Stadt lässt vor Entscheidung Bedarf erheben

Städtische Kindergärten: Neu bauen, anbauen, sanieren?

+
Wie es mit dem sanierungsbedürftigen Kindergarten an der Bahnhofstraße weitergeht, ist derzeit noch offen.

Schongau – Sanieren, erweitern, abreißen? Wie genau mit den in die Jahre gekommenen städtischen Kindergärten Luftballon und Regen-bogen verfahren werden soll, ist noch offen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat beschlossen, vor einer Entscheidung eine Bedarfsanalyse in Auftrag zu geben.

Der Antrag stammte von der SPD. Anlass war die Stadtratssitzung im Juli, in der Architekt Siegfried Bommersbach den riesigen Sanierungsbedarf der beiden Einrichtung dargelegt hatte. „Bevor wir bauen, müssen wir uns konzeptionell überlegen, was eigentlich benötigt wird“, begründete SPD-Stadtrat Friedrich Zeller den Vorstoß seiner Fraktion. Man brauche Daten als Grundlage, um beurteilen zu können, welchen Bedarf es in den nächsten zehn bis 15 Jahren gebe. 

„Das kann die Verwaltung allein nicht“, stellte Zeller fest. Er schlug vor, jenes Unternehmen mit der Untersuchung zu beauftragen, dass schon die Sozialraum-Analyse für den Landkreis durchgeführt hatte. „Da sind schon reichlich Daten vorhanden.“ Geklärt werden müsse neben dem Raumbedarf für Krippen-, Kindergarten- und Hortplätzen auch, wo ein eventueller Neubau Sinn mache, und wie sich der Ganztagsunterricht an Grundschulen auswirke. 

Bei der CSU rannte die SPD damit freilich offene Türen ein. Schließlich waren es die Christsozialen gewesen, die die Untersuchung der in die Jahre gekommenen Kindergärten angestoßen hatten. Anlass war damals, dass die CSU einen Kindergarten im ehemaligen Forsthaus in der Lechvorstadt anstrebte, um ein dort geplantes Asylbewerberheim zu verhindern. 

Eine städtische Untersuchung ergab jedoch keinen Bedarf an weiteren Kindergartenplätzen, ein Ergebnis, das die Christsozialen bezweifelten. An all das erinnerte noch einmal CSU-Fraktionschef Michael Eberle, weshalb man sich dem Antrag jetzt natürlich „sehr gerne“ anschließe. 

Auch Nina Konstantin hielt eine derartige Analyse für sinnvoll. Die ALS-Stadträtin schlug jedoch vor, das Thema „interkommunal“ anzupacken und Peiting und Altenstadt miteinzubeziehen. 

Einzig Stephan Hild (UWV) hielt den Zeitpunkt für falsch. „Wir wissen doch noch gar nicht, ob wir bauen können“, sagte er angesichts der vielen offenen Projekte. Falls nicht, gebe man viel Geld für ein Gutachten aus, dass man gar nicht brauche. 

Das wollte Zeller jedoch nicht gelten lassen. Gerade jetzt, wo die Grundschule erweitert werde, sei der Zeitpunkt ideal, betonte er. „Wir müssen schauen, dass wir nicht am Bedarf vorbeiplanen.“ Und Eberle erinnerte daran, dass es sich bei den Kindergärten um eine Pflichtaufgabe der Stadt handle, das könne man nicht auf die lange Bank schieben. 

Um die laut Bürgermeister Falk Sluyterman für das Gutachten anfallenden Kosten im unteren fünfstelligen Bereich zu senken, regte der CSU-Fraktionschef an, eine Förderung durch ISEK zu prüfen. 

Einstimmig beschloss das Gremium, bei der Untersuchung eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden anzustreben, sie notfalls aber auch alleine in Auftrag zu geben.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder

Kommentare