Stadtrat für Anheben der Fahrpreise – ALS befürchtet fallende Fahrgastzahlen

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ANTON JUNGWIRTH; Schongau – Erneut war der seit der Jahrtausendwende in Schongau verkehrende Stadtbus Thema im Stadtrat. Dieser beschert der Stadt jährlich Defizite, die in Zeiten klammer Kassen noch drastischer zu Buche schlagen. Mit einem „Antrag auf Sicherung des Stadtbussystems“ versuchte die Alternative Liste Schongau (ALS), einem „Tod auf Raten“ entgegen zu wirken. Auf 66000 Euro beläuft sich das Defizit, das das Unternehmen Enzian Reisen, das den Status betreibt, für dieses Jahr festgeschrieben hat. „Im Gegensatz zu anderen Städten der Umgebung, wie Weilheim, Penzberg oder Landsberg, ist das Defizit äußerst niedrig“, beschied ALS-Stadtrat Siegfried Müller und warnte eindringlich vor einer zu rigiden Anhebung der Fahrpreise. „Ich befürchte, dass dieses erfolgreiche System kippt, wenn die Fahrpreise teurer werden, da dann immer weniger Leute den Status nutzen“, so seine Prognose. Immerhin sind die Einnahmen für den Schongauer Stadtbus in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: Von 57477 Euro im Jahr 2000 auf 73176 Euro im Jahr 2008, wusste Müller. „Mit dem gut durchdachten System, bei dem lediglich ein Bus im Halbstundentakt fährt, bringen wir es in Schongau fertig, dass die Einnahmen das Defizit übersteigen“, so Müllers Argument. Vorschläge, wie der Stadtbus optimiert werden könnte, zeigte Stadtmitarbeiterin Ursula Diesch auf. Drei Vorschläge mit unterschiedlichen Preiserhöhungen inklusive einer Variante, die in den Nachmittagsstunden eine Unterbrechung des Busfahrplans vorsah, präsentierte Diesch. Während die erste Variante moderatere Fahrpreiserhöhungen von 20 Cent je Fahrkarte vorsah, was die Defizit- belastung für die Stadt auf knapp 48000 Euro herabsetzen könnte, sah die zweite Variante eine noch höhere Anhebung des Fahrpreises vor, so dass sich das Defizit für die Stadt auf rund 35000 Euro reduzieren ließe. „Ich habe mich nach langer Überlegung für die zweite Variante entschieden“, so Bürgermeister Gerbl, der auch mit Bedenken zu kämpfen hatte: „Es wird sich zeigen, ob dann weniger Leute im Stadtbus mitfahren.“ Die erforderliche Mehrheit mit 15 zu sieben Stimmen erhielt indes die erste Variante. Somit steigt der Fahrpreis für einen Erwachsenen von derzeit 1,10 Euro auf dann 1,30 Euro. Jugendliche müssen statt der bisherigen 70 Cent künftig 90 Cent für einen Einzelfahrschein zahlen. Wann die Preise allerdings angehoben werden, ist bisher ebenso wenig klar wie die Zahl der Fahrgäste, die nach der Anhebung der Fahrpreise dann wieder mehr auf das Auto zurückgreifen könnten. Dann jedenfalls hätte Stadtrat Müller mit seiner düsteren Prognose Recht behalten.

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