Nach Katastrophe von Notre-Dame:

Wies wäre im Brandfall "bestens gerüstet"

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Wie ein Gebäude löschen, in dem Wasser einen verheerenden Schaden anrichten könnte? Zum Schutz der Malereien wurde eine Hochdruck-Nebelanlage installiert.

Steingaden – In kürzester Zeit waren die irreparablen Schäden am Weltkulturerbe Notre-Dame in Paris nicht mehr zu verhindern. Wie gut wäre das Rokoko-Juwel Wieskirche gegen Feuer geschützt?

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„Die Wieskirche hat ein hochkomplexes Brandschutzkonzept“, erklärt Bayerns Bauminister Hans Reichhart. Eine unterirdische Technikzentrale versorge in kürzester Zeit die automatische Löschanlage im Dachraum und im Kirchturm. „Wir sind bestens gerüstet.“

Die Lage der Wies, isoliert auf der grünen Wiese, ist zugleich eine Erschwernis für die Feuerwehr: Der Weg ist lang. Das Staatliche Bauamt Weilheim hat auch deshalb von 2009 bis 2013 für knapp 2,7 Millionen Euro nachgerüstet.

Zur Unterbringung der Lösch­anlagenzentrale wurde eigens ein unterirdisches Technikgebäude errichtet. Um Löschwasserschäden an der Deckenmalerei zu minimieren, wählte das Bauamt die automatischen Lösch­anlagen als Hochdruck-Wassernebelanlage. Denn der Nebel schützt die Malerei. Eine komplette Zerstörung könne so vermieden werden, teilt die Staatsbauverwaltung mit. Ein alternatives gasförmiges Lösch­mittel wie Kohlenstoffdioxid sei nicht möglich – die Wies ist nicht dicht genug.

Eine besondere Herausforderung vor Ort war auch der fehlende Strom. Da elektrische Energie nur eingeschränkt zur Verfügung steht, wurde eine Löschtechnik mit Energieeigenversorgung durch eine Pumpe mit Druckgas als Antrieb ausgeführt.

Die Rokokokirche in Steingaden wurde von 1745 bis 1754 von Dominikus Zimmermann erbaut. Weltbekannt ist das Deckenfresko im Zusammenspiel mit der Raumschale von Johann Baptist Zimmermann, Bruder des Erbauers. Die Staatsbauverwaltung betreut in Bayern rund 700 kirchliche Gebäude.

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