesem Grund und weil der Platz für Fußgänger zu klein geworden wäre, habe man sich auch dagegen entschieden, zusätzlich die Gehwege entlang der Ausfahrten zu verschmälern. 

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten erledigt werden. Rund 14 Tage setzt Joseph dafür an und warnt schon einmal  vor Einschränkungen für den Verkehr. Denn um die Verkehrsinseln zu verkleinern, müssen die jeweiligen Ausfahrten gesperrt werden. Stadteinwärts würde der Verkehr also entweder über die Augsburger Straße oder die Sonnenstraße geleitet.  Problematischer ist die Situation in Richtung Krankenhaus. Hier rechnet Joseph mit einer drei- bis viertägigen Vollsperrung. 

Kosten für die Nachbesserungen kommen im übrigen nicht auf die Stadt zu. Planer Thomas Glatz hat zugesichert, die niedrige fünfstellige Summe selbst aufbringen zu wollen. „Er will, dass Ruhe einkehrt“, erklärt Joseph. chpe

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