Los geht's mit dem ISEK:

Erste Schritte sind gemacht

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Wie entwickelt sich die Stadt Schongau zukünftig wunschgemäß? Das soll das zu erarbeitende ISEK klären.

Schongau – Die Stadt Schongau soll sich weiterentwickeln. Dafür hat der Stadtrat im Juli die Erarbeitung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) beschlossen. Die Planungen in Zusammenarbeit mit dem Fachbüro „Dragomir Stadtplanung“ haben bereits begonnen und wurden am Dienstag dem Stadtrat präsentiert. Auch die Bürger sollen ins Boot geholt werden.

In welchem Umfang soll Schongau zukünftig wachsen? Wie können die Leerstände in der historischen Innenstadt neu genutzt werden? Welche Ausrichtung sollen die bestehenden Gewerbegebiete zukünftig haben? Das sind die zentralen Fragen, auf die das ISEK Antworten geben soll. Clara Berger und Sigrid Hacker vom Münchner Stadtplanungsbüro Dragomir erläuterten den Stadträten die ersten Schritte des Projekts.

Das ISEK soll möglichst alle Bereiche umfassen, die für die Stadt­entwicklung eine Rolle spielen. Dazu gehören Erholung und Tourismus ebenso wie die Siedlungsentwicklung, so Berger. Zu beinhalten hat das Konzept daher beispielsweise auch die Wiederbelebung der Blickbeziehungen auf die Altstadt. „So soll ein schlüssiges Entwicklungskonzept für die nächsten 15 bis 20 Jahre entstehen“, sagte die Projektleiterin in der Sitzung.

Ein besonders wichtiges In­strument wird hier die Beteiligung der Bürger sein, betont Landschaftsarchitektin Sigrid Hacker. „Ein erster wichtiger Meilenstein ist daher die Einrichtung eines ‚Steuerkreises‘ als begleitendes Gremium“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Dieser besteht aus etwa 20 Mitgliedern – darunter Vertreter des Stadtrates und der Verwaltung, unterschiedliche Akteure verschiedener Interessensgruppen sowie fünf Vertreter der Bürgerschaft. Der Steuerkreis wird während eines Zeitraums von rund eineinhalb Jahren insgesamt voraussichtlich sechsmal in Abständen von zwei bis drei Monaten tagen. Er entwickelt Ideen und ist vorbereitend tätig, trifft allerdings keine Entscheidung, das übernimmt der Stadtrat.

Darüber hinaus hat aber auch jeder Bürger die Möglichkeit, sich in den Entscheidungsprozess einzubringen und seine Ideen und Wünsche mit einfließen zu lassen. „Die Bürger sollen sich verantwortlich fühlen“, so Hacker. Daher werde man auch aktiv auf die Leute zugehen. Neben der eigens eingerichteten Projekt-E-Mail-Adresse ISEKSchongau@dragomir.de, wird außerdem das persönliche Gespräch gesucht.

Die erste Gelegenheit haben die Schongauer Ende November während des Streetfood-Festivals. Denn dort wird ein mobiler Stand aufgebaut, der neben Informationen auch die Möglichkeit der aktiven Beteiligung bieten wird. Der Vorteil an dieser Art der Bürgerbeteiligung sei der komplett andere Input. „So erreichen wir beispielsweise auch Jugendliche, die nie auf eine Informationsveranstaltung gehen würden“, glaubt die Projektleiterin. Die Anregungen, die so hinzu kommen, werden alle dokumentiert und ernst genommen, versichert Berger. Von den Stadträten wünsche man sich außerdem, dass sie sich bei solchen Veranstaltungen sehen lassen und zeigen: „Wir stehen dahinter!“, so Hacker. 

Astrid Neumann

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