Ausstellung zum Jubiläum der ältesten Privatgärtnerei Bayerns

Zeitreise durch 285 Jahre Gärtnerei Pröbstl

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Anna-Lina Pröbstl bei der Erläuterung der ausgestellten Exponate. In der Vitrine befindet sich unter zahlreichen alten Büchern auch ein Gebetbuch ihrer Familie aus dem Jahr 1627.

Schongau – Noch bis zum 1. November läuft die Ausstellung „285 Jahre Gärtnerei Pröbstl“ im Stadtmuseum Schongau. Am zurückliegenden Sonntag waren aber ausschließlich die Mitglieder des Historischen Vereins zu einer Führung durch die Ausstellung und einem kleinen Spaziergang zu der Geschichte der Gärtnerei eingeladen.

Die 29-jährige Kuratorin der Ausstellung Anna-Lina Pröbstl war hierzu gemeinsam mit ihren Eltern Rupert und Iris Pröbstl sowie mit Luitpold Sedlmeier ins Museum gekommen. Nach einer Einführung informierte sie bedingt durch die Corona-Auflagen mit ihrer Mutter die rund 20 Teilnehmer in zwei Gruppen. Dabei wussten beide einiges zu den ausgestellten Exponaten und zur Geschichte ihrer Familie zu erzählen.

Die Gärtnerei-Gerätschaften dürften bei dem ein oder anderen Teilnehmer Erinnerungen an vergangene Zeiten geweckt haben, sei es bisweilen auch nur vom Hörensagen. Deren Auslage sei, so Anna-Lina Pröbstl, auch nur deshalb heutzutage noch möglich, weil man früher nichts einfach weggeworfen, sondern zur weiteren Verwendung stets repariert habe. Zu ihrem eigenen Favoriten hat Anna-Lina Pröbstl die aufgestellte Erdtopfpresse erkoren. In diese wurde Erde gefüllt und durch Druck kleine Erdpressballen für Gemüsesaaten oder Jungpflanzen hergestellt. Neben den Geräten vermögen es auch zahlreiche illustrierte Schautafeln, den Besuchern die seit 1735 währende Geschichte der ältesten Privatgärtnerei Bayerns näher zu bringen.

Nach dem etwa einstündigen Museumsaufenthalt begaben sich die Teilnehmer bei herrlichstem Wetter gemeinsam auf einen Spaziergang von den Anfängen bis zur Gegenwart der Gärtnerei. Und so flanierte man zunächst gemeinsam in die Bauerngasse zu der Stelle, von der aus der bis zum Jahr 1928 genutzte alte Gärtnerei-Standort noch einsehbar ist. In dem dortigen Haus lebten auch Georg Pröbstl und sein Sohn Franz. Ersterer war seinerzeit von 1842 bis 1854 Bürgermeister der Stadt, sein Sohn von 1876 bis 1899. Danach ging es für alle durchs Münztor weiter in die Augsburger Straße, in die Georg Pröbstl seinerzeit in sechster Generation die Gärtnerei verlegt hatte. Dort bestand die Gelegenheit, neben den Gewächshäusern auch den 1994 angebauten Laden zu besichtigen. Als die gut zweistündige Führung gegen 15 Uhr zu Ende ging, hatten viele Mitglieder des Historischen Vereins allerlei Neues zur Geschichte der Gärtnerei Pröbstl sowie über Schongau selbst erfahren können. Als Dank für Anna-Lina Pröbstl gab es von der Ersten Vorsitzenden des Historischen Vereins Heide-Maria Krauthauf noch ein Geschenk. Zudem zeigte diese sich von dem aufwendig gestalteten Flyer zur Ausstellung sehr angetan. Neben einem Beitrag zur Hausgeschichte von Franz Grundner und Harald Scharrer hatte darin auch Anna-Lina Pröbstl selbst mit Luitpold Sedlmeier etwas zur Firmengeschichte geschrieben. Heide-Maria Krauthauf hatte an diesem Tag für die Teilnehmer noch etwas aus der Gärtnerei zu verteilen und so gab es zum Abschluss für jeden noch ein paar Tomaten.

mel

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