Interesse an Landesgartenschau

Blüht es bald in Schongau?

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Die Bürgermeister des Landkreises Weilheim-Schongau besichtigten bei ihrer Studienfahrt im vergangenen Herbst unter anderem den Landschaftsgarten des Schlosses Dennenlohe.

Schongau – Kommt die kleine Landesgartenschau 2021 in den Landkreis Weilheim-Schongau? Was klingt wie ferne Zukunftsmusik, beschäftigte am vergangenen Dienstag den Schongauer Stadtrat. 

Landrat Friedrich Zeller hatte alle Städte und Marktgemeinden des Landkreises angeschrieben, um das Interesse an einer Ausrichtung abzuklopfen. Die Antwort des Gremiums fiel positiv aus.

Alle zwei Jahre findet in einer anderen bayerischen Stadt die Landesgartenschau statt. In den Jahren zwischen den Großveranstaltungen gibt es seit 1995 die kleinen Gartenschauen. Unter dem Motto „Natur in der Stadt“ sollen sie die Grün- und Erholungsstrukturen in der ausrichtenden Kommune verbessern. Dass in dieser Hinsicht durchaus Bedarf in Schongau herrscht, machte Stadtförster Klaus Thien klar und nannte als Beispiele den Bereich um die Altstadt oder den Faulen Graben. „Durch die Landesgartenschau könnten wir ein Gesamtkonzept umsetzen und Infrastruktur schaffen, die sonst nicht möglich wäre.“ Immerhin 50 Prozent der Kosten für die Umsetzung bis zu einer Höhe von 1,6 Millionen Euro würden durch Zuschüsse abgedeckt, erläuterte Thien. 

Die Durchführung, für die Stadt gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen verantwortlich zeichnen würde, könnte zudem zwischen 70 bis 90 Prozent durch die Einnahmen finanziert werden. Denn immerhin bis zu 300000 Besucher locke die Veranstaltung erfahrungsgemäß im Zeitraum von zwölf Wochen an. Sollte Schongau Interesse zeigen, würden Vertreter der Gesellschaft sich selbst unverbindlich ein Bild vor Ort machen, sagte Thien. „Wenn die sagen, es macht Sinn, können wir uns immer noch entscheiden.“ 

„Die Landesgartenschau hätte für jede Stadt im Landkreis eine positive Auswirkung“, erklärte Heike Grosser anschließend noch einmal den Grund, der den Landkreis im Frühjahr vergangenen Jahres die Idee einer Bewerbung vorantreiben ließ. Die Fachberaterin für Gartenkultur und Landespflege berichtete dem Gremium von der Bürgermeister-Dienstfahrt im Oktober 2012 nach Rain am Lech, wo 2009 die kleine Landesgartenschau stattgefunden hatte. Dort habe man sich nach den Erfahrungen erkundigt, die durchwegs positiv gewesen seien. „Aber klar ist, dass es eine Menge Arbeit macht“, betonte sie. Diese beginne vier Jahr vor dem Termin und sei nur mit einer eigenen Stelle in der Verwaltung schaffbar. „Dafür braucht es den politischen Willen.“ 

 Für Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl hätte die Schau durchaus ihren Reiz. „Sie könnte die Stadt gut repräsentieren.“ Allerdings machten ihm die Kosten Sorgen. Rund 1,5 Millionen Euro habe Rain selbst leisten müssen, rechnete er vor. Dies sei für Schongau angesichts der vielen bevorstehenden Investitionen viel Geld. Michael Eberle (CSU) interessierten die Kosten für eine Bewerbung. Mit genauen Zahlen konnte Grosser jedoch nicht dienen. Das Konzept dafür könne man aber durchaus selbst erstellen, sagte die Fachberaterin, wurde aber von Gerbl eines besseren belehrt: „Die Verwaltung kann das nicht stemmen. Das müssten wir vergeben.“ 

Robert Bohrer (SPD) war skeptisch, ob Schongau den Besucheransturm überhaupt bewältigen könnte. „4000 Gäste pro Tag. Das überfordert mit Sicherheit unsere Gastronomie, und wo sollen die alle parken?“ Die Vertreter der Gesellschaft einzuladen, hielt der SPD-Fraktionschef daher für dringend nötig, um mehr Informationen zu erhalten – eine Ansicht, die auch Stephan Hild (UWV) teilte. 

 Sorgen um die Landwirte machte sich Max Martin (SPD). „Da sind doch große Flächen nötig. Da müsste man vorher mit den Bauern reden.“ Diese Befürchtung konnte Grosser zerstreuen. Man könne die kleine Gartenschau durchaus dezentral organisieren, sagte sie. Dafür seien keine großen landwirtschaftlichen Flächen nötig. Nach der Veranstaltung werde die Bepflanzung zudem so zurückgebaut, dass die Pflege „zumutbar“ sei. 

Regelrecht begeistert von der Idee zeigten sich dagegen andere Stadträte. Ilona Böse (SPD) betonte die steigende Aufenthalt- und Naherholungsqualität speziell für Familien, die man nicht unterschätzen dürfe. Peter Blüml (CSU) sprach von einer „großen Chance“, die man „wirklich prüfen“ sollte. Bettina Buresch (ALS) forderte ihre Kollegen auf, „ein bisschen visionär“ zu sein. Durch die Schau bleibe viel für die Bevölkerung.  

Der Appell fruchtete. Einstimmig bekundete das Gremium sein Interesse an einer Bewerbung. Nach Weilheim ist Schongau damit die zweite Stadt im Landkreis, die ihren Hut in den Ring wirft. Viel Zeit für eine endgültige Entscheidung bleibt nicht: Die Bewerbungsfrist endet im Dezember 2013. chpe

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