Startschuss für Sauna-Erweiterung im Plantsch

Mehr Platz zum Schwitzen

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Andreas Kosian (Leiter Plantsch), Planer Christian Gößwald, Bpürgermeister Falk Sluyterman und Josef Hengge (Bauunternehmen Hubert Schmid) beim Spatenstich (v. li.).

Schongau – Fünf Jahre sind vergangen, seit die Erweiterung der Sauna im Plantsch erstmals ins Visier genommen wurde. „Die Plakate mit den Plänen, die im Bad hängen, sind schon brüchig und gelb“, erklärte Andreas Kosian augenzwinkernd. Dass der Badleiter am Montag darüber lachen konnte, lag an dem Anlass, zu dem er geladen hatte. Mit einem symbolischen Spatenstich fiel der Startschuss für den Bau des Millionen-Projekts. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Geht alles glatt, sollen die Sauna-Gäste den neuen Bereich mit Beginn der kommenden Wintersaison nutzen können.

Noch gut kann sich Andreas Kosian daran erinnern, wie er mit Stadtbaumeister Ulrich Knecht beim gemeinsamen Saunabesuch erste Pläne für eine Erweiterung auf eine Serviette zeichnete. Auslöser war die hohe Zahl an Gästen, die das Saunaland regelmäßig an seine Kapazitätsgrenze brachten. 

Fünf Jahre ist das her, die Nachfrage ist seitdem nicht weniger geworden – im Gegenteil. An Wochenenden wage er es gar nicht mehr selbst in die Sauna zu gehen, um keinem Besucher einen Platz wegzunehmen, erklärte der Badleiter am Montag beim Spatenstich. 

Bis zu sieben Mal mehr Gäste als Liegen zählt der Badleiter an Spitzentagen. Teilweise musste sogar der Einlass geschlossen werden. Die Mitarbeiter versuchen, mit parallelen Aufgüssen in beiden Saunen dem Andrang Herr zu werden. „Wir platzen aus allen Nähten.“ 

Dennoch war die Erweiterung in den vergangenen Jahren nicht unumstritten. Manch Stadtrat fürchtete, dass die Investition sich nicht rechnen würde. Hinzu kam, dass das Vorhaben deutlich teurer wurde als zuerst gedacht. Das liegt auch daran, dass sich der Bau mehrmals verschob. 

Ursprünglich sollten 2012 die Bagger rollen, jetzt ist es 2015 soweit. Mal war der fehlende Haushalt schuld, dann hakte es am personellen Engpass im Stadtbauamt. Doch die Verzögerung hatte auch ihr Gutes. „Wir konnten unser ursprüngliches Konzept weiterentwickeln“, erklärte Kosian. 

Zukunftssicher ist es jetzt, denn dem ersten Bauabschnitt kann bei Bedarf und wachsender Gästezahl ein weiterer folgen, durch den sich auch ein eigener Sauna-Eingang samt Umkleiden realisieren ließe. 

Aktuell liegen die geschätzten Gesamtkosten bei rund 1,55 Millionen Euro. Eingerechnet darin sind neben dem Parkplatzbau, dem Verlegen von Leitungen und dem neuen Gasanschluss auch diverse Arbeiten am Altbestand. Allein für die Erweiterung des Saunalands schlagen so 1,36 Millionen Euro zu Buche. 

Dafür bekommen die Sauna-Fans auch ordentlich etwas geboten. Im Saunagarten entsteht ein Natur-Schwimmteich und ein Barfuß-Parcour. Die neue Panorama-Sauna im Herzen des Neubaus, deren Ofen mit Gas betrieben wird, bietet mit rund 65 Sitzplätzen so viel Raum wie die beiden bestehenden Saunen zusammen.

Gleiches gilt für die Anzahl der Liegen im neuen Ruheraum, der außerdem mit einem Show-Kamin sowie einem Beamer aufwartet. Letzterer soll bei den regelmäßig geplanten Themenabenden genutzt werden. 

Vor der Panorama-Sauna, auf deren großer Glasfront Richtung Garten im Übrigen die Alpenkette bildlich angedeutet werden soll, entsteht ein Sammelbereich mit Wärmebänken. Seit Jahren sehr gefragt im Saunaland sind Massagen, die künftig in zwei eigenen Räumen angeboten werden. Auch eine Infrarot-Sauna für drei Personen sieht die Planung vor. 

Ein Highlight dürfte der Duschbereich werden, der mit verschiedenen Wellness- und Erlebnisbrausen wie etwa einer Eisnebel-Dusche zur Erfrischung nach dem Saunagang lockt. 

Noch stehen laut Kosian die letzten Details der Innenausstattung nicht fest, da die Gewerke erst noch ausgeschrieben werden. Sicher ist hingegen, dass sich die thematische Ausrichtung des Neubaus und des Gartens an der Via Claudia und der Römerzeit orientieren soll. 

Dass sich Investition für die Stadt lohnt, davon ist Kosian nach wie vor felsenfest überzeugt. „Saunieren ist kein kurzfristiger Trend, sondern einer, der seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat“, betonte er. Die Suche nach Naherholung vor Ort als Ausgleich zum stressigen Arbeitstag werde noch zunehmen.

Gute Aussichten also für das Saunaland, das schon jetzt schwarze Zahlen schreibt und so hilft, den von Haus aus defizitären Schwimmbad-Betrieb zu stützen. Bürgermeister Falk Sluyterman jedenfalls verlässt sich auf seinen Badleiter. „Wir vertrauen der Prognose“, erklärte er. 

Derzeit rechnen Kosian und Planer Christian Gößwald, dass die Bauarbeiten pünktlich zum Beginn der Wintersaison abgeschlossen sind. Saunagäste müssen bis dahin nur mit kleinen Einschränkungen leben. So steht ein Teil des Gartens nicht zur Verfügung.

Christoph Peters

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