Stadt Schongau muss Grundschul-Neubau umplanen

Teure Hort-Lösung

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Der Clara-Fey-Hort an der Grundschule ist sehr gefragt.

Schongau – Die Liste ist lang: Über 20 Kinder warten derzeit auf einen Platz im Clara-Fey-Hort. Dass eine Gruppe, wie sie die an der Grundschule situierte Einrichtung aktuell anbietet, nicht reicht, weiß man bei der Stadt schon länger. Eine Aufstockung scheiterte bislang jedoch an fehlenden Räumen. Die hat man jetzt gefunden – allerdings nur übergangsweise. Für die endgültige Lösung muss die Stadt tief in die Tasche greifen.

25 Kinder – in der Regel Grundschüler – besuchen derzeit den Clara-Fey-Hort. Dort werden sie nach dem Unterricht bei den Hausaufgaben betreut und können längstens bis 17.30 Uhr bleiben. Für berufstätige Eltern ein großer Vorteil gegenüber der Mittagsbetreuung in der Grundschule, die um 14.30 Uhr endet. 

Auch bei Tagesmüttern und der Schülerbetreuung in den Kindergärten fehlt eine Hausaufgabenbetreuung. Bei letzteren gebe es durch die mittlerweile praktizierte Aufnahme der unter Dreijährigen oft zusätzlich konzeptionelle Kollisionen, führte Rita Weckbecker, bei der Stadt zuständig für Kindergärten und Schulen, in der jüngsten Stadtratssitzung aus. All das seien die Gründe dafür, warum der Hort so nachgefragt sei. 

Seit mehr als drei Jahren sucht die Stadtverwaltung deshalb nach einer Möglichkeit, die Einrichtung um eine zweite Gruppe zu erweitern. Doch erst nachdem Manuela Tausch, die die von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) betriebenen Horte leitet, im Mai noch einmal vehement auf die missliche Lage hinwies, kam Bewegung in die Sache. 

Laut Tausch standen zu diesem Zeitpunkt mehr als 20 Kinder auf der Warteliste. Sechs Schongauer Kinder müssten zudem den Integrationshort in Peiting besuchen, da der Clara-Fey-Hort selber nur über zwei derartige Plätze verfüge. Die Lösung folgte schneller als erhofft. Auf Nachfrage Weckbeckers sagte Grundschulleiterin Ursula Heitmeier zu, einen Klassenraum für die zusätzliche Hortgruppe zur Verfügung zu stellen. 

Die Freude darüber währte jedoch nur kurz. Schuld hatte der geplante Neubau der Grundschule. Weil bereits ab Mitte 2015 ein Teil des Gebäudes, in dem der Hort untergebracht ist, abgerissen werden muss, um Wasser- und Fernwärmeleitungen für das Schulzentrum zu verlegen, benötigte die Einrichtung plötzlich zwei statt einen Ausweichraum. Doch auch hier konnte Heitmeier mit einem weiteren Kartenzimmer Abhilfe schaffen – zumindest bis 2017. Wie es während des Neubaus weitergehe, sei noch offen, erklärte Weckbecker. 

Apropos Neubau: Dass der Clara-Fey-Hort ab sofort über zwei Gruppen verfügt, hat teure Folgen für die Stadt. Denn bislang war trotz der seit Jahren hohen Nachfrage nach mehr Hort-Plätzen nur ein Raum für die Einrichtung im zwölf Millionen Euro teuren Neubau vorgesehen. Da man an den Architekten-Wettbewerb gebunden sei, könne man den Hort nicht aus der Planung herausnehmen und an anderer Stelle bauen, erläuterte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. 

Also mussten er und Bauamtsmitarbeiter Sebastian Dietrich gemeinsam mit den Architekten nach einer anderen Möglichkeit suchen. Fündig wurden sie auf der halb versenkten neuen Turnhalle. Dort ließe sich auf Höhe des ersten Stocks sowohl ein zusätzlicher Raum als auch eine Freifläche integrieren. Kostenpunkt: schlappe 618000 Euro. 

„Das ist eine Menge Geld“, stellte nicht nur Bürgermeister Falk Sluyterman fest. Doch wie auch das restliche Gremium sah er die Kinderbetreuung als zu wichtig an, als dass man darauf verzichten könne. Einstimmig segnete der Stadtrat die Umplanung ab.

Christoph Peters

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