Musikalische Klänge im Herzen der Schongauer Altstadt

Serenade mit Premiere

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Ein Werk, zwei Dirigenten, zwei Klangkörper: Jörg Dennler und der neue Kapellmeister Andreas Immler (mit Hut) bei der Serenade auf dem Marienplatz.

Schongau – Wenn’s darum geht, kulturelle Schmankerl zu bieten, die sich von Veranstaltungen andernorts abheben, ist die Stadtkapelle Schongau ein erfahrener Ausrichter. Open Air mit Operetten vor dem Ballenhaus 2016, Musical-Highlights mit 900 Zuhörern im Herbst 2018 in der Lechsporthalle, mehrere gefällige Kaffeehausmusiken und vieles mehr. Was ganz besonderes war am Samstag die Serenade zusammen mit der Stadtmusik Dübendorf.

Einen schöneren Rahmen für einen Auftritt hätte es kaum geben können für die Premiere von Andreas Immler (42) am Dirigentenpult. Gewiss war dem neuen Kapellmeister, der erst im ­April vom langjährigen Vorgänger Marcus Graf (51) übernahm, die Anspannung anzusehen. Aber die ist nach dieser Serenade sichtlich von ihm abgefallen.

Gut 300 Zuhörer sind es, die sich bei schönem Wetter am frühen Abend auf dem Marienplatz eingefunden haben. Die knapp 50 Musiker der Stadtkapelle Schongau und die knapp 40 Instrumentalisten der befreundeten Stadtmusik in der Schweiz sitzen vor den Wänden der Altstadthäuser so in einem Halbkreis, dass sie sich zusammen wie ein Orchester präsentieren.

Das tun sie auch gleich beim Auftakt. Ein Stück, zwei Orchester, zwei Dirigenten: So wird die Fantasie „Begegnung“ von Kurt Gäble zur Eröffnung dargeboten. Andreas Immler und sein Kapellmeisterkollege Jörg Dennler leiten den 80-köpfigen Klangkörper – mal zusammen, in manchen Passagen allein.

Immler und Dennler, der seit Herbst 2016 bei den Dübendorfern den Takt vorgibt, haben eine Gemeinsamkeit: Beide haben eine Schreinerlehre gemacht, ehe sie sich zum Studium entschlossen und Berufsmusiker geworden sind. Beide sind erfahrene Profis, wissen an der Qualität zu feilen. Immler als Posaunenlehrer und Dennler als Flötist.

Und doch unterscheiden sie sich, wie in der Serenade auch zu sehen ist: Der Schongauer Kapellmeister, schlägt den Takt ganz im Stil eines Big Band-Leiters. Der Dübendorfer, im schwarzen Anzug gekleidet, dirigiert wie der Chef eines Sinfonieorchesters.

Sinfonische Blasmusik vom Feinsten präsentiert die Stadtmusik Dübendorf bei der Serenade auf dem Marienplatz. Beispiel dafür ist der Titel „A Knights Love“. Schön und ausnehmend fein spielen die einzelnen Register; im Piano kommen Oboe, zwei Fagotte, eine Harfe und das Glockenspiel in der Percussion gut zur Geltung.

Beeindruckend das Tonwerk „Highland Cathedral“, das die beiden Orchester gemeinsam musizieren. Zusammen werden zum Abschluss auch der Marsch der Stadt Dübendorf und die bekannte Polka „Böhmischer Traum“ aufgeführt.

Die Stadtkapelle Schongau und die Stadtmusik Dübendorf haben am Nachmittag vor der Serenade nur eine gemeinsame Probe – das spricht für die Erfahrung der beiden Klangkörper. Nach der Serenade, zu der auch Ehrenvorstand Hans Fickler mit seiner Frau Maria gekommen war, wird bei einem gemeinsamen Essen im Trachtenheim die Geselligkeit gepflegt.

Mitte Juni musiziert die Stadtkapelle Schongau in Dübendorf nahe Zürich beim 120-jährigen Jubiläum der Musikerfreunde. Sie sorgt dann zu abendlicher Stunde für Stimmung. Das ist nur einer von vielen Terminen, wenn sie heuer im Sommer an nahezu jedem Wochenende im Einsatz ist. Oder gleich zweimal.

Wie zum Beispiel Ende Mai, wenn sie am Samstagabend in kleiner Besetzung das Jubiläum des Feuerwehrverbandes Weilheim-Schongau gestaltet und am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr in großer Besetzung bei der traditionellen Wertung beim Musikfest in Altenstadt zu hören ist, wenngleich da der frühere Kapellmeister Graf dirigiert. Gleichwohl: Auf Immlers Premiere bei der Serenade folgen in den nächsten Wochen noch viele Auftritte.

jj

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