Standort mit Stellenwert

Hochland schafft neue Arbeitsplätze in Schongau

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Dunkle Wolken über dem Hochland-Standort Schongau? Keineswegs, die Kapazität wird im kommenden Jahr nochmals gesteigert. Das könnte auch eine größere Maßnahme anstoßen: den Bau eines Hochregallagers im Nordosten des bestehenden Werksgeländes.

Schongau – Das Käseunternehmen Hochland steht gut da. Und es hat Pläne für seinen Standort in Schongau, dort könnte es investieren. Bei seiner letzte Sitzung Ende April sprach sich das alte Stadtratsgremium dafür aus, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein großes Hochregallager zu schaffen.

Der Bebauungsplan des Gewerbegebiets Stockackerfeld war zu ändern, um dem Unternehmen das Einverständnis für den Fortgang seiner Überlegungen zu signalisieren. Das erteilte der Stadtrat einstimmig. „Das brauchten wir als Planungssicherheit“, macht Hochland-Sprecherin Petra Berners im Gespräch mit dem Kreisboten klar.

Noch befindet sich das mehrjährige Unterfangen, an dessen Ende der neue Bau stehen könnte, aber ganz am Anfang. Im nordöstlichen Bereich seines Betriebsgeländes will Hochland womöglich das etwa 25 Meter hohe Hochregallager errichten. Rund 10.000 Palettenplätze, verteilt auf neun Ebenen, kämen dort unter. Verbunden mit weiteren Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft. Ob das wirklich realisiert wird, diese interne Entscheidung stehe aber noch aus, schildert Berners.

Klar sei aber, dass es am Standort Schongau, wie er jetzt ist, bereits recht beengt ist. Bei seinem Bau 1995/96 war das Werk auf eine Jahresproduktion von 35.000 Tonnen ausgelegt worden. Heute wird jährlich bereits die Marke von 50.000 Tonnen erreicht. Und eine weitere Steigerung ist absehbar.

Denn im Jahr 2021 wird der Schongauer Standort das Hüttenkäse-Segment der Marke Gervais, die Teil der Hochland-Gruppe ist, übernehmen. Rund 50 weitere Arbeitsplätze in der Produktion werde das bringen, beziffert Pressesprecherin Berners.

"Sehr gute Nachricht"

Friedrich Zeller (SPD) fasste zusammen, was auch der restliche Stadtrat durch sein klares Votum so sah: Dass Hochland am Standort investieren will, sei eine „sehr gute Nachricht“. Das Geschäftsfeld des Käseherstellers bezeichnete er vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Situation und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen als „noch etwas krisenfester“ als den Bereich Mobilität.

Stadträtin und Umweltreferentin Bettina Buresch (ALS/Grüne) hatte Fragen zum Thema Begrünung. „Die konkrete Planung ist noch nicht so weit“, erklärte aber Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Dass das neue Bauwerk im Gewerbegebiet Stockackerfeld in seinen Ausmaßen recht massiv anmutet, könne sich auch als vorteilhaft erweisen. Denn dadurch sei eine gewisse Lärmschutzverbesserung möglich. „Eine Industriestadt im Grünen darf man auch sehen“, befand Zeller seinerseits.

Starke Zahlen

Auf ihr Jahr 2019 blickt die Hochland-Gruppe zufrieden zurück. Sie erhöhte ihren Käseabsatz um vier Prozent auf insgesamt 378.000 Tonnen. Fast die Hälfte dieses Zuwachses entfiel auf Schmelzkäse. Eine entscheidende Rolle habe zudem der Food Service gespielt, schildert Pressesprecherin Berners. Also jene Produkte, die man in die Gastronomie und an die weiterverarbeitende Industrie absetzt. Hier verzeichnete man ein starkes Wachstum, vor allem in Russland und beim Export in Drittländer. Von der weiter steigenden Nachfrage nach Frischkäse vor allem in Russland hätte man sogar in noch höherem Maße profitieren können, doch sah man sich hier Kapazitätsengpässen gegenüber.

Mit dem Ausbau der Produktionsstätte im russischen Prokhorovka sollen diese der Vergangenheit angehören. Weil neben dem Abschluss dieses Projekts auch das Schnittkäsewerk Belinsky in Russland in Betrieb ging, widmet sich das Unternehmen nun neuen Vorhaben: Mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag wird die französische Fromagerie Henri Hutin umgebaut. Sie soll eine „Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit“ spielen, erklärt Berners.

Besonders erfolgreiche Produkte und damit Zugpferde der positiven Entwicklung so Berners, seien unter anderem der neu eingeführte Hofkäse und Sandwichscheiben der Marke Hochland sowie die Marken Patros und Gervais. Da schließt sich ein Kreis: Der Gervais-­Hüttenkäse ist ja einer der Gründe für den möglichen Bau des Hochregallagers und dafür, wieso die Produktion am Standort Schongau künftig noch weiter wachsen dürfte. 

ras

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