Steingaden feiert neues Seniorenzentrum

Lang ersehnter Umzug

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Ein besonderer Service erwartet die Heimbewohner. Sie können sich mit einer Rikscha in den Ort oder rund ums Haus kutschieren lassen. Xaver Wörle strampelt hier für die Pflegedienstleiterin Martina Krüger (li.) und Einrichtungsleiterin Jeannine Klingner.

Steingaden – In aller Stille, aber dennoch lautstark, sind die Bewohner des Steingadener Seniorenzentrums in das neue Haus Charlotte von Kusserow umgezogen. Bei einem Gespräch mit Heim- und Pflegedienstleitung sowie Bürgermeister Xaver Wörle wurde das Haus der Presse vorgestellt.

20 Jahre der Planung und des Bangens, ob der Neubau zustande komme, seien vorausgegangen, erklärte Bürgermeister Xaver Wörle in seiner Festrede. Knapp 21 Monaten habe es dann nach dem ersten Spatenstich gedauert, bis die Steingadener Senioren in ihr neues Domizil, das Haus Charlotte von Kusserow umziehen konnten. Und mit ihnen die drei Dutzend Mitarbeiter, von der Küchenchefin bis zur Pflege-dienst- und der Heimleiterin. 

Im Stile des 19. Jahrhunderts, als Charlotte von Kusserow wirkte, waren die Mitarbeiter gewandet, als die Musikkapelle Steingaden die „Gesellschaft“ abholte und zum neuen Haus brachte. Dort ging Wörle nicht nur auf die unendliche Geschichte der Planung, Überplanung und Neuplanung des Hauses ein, sondern auch auf das Damoklesschwert Schließung, das immer wieder über den Köpfen gehangen habe. In diesem Zusammenhang dankte das Gemeindeoberhaupt den Mitarbeitern, die durch ihr Engagement, durch Spendensammlungen und Flohmärkte, dafür gesorgt hatten, dass es im alten Haus bis zuletzt habe weitergehen können. 

55 Pflegeplätze, teilweise auch für hochdemente Senioren sind in den knapp 21 Monaten Bauzeit entstanden, wobei die Senioren im überwiegenden Teil in Einzelzim-mern untergebracht sind. Diese würden sehr gut angenommen, erklärte Pflegedienstleiterin Martina Krüger. „Alle sind zufrieden, jetzt leben alle wieder auf.“ Denn nicht alle wollten in das neue Haus umsiedeln, doch der Übergang wurde erleichtert und mittlerweile finden sich die Bewohner auch im neuen Haus zurecht. „Wir haben vorerst alle Strukturen vom alten Haus übernommen“, sagte Einrichtungsleiterin Jeannine Klingner. Nun werde man diese stückweise ändern, so gibt es beispielsweise jetzt schon ein Büffetsystem, wo die Bewohner ihre Mahlzeiten zusammenstellen können. Darauf musste man im alten Haus aus Platzmangel verzichten. 

Verzichten wollten die Mitarbeiter aber nicht auf die hauseigene Küche. Die war im neuen Haus nicht vorgesehen, so die Heimleiterin, die Bewohner hätten über Cateringdienste versorgt werden sollen. Dafür, so Klingner, hätten die Mitarbeiter gespart und auf manches verzichtet. Und es wurden, zusammen mit der Gemeinde die 110000 Euro aufgebracht, die die neue Küche inklusive Kühlräumen und Installationen gekostet hat. Durch sie werden künftig nicht nur die Hausbewohner, sondern auch der Steingadener Kindergarten und die Senioren im Ort versorgt. 

Dazu gab es dann noch ein besonderes Geschenk. 1000 Gemälde des Rottenbucher Malerehepaars Brennauer zieren das neue Seniorenheim, das auch durch seinen Namen mit dem Ort und der Region besonders verbunden ist. Man habe, so Bürgermeister Wörle, bewusst den Namen der Charlotte von Kosserow gewählt, vielen wohl eher bekannt als Gräfin von Dürckheim-Montmartin, die Anfang des 20. Jahrhunderts soziale Maßstäbe gesetzt hatte. Die Namensgebung sei für die Nachfahren des Grafengeschlechtes eine schöne Überraschung gewesen. Noch wichtiger aber, betonte Wörle, sei, dass der Bau für die ältere Generation der Umgebung eine Perspektive bedeute. Diese könne in der Heimat die nötige Pflege für ein lebenswertes Leben erhalten. 

Auch für das alte Seniorenheim bahnt sich derweil schon eine Lösung für die Zukunft an. Wohnungen für die Mitarbeiter sollten hier entstehen, das wünschen sich Klingner und Krüger. Noch ist zwar nichts spruchreif, die Gemeinde führt aber aussichtsreiche Gespräche.

gau

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