Aus »Respekt«

Stadt Schongau unterstützt Anti-Rassismus-Initiative

Patrick Grabanyi Initiative Respekt im Ballenhaus Schongau
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Patrick Grabanyi überreichte das Schild, das künftig das Rathaus zieren soll, an Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau – Im Februar hat sich die Kreisstadt Weilheim bereits dafür entschieden, die Initiative „Respekt. Kein Platz für Rassismus“ zu unterstützen. Dem schloss sich am vergangenen Dienstag in der Stadtratssitzung nun auch Schongau an. Einstimmig fiel der Beschluss in der Lechstadt allerdings nicht.

Über die Initiative informierte Patrick Grabanyi, Jugendsekretär der IG Metall Weilheim in Vertretung des Ortsjugendausschusses, im Gremium. Anstoß für die Aktion sei ein Vorfall in Frankfurt am Main gewesen. Die AfD hatte dort den Oberbürgermeister aufgefordert, das am Rathaus befindliche Schild der Initiative „Respekt. Kein Platz für Rassismus“ abzuhängen. Die Begründung der AfD: Die Stadt Frankfurt habe durch das Aufhängen gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Daraufhin trat die IG Metall-Jugend – die Gewerkschaft ist Partner der „Respekt“-Initiative – auf die Stadt Weilheim zu und bat um Unterstützung, welche die Kreisstadt auch gewährte.

„Wir würden uns freuen, wenn kleine Städte und Gemeinden uns unterstützen“, sagte Patrick Grabanyi nun im Schongauer Stadtrat. So forderte der Jugendsekretär den Schongauer Stadtrat zu einem „Bekenntnis gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz“ auf. „Wenn wir unsere Kinder und Kindeskinder in einer Welt ohne Hass und Fremdenfeindlichkeit aufwachsen sehen wollen, dann bedarf es Ihrer Unterstützung“, forderte Grabanyi die Stadträte am Dienstag auf.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung lautete daher, die Initiative zu unterstützen und entsprechende Schilder am Rathaus und an weiteren öffentlichen Gebäuden anzubringen. Darüber waren sich die anwesenden Stadträte allerdings nicht ganz einig.

Bettina Buresch (Grüne) erkannte darin zwar eine „tolle Initiative“ und sprach sich dafür aus, ein Zeichen zu setzen. Jedoch stimme es sie traurig, dass dafür überhaupt ein Schild notwendig sein soll. „Für uns ist das eigentlich selbstverständlich, das muss in jedem verankert sein“, pflichtete Kornelia Funke (CSU) bei.

Er sei zwar durchaus für das Schild, aber nicht an allen Gebäuden, betonte Oliver Kellermann (CSU). Er verwies auch auf andere Probleme in der Gesellschaft wie beispielsweise Gewalt gegen Einsatzkräfte. „Respekt darf keine Einbahnstraße sein“, befand daraufhin auch Stefan Konrad (SPD), der selbst Notfallsanitäter ist. „Das muss für jeden gelten.“

Dass es über die Inhalte keine zwei Meinungen gebe, war auch die Meinung Stephan Hilds (UWV). Trotzdem sprach er sich dagegen aus, das Rathaus als „Werbetafel“ zu missbrauchen. „Nächste Woche kommen andere und wollen auch ein Schild an unserem Rathaus“, so der UWV-Fraktionsvorsitzende. Für Marianne Porsche-Rohrer (CSU) fühle sich ein solches Schild an, wie eines in einer Gaststätte, auf dem geschrieben steht „Bitte vor Verlassen bezahlen“, sagte sie.

Eindeutig dafür sprachen sich Janaina und Teresa Subiabre Haseitl (beide Grüne) aus. „Ich fände es gut, sich da als Stadt zu positionieren“, so Janaina Subiabre Haseitl. „Auch an mehreren Orten und nicht nur am Rathaus.“

Mit 14:9 Stimmen sprach sich der Stadtrat dafür aus, Schilder am Rathaus und an weiteren öffentlichen Einrichtungen anzubringen. Ein Schild überreichte Patrick Grabanyi noch in der Sitzung an Bürgermeister Falk Sluyterman. Dieses soll voraussichtlich bereits in der kommenden Woche am Rathaus befestigt werden.

Astrid Neumann

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