Abi-Verleihung am Schongauer Welfen-Gymnasium

Auf zu neuen Gipfeln

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Dreimal die Traumnote: Lea Erhard, Rebecca Hoffmann und Moritz Kraus reüssierten mit 1,0.

Schongau – Einen außergewöhnlich guten Jahrgang hat das Welfen-Gymnasium verabschiedet. Gleich 39 Abiturienten durften sich über eine Eins vor dem Komma ihrer Zeugnisse freuen; der Schnitt von 2,25 ist beim Blick auf die vergangenen Jahre ein guter. Für Kurzweil sorgte die Abschlussrede von Johanna Schöner und Paul Kutzner. Doch war es auch dieses Duo, das sich einen Ausrutscher leistete.

Felix Amberg trödelte in der Garderobe, Tobias Lahner war häufig in Raufereien verwickelt und Sabrina Lindauer hielt ihren Bleistift zu oft im Pfötchengriff. Den ein oder anderen Lacher mussten die ehemaligen Welfen-Gymnasiasten über sich ergehen lassen, als beim Abholen ihres Abitur-Zeugnisses kleinere und größere Laster aus ihrer Erstklass-Zeit via Lautsprecher aufgewärmt wurden.

Doch allen Start- und zwischenzeitlichen Schwierigkeiten zum Trotz, 121 der 123 angetretenen Prüflinge haben die allgemeine Hochschulreife in der Tasche. „Sie sind an einem wichtigen Abschnitt angelangt“, sagte Bernhard O‘Connor. „Sie nehmen Ihr Leben noch mehr in die eigenen Hände.“ Ein freudiger Anlass, bei dem einem aber auch mulmig zumute werden könne, fand der Schulleiter, der seit dem Halbjahr im Amt ist. Er begrüßte Vorgänger Wolfgang Gebler, der wenig später eine Breitseite seiner ehemaligen Schützlinge hinnehmen musste.

Breitseite gegen Ex-Direktor Gebler

„O‘Connor war uns in dem halben Jahr näher als sein Vorgänger“, attackierten Johanna Schöner und Paul Kutzner den verdienten Ex-Direktor. Es war der unnötige Tiefpunkt einer ansonsten unterhaltsamen Abschiedsrede, in der das Abiturienten-Duo sich bei einem Kollegium bedankte, das schon mal per beherztem Jackett-Wurf über den TV-Bildschirm Sex-Szenen im Film „Schindlers Liste“ zensierte, „Lehrer-Legenden“ hervorgebracht und stets den Eindruck vermittelt habe, dass das Miteinander gegenüber dem Gegeneinander im Vordergrund stehe. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben konnte die Nacktbade-Episode, als Ende Mai einige übermütige Abiturienten einen nächtlichen Ausflug ins Altenstadter Freibad unternommen hatten.

Der Appell Bürgermeister Falk Sluytermans, die anstehende unbeschwerte Zeit zu genießen, dürfte also nicht ungehört verhallt sein. Der Rathaus-Chef erinnerte sich wehmütig an seine eigene Zeit nach dem Abschluss und gab mit auf den Weg, sich bei der Suche nach dem eigenen Lebensweg stets beraten aber nie bevormunden zu lassen. Sluyterman war in Doppelfunktion anwesend, denn auch Sohn Lukas fand sich unter den erfolgreichen Abiturienten. Den zwischenzeitlich für den Sprössling aufkommenden Applaus wiegelte das Stadtoberhaupt schelmisch ab: „So super gut war das Ergebnis jetzt auch nicht.“ Er hoffe, die ehemaligen Schüler blieben der Region erhalten oder kehrten zu einem späteren Zeitpunkt zurück.

Raus in die Welt

Einen anderen Appell hatte Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl auf Lager: Die Abiturienten sollten während ihres Studiums die Welt entdecken, ihre akademische Laufbahn an möglichst vielen Orten bestreiten. Um ihre Strebsamkeit machte er sich keine Sorgen. Er, der an einer Münchener Uni arbeitet, beobachte häufig, wie auch spät abends noch emsiger Betrieb in der Bibliothek herrsche. „Das war bei uns anders.“ Der Lohn: Die Ergebnisse würden immer besser, was vor allem den Frauen zu verdanken sei. Tatsächlich waren auch in diesem Jahr nur drei der 17 besten Schongauer Abiturienten männlichen Geschlechts. Dennoch, das erzielte Ergebnis sei nur eine Momentaufnahme, fand Grehl: „Dieses Zeugnis spielt schon in einem Jahr keine Rolle mehr.“

Das sah auch Sport- und Englischlehrerin Veronika Dietzel so: In Anlehnung an die gemeinsame Zeit während einer Klassenfahrt ins Gebirge in Nepal hielt sie fest: „Die nächsten Gipfel warten schon.“ Durchhaltevermögen und Risikobereitschaft seien gefragt, um gesetzte Ziele zu erreichen. Doch dürfte das Streben danach nicht zum „Laufen im Hamsterrad“ werden. „Nehmt die Menschen, die Euch begleiten, wahr.“

ras

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