Diskussion um weitere Referenten zurückgestellt

Jugendbeirat für Schongau

PantherMedia 26053829
+
Dass das politische Interesse der Schongauer Jugend groß ist, hat die Beteiligung an der U18-Wahl im vergangenen März gezeigt. Nun soll sie einen eigenen Beirat erhalten.

Schongau – Dass in der Stadt Schongau ein Jugendbeirat eingeführt werden soll, fand breite Zustimmung im Stadtrat. Der Antrag war von Hans Rehbehn (CSU-Fraktion) gestellt worden. Wie dieser genau aussehen soll, das muss allerdings noch erarbeitet werden. Daneben beantragte Rehbehn die Berufung weiterer Referenten für unterschiedliche Themenbereiche. Nach umfangreicher Diskussion wurd beschlossen, den Antrag zurückzustellen. Er soll gemeinsam mit der neuen Geschäftsordnung behandelt werden.

Es liege ihm am Herzen, dass die Jugend gehört wird, begründete Rehbehn seinen Antrag in der Sitzung am vergangenen Dienstag. Ein Beirat wäre nun der nächste Schritt. „Wir dürfen nicht warten bis alle 18 sind und wählen dürfen“, so sein Argument.

Der Jugendbeirat soll den Stadtrat und die Verwaltung in allen die Schongauer Jugendlichen betreffenden Belangen beraten, heißt es im Antrag des CSU-Stadtrates. Zudem soll er Ansprechpartner insbesondere für Kinder und Jugendliche, Vereine und den Stadtrat sein. „Der Jugendarbeit arbeitet überparteilich, überkonfessionell und ist verbandsunabhängig“, steht dort weiter. Er selbst biete sich an, zusammen mit der Verwaltung eine Satzung zu erarbeiten, sagte Rehbehn in der Sitzung. Auch die beiden Jugendreferenten Mona Maucher (UWV) und Thomas Schleich (CSU) sollten aktiv mitarbeiten. Sicherlich könne das alles einige Zeit in Anspruch nehmen.

Auch im Jugendzentrum hat man sich mit dem Antrag Rehbehns beschäftigt. „Prinzipiell bewerten wir das Vorhaben positiv“, so Leiterin Nicole Heller-Chmiel in der Stadtratssitzung. Jedoch müsse hier vor allem am Anfang stehen, wie man die Jugendlichen erreichen kann. Dass durchaus politisches Interesse da ist, habe auch die Beteiligung von fast 300 Jugendlichen an der U18-Wahl bei den letzten Kommunalwahlen gezeigt, so die Juze-Leiterin.

„Ein Jugendbeirat sollte das Ziel sein“, befand Gregor Schuppe (ALS). Dass das Jugendzentrum mit einbezogen wird fand er gut, jedoch sollte seiner Meinung nach auch an die Schulen gegangen werden. Und der Beirat sollte von den Jugendlichen selbst gewählt werden, so Schuppes Vorschlag.

Die Idee „grundsätzlich gut“ fand auch Ilona Böse (SPD). Allerdings bedauerte sie, dass die Jugendreferenten und die Juze-Leitung bei dem Antrag übergangen worden seien. Sie sprach sich für einen Grundsatzbeschluss aus. Die weitere Ausarbeitung soll durch die Referenten und das Juze-Team erfolgen.

Der grundsätzlichen Einrichtung eines Jugendbeirates stimmte der Stadtrat mit nur einer Gegenstimme zu. Die weitere Gestaltung soll nun erarbeitet werden.

"Wollen wir das?"

Bürgernähe schaffe Transparenz, begründete Rehbehn weiterhin seinen Antrag, weitere Referenten zu berufen. Das habe sich bewährt. In Schongau gibt es beispielsweise Referentenposten in den Bereichen Jugend, Umwelt sowie Menschen mit Behinderung. In einigen Themenbereichen würden allerdings Ansprechpartner fehlen, so Rehbehn. Er schlug daher fünf weitere Referentenposten vor für Kultur/Brauchtum/Musik/Verschwisterung, Soziales und Integration, Wirtschaft und Gewerbe sowie Vereine/Sport/Feuerwehr.

„Auf den ersten Blick scheint es charmant“, so ergriff Martin Schwarz (SPD) als erster das Wort. Allerdings sei Schongau eine relativ kleine Stadt mit kurzen Wegen. Im Bezug auf die Kosten – jeder Referent erhält 20 Euro pro Monat – meinte Schwarz, das wäre gerade in der jetzigen Zeit verantwortungslos. Dem Vorschlag Rehbehns, die Verwaltung solle die Aufgaben der neuen Referenten definieren, konnte Schwarz nichts abgewinnen: „Das ist Aufgabe des Antragstellers. Sie sollten den Antrag zurückziehen“, forderte er von Rehbehn.

Auf wenig Zustimmung unter den Stadträten stieß vor allem der Referentenposten für die Feuerwehr. Diese sei selbst gut organisiert und wende sich bei Fragen oder Problemen ohnehin direkt an die Verwaltung, so das Argument. „Wir Stadträte sind ja generell Ansprechpartner für die Bürger“, meinte dazu Bettina Buresch (Grüne). Die Idee fände sie im Prinzip zwar sehr gut, die Masse an Vorschlägen empfand sie aber als verwirrend. Potenzial erkannte Buresch lediglich im Bereich Kultur sowie Soziales und Integration.

Daniela Puzzovio (ALS) kündigte außerdem an, sie werde als zweite Bürgermeisterin ohnehin einige Projekte übernehmen. Dazu gehört auch, dass sie sich vermehrt um Wirtschaft und Gewerbe kümmern will. Zudem habe sie vor, den Aktionskreis Altstadt wiederzubeleben, kündigte sie an.

Die von Rehbehn angeführten Bereiche fand Stephan Hild (UWV) viel zu groß. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir das wollen oder ob wir das wie Weilheim machen mit kleineren Aufgabengebieten.“ Bürgermeister Falk Sluyterman versprach, das Thema mit in die Besprechung zur neuen Geschäftsordnung zu nehmen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schaumberger-Anwesen: Unten Backshop, oben Wohnungen
Schaumberger-Anwesen: Unten Backshop, oben Wohnungen
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Bernbeurens UWG zieht mit Josef Köpf in Bürgermeisterwahlkampf
Bernbeurens UWG zieht mit Josef Köpf in Bürgermeisterwahlkampf
Stadt Schongau klagt gegen Emter-Erweiterung
Stadt Schongau klagt gegen Emter-Erweiterung

Kommentare