Stadt stellt Lech-Grillplatz wieder her

Letzter Versuch

+
Viel her macht der Grillplatz am Lech derzeit nicht. Dennoch wird er gern genutzt wie die Packung Grillwürstel zeigt.

Schongau – Der öffentliche Grillplatz in der Nähe der Kläranlage macht derzeit keinen einladenden Eindruck. Die SPD hat deshalb beantragt, ihn wieder herzurichten. Dem gab der Bau-ausschuss in seiner jüngsten Sitzung nach längerer Diskussion statt.

Sommer, Sonne, grillen: Für viele gehört diese Kombination untrennbar zusammen. Vor diesem Hintergrund hatte der öffentliche Grillplatz, den die Stadt 1999 auf einem Grundstück des Freistaats nahe des Lechs an der Kläranlage einrichtete, durchaus das Zeug zur Erfolgsgeschichte. 

Doch die Bilanz, die Stadtförster Klaus Thien den Mitgliedern des Bauausschusses präsentierte, zeichnete ein anderes Bild. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung des Grillplatzes, für den ein Schongauer 20000 Mark gespendet hatte, seien der Grillrost samt stählernem Schwenkarm entwendet und die massive, fünf Meter langen Holzbänke verfeuert worden. 

Daraufhin hätten die Stadtwerke im Jahr darauf einen möglichst vandalensicheren neuen Edelstahlgrill angebracht. Die verbrannten Bänke seien von der Stadt ersetzt worden. Doch wieder habe es nur wenige Wochen gedauert, bis der Grill demoliert und wichtige Metallteile entwendet worden seien, berichtete Thien. „Die Verwaltung hat danach eine erneute Wiederherstellung nicht mehr für sinnvoll erachtet.“ 

Damit nicht genug: Auch die Vermüllung des Platzes sei ein Dauerthema, erklärte der Stadtförster. Auf der Feuerstelle sei in der Vergangenheit immer wieder massenweise Altmöbel, Matratzen und anderer Hausmüll verbrannt worden. Zerschlagene Glasflaschen auf der Kiesfläche seien an der Tagesordnung. „Der Bauhof ist im Sommer wöchentlich zur Reinigung am Platz“, so Thien. 

Zudem seien zahlreiche wilde Feuerstellen mit den gleichen Problemen im Umkreis entstanden. Um dem Müll zu begegnen, habe man mittlerweile einen Container aufgestellt, der bei Bedarf wöchentlich geleert werde. „Da wird allerdings in größerem Umfang Sperrmüll entsorgt.“ 

Angesichts der vielen Probleme zeigte sich der Stadtförster skeptisch, was eine erneute Wiederherstellung anging. „Ich befürchte, dass das nicht von langer Dauer sein wird.“ 

Was also tun? „Wenn wir hier einen öffentlichen Grillplatz ausweisen, dann müssen wir ihn auch pflegen“, fand Martin Schwarz. „Sonst können wir den Pachtvertrag gleich kündigen.“ Er schlug vor, die Zufahrt mit einer Schranke zu versehen. Die würde das Ablagern von Müll erschweren und Grillfreunden sei das Tragen ihres Bierkastens zur Feuerstelle durchaus zuzumuten. 

Bei Thien rannte er damit offene Türen ein. Der Stadtförster kündigte an, das Gespräch mit UPM und dem Freistaat zu suchen, auf deren Grund die Zufahrtstraße verlaufe. Auch Helmut Hunger hielt eine Schranke für notwendig. Der CSU-Stadtrat konnte sich außerdem vorstellen, künftig auf Sitzgelegenheiten zu verzichten. 

Damit stand er freilich allein. Letztendlich war sich das Gremium einig, dass der Grillplatz eine letzte Chance verdient habe. Zumal Schwarz berichten konnte, dass die Sicherheitswacht dort regelmäßig vorbeischaue. „Die lassen sich immer die Personalien eines Verantwortlichen geben. Wenn das auch in Zukunft so gehandhabt wird, ist mit Vandalismus nicht mehr so zu rechnen“, gab der SPD-Stadtrat zu bedenken. 

Einstimmig entschied man, dass die Feuerstelle erneuert und neue Holzbänke aufgestellt werden sollen, die allerdings deutlich massiver ausfallen und auch von mehreren Personen nicht mehr bewegt werden können. Die Kosten für Material und Personal schätzte Thien auf maximal 10000 Euro.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Beim "Sauren Max"
Beim "Sauren Max"
Erst 2020 barrierefrei
Erst 2020 barrierefrei
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare