Gemeinde kämpft gegen Leerstand

Kleinkunstbühne und Café für Steingaden?

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Ein kleines Schild im Schaufnester weist darauf hin, dass die Zenettis einen Mieter für ihr ehemaliges Bekleidungsgeschäft suchen. Bislang erfolglos.

Steingaden – Einfach ist die Situation für Immobilienbesitzer in Steingaden nicht. Mal sind die Läden zu groß, mal zu klein. Dabei sollte der Marktplatz mit seinen Geschäften doch das Aushängeschild Steingadens sein, wünscht sich Bürgermeister Xaver Wörle. Leere Schaufenster passen dazu nicht. An Ideen, das zu ändern, mangelt es ihm nicht.

Der Steingadener Bürgermeister hatte jüngst das Thema Leerstand und Marktplatz auf die Tagesordnung des Gemeinderats gebracht und eine heftige Diskussion ausgelöst. Für die einen, nämlich die Gemeinderäte, stehen die Hausbesitzer in der Pflicht, etwas zu unternehmen, um ihre Geschäft zu vermieten. Die wiederum verweisen darauf, dass sie aktiv seien. 

Natürlich sei sie mit Maklern in Kontakt, verteidigt sich etwa Gertrud Zenetti. Gegen sie und ihren Mann richteten sich jüngst in der Gemeinderatssitzung die Vorwürfe, zu wenig zu tun, um ihr leer stehendes Geschäft am Marktplatz neu zu vermieten. Über Jahrzehnte haben die Zenettis hier Mode verkauft, das Geschäft ging sehr gut. Als feststand, dass sie das Geschäft aus Altersgründen aufgeben würden, wandten sich die Zenettis an einen Makler – der ihnen aber wenig Mut machte. Immer noch ist das 200 Quadratmeter große Ladenlokal nicht vermietet, worauf auch ein Schild im Schaufenster hinweist. Deshalb ist sogar schon eine Büro-Lösung angedacht gewesen, schließlich lassen sich die Räume aufteilen. 

Eine Idee, die auch Bürgermeister Xaver Wörle gefiele. Er hat schon darüber nachgedacht, die Touristeninformation an den Markt-platz zu verlegen. Doch in der Krankenhausstraße hat man kurze Wege, die Infrastruktur ist vorhanden. Ihm schwebt nun eher eine Mischung aus kleinem Laden, Café und Ausstellungsraum vor. Immer mehr Busse würden nicht nur die Wies ansteuern sondern auch das Welfenmünster, erklärt er. Da würde es doch passen, wenn die Besucher danach noch auf Kaffee und Kuchen einkehren könnten. Im Laden könnte man hochwertige Andenken verkaufen, vielleicht auch das eine oder andere Produkt aus der Region. Und es gibt einen Fotoclub, der einen Ort für Ausstellungen sucht. „Ein Laden nach dem anderen macht zu“, so Wörle. „Da muss man schauen, dass was passiert“. 

Auch der Gasthof Post, gleich am Eingang zum Marktplatz, hat schon bessere Zeiten gesehen. Hier wäre eine Kleinkunstbühne denkbar, vor allem junge Leute könnte hier etwas machen, ist sich Wörle sicher. Viel erhofft sich der Bürgermeister von der Arbeitsgruppe, die sich bald mit dem Thema beschäftigen soll. Denn nur allein die Vermieter oder die Verwaltung können hier nichts ausrichten, hier sei ein Miteinander im Ort gefragt, betont er: „Ein bürgerschaftliches Engagement aller für ihr Steingaden.“ gau

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