Stadt Schongau schreibt vakante Stelle neu aus

Der City-Manager heißt jetzt anders

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Derzeit ist das Büro des City-Managers im Schongauer Rathauses unbesetzt. Das soll sich möglichst rasch ändern.

Schongau – Es war Ende November 2014, als Martin Soyka mit der Nachricht überraschte, seinen Vertrag als City-Manager der Stadt Schongau zum Jahresende gekündigt zu haben. Seitdem war offen, wie es mit der erst 2013 eingeführten Stelle weitergeht. Am Dienstag hat der Stadtrat jetzt entschieden, den Posten neu auszuschreiben – allerdings unter geänderten Rahmenbedingungen.

Bürgermeister Falk Sluyterman nahm die Entscheidung des Gremiums erleichtert zur Kenntnis. Seit Soykas überraschender Kündigung hatte der Rathauschef immer wieder betont, dass er eine Wiederbesetzung der Stelle für unbedingt erforderlich halte. Bürgermeister und City-Manager in Personalunion, das sei einfach nicht machbar. 

„Die Verwaltung kann diese Aufgabe nicht stemmen“, bekräftigte er auch am Dienstag noch einmal, nachdem Peter Huber (SPD) eine solche Lösung ins Spiel gebracht hatte. Laut Hauptamtsleiter Bernd Liebermann hatten auch schon Unternehmen und Geschäftsleute für eine Nachbesetzung plädiert. 

Huber war freilich der Einzige, der den Posten am liebsten wieder abgeschafft hätte. Die übrigen Gremiumsmitglieder konnten Sluytermans Argumentation durchaus nachvollziehen. „Wir befürworten eine Nachbesetzung“, sagte CSU-Chef Michael Eberle, auch wenn beim ersten Mal nicht alles optimal gelaufen sei.

Eberle spielte damit auf die von vielen Seiten geäußerte Kritik an Sokya an, dieser habe zu sehr im Hintergrund agiert und wenig Vorzeigbares geleistet. „Wir hoffen, dass wir in der zweiten Runde eine Persönlichkeit finden, die die Stadt voranbringt.“ 

Für Ilona Böse war eine Nachbesetzung jetzt ebenfalls „zwingend notwendig“, obwohl die SPD-Fraktionschefin ursprünglich gegen die Schaffung der Stelle gewesen war. Doch gerade das Interkommunale Entwicklungskonzept habe sie zum Umdenken bewogen, erklärte sie. „Die vielen Ideen müssen umgesetzt werden. Da brauchen wir einen Stadtentwickler.“ Dieser müsse auch ein Leitbild entwicklen, wo der Weg der Stadt hingehen solle. 

Dafür zeigte sich das Gremium bereit, die Vertragsmodalitäten attraktiver zu gestalten. „Wir können nicht erwarten, dass sich ein Manager mit Erfahrung auf eine Sachbearbeiter-Stelle bewirbt“, plädierte Robert Stöhr (CSU) für eine höhere Entlohnung. Bislang war der Posten in der Entgeltgruppe 10 eingestuft. 

Ähnlich sah es Parteikollege Helmut Hunger. „Wenn wir es so machen wie beim letzten Mal bin ich dagegen.“ Nicht nur ihn störte zudem die Befristung auf zwei Jahre. 

Zwar wandte Hauptamtsleiter Bernd Liebermann ein, dass die bisherige Bezahlung üblich sei in Städten von vergleichbarer Größe und man auch trotz Befristung beim letzten Mal durchaus geeignete Interessenten gehabt habe. Doch die Bedenken konnte er damit nicht zerstreuen. 

„Da bewerben sich wieder nur Berufsanfänger, die frisch von der Uni kommen“, stellte Stephan Hild (UWV) fest. „Das bringt uns nicht weiter.“ Am Ende einigte man sich darauf, die Stelle mit der Entgeltgruppe 11 sowie unbefristet auszuschreiben. 

Neu ist auch der Name. Statt City-Manager soll Soykas Nachfolger künftig die Bezeichnung Stadtentwickler und Wirtschaftsförderer tragen. Damit will man im Gremium zu hohen Erwartungen begegnen, die der Begriff „Manager“ in der Öffentlichkeit geweckt hatte.

Die Aufgaben des neuen Wirtschaftsförderers

Im Zuge der neuen Ausschreibung hat die Stadt das Tätigkeitsprofil des künftigen Stadtentwicklers und Wirtschaftsförderers überarbeitet. So soll das Hauptaugenmerk in Zukunft auf dem Themenfeld Altstadt und Einzelhandel liegen und weniger auf dem Bereich Wirtschaft und Gewerbe. Hier seien bereits gute Strukturen vorhanden.

In der Altstadt soll Soykas Nachfolger unter anderem als Ansprechpartner und Bindeglied zur Stadtverwaltung für den ansässigen Einzelhandel und die Gastronomie fungieren, bei der Vermarktung und Zwischennutzung von gewerblichen Leerständen helfen, öffentlich-private Kooperationen fördern und Investoren, Projektentwickler und Handelsunternehmen in Bezug auf Standortfragen betreuen.

In der Stadtverwaltung soll er künftig zusätzlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernehmen, sowie am Interkommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) und dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) mitwirken.

Christoph Peters

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