Oft zu viele Hindernisse

So steht es um die Barrierefreiheit in Schongau

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Eine wesentliche Verbesserung in Sachen Barrierefreiheit wurde durch die Rampe am Eingang der Bücherei geschaffen.

Schongau – Die spezielle Topografie Schongaus macht das Thema Barrierefreiheit an vielen Ecken zu einem schwierigen. Gerade für Senioren oder körperlich eingeschränkte Personen stellt das häufig ein Problem dar. Wie es um die Barrierefreiheit in der Lechstadt steht, darüber informierten Bürgermeister Falk Sluyterman sowie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der vergangenen Woche den Seniorenbeirat.

Die Topografie der Stadt auf dem Berg ist das eine Hindernis, der Denkmalschutz oft ein weiteres, wie das Stadtoberhaupt erläuterte. Betroffen hiervon ist zum einen natürlich das Münzgebäude, in das nächstes Jahr das Amt für Senioren einziehen soll, aber beispielsweise auch die neue Postfiliale, die kommende Woche in der Münzstraße eröffnen wird. „Überall dort, wo die Stadt etwas baut, versuchen wir aber dem Thema Herr zu werden“, so Sluyterman.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich gab im Anschluss einen Überblick über bereits realisierte sowie geplante Projekte unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit. Alle neuen Projekte werden diesbezüglich in der Regel im Vorfeld intensiv diskutiert, so Dietrich. Als ein Bauvorhaben, wo man erstmals Maßstäbe gesetzt habe, nannte er die Lechsporthalle. Toiletten, Umkleiden, Rampenanlagen und Lift machen das Gebäude für alle zugänglich. Auch beim Neubau der Staufer-Grundschule wurde das explizit berücksichtigt. Und auch beim Bestandsgebäude – hier war zuvor kein Raum barrierefrei erreichbar – habe man nachgebessert. Nicht nur an in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen wurde gedacht, auch beispielsweise an akustisch Eingeschränkte.

„Zwei schwer zu vereinbarende Themenfelder“ – ein Einzeldenkmal und ein geplantes Seniorenamt – treffen bei der Sanierung des Münzgebäudes aufeinander, so Dietrich. Dafür wurde extra der Eingang verlegt, ein Aufzug wird eingebaut und der Zugang zum benachbarten Wehrgang durch einen Balkon ermöglicht.

Das gesamte Stadtmauerumfeld stellt überhaupt eine große Herausforderung in Sachen Barrierefreiheit dar. Beim Weg zum Münzgebäude hinauf war es überhaupt nicht möglich, eine barrierefreie Lösung zu finden (wir berichteten). Als nächster Bereich soll der Sonnengraben angegriffen werden. Hier soll ein Zugang von Seiten des Polizeidienerturms und ein Betreten bzw. Befahren über Rampenanlagen ermöglicht werden.

Bereits realisiert wurde ein barrierefreier Zugang zur Stadtbücherei und auch zum vhs-Gebäude. Bei der Bücherei sei zwar eine Rampe geschaffen worden, die Tür sei aber nicht automatisch zu öffnen, warf Seniorenbeirat Helmut Vollmann ein. Zwar sei noch Luft nach oben, gab Bücherei-Leiterin Kornelia Funke zu, aber die Rampe stelle schon eine wesentliche Verbesserung dar.

Kritik erntete auch eine neu aufgestellte Bank im Adolf-Kolping-Weg, welche als Rast auf dem halben Weg nach oben dienen soll. Diese ist zwar noch nicht ganz fertig, trotzdem warf Siegfried Müller ein, dass sie nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sei. „Hier wird niemals ein Rollstuhlfahrer hinkommen“, entgegnete der Stadtbaumeister. Auch zum Schieben sei der Weg zu steil. Seniorenbeirats-Vorsitzende Dr. Elisabeth Wagner versprach aber, die neue Bank mit einem Rollator zu testen. 

asn

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