Vier Radl für einen Pkw-Stellplatz

Stellplatz-Vorstoß soll Peiting radlfreundlicher machen

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Sein Rad einfach an eine Hauswand lehnen, das kommt heutzutage nicht mehr allzu gut an. Auf freiwilliger Basis soll es Peitinger Geschäften nun ermöglicht werden, statt eines Pkw-Stellplatzes auf derselben Fläche vier Räder zu berücksichtigen.

Peiting – So ein Stellplatz für ein Auto ist meist fünf Meter lang und halb so breit. Das reicht für vier Fahrräder. Genau das gelte es in Peiting zu forcieren, findet Gemeinderat Peter Ostenrieder (CSU). Auf freiwilliger Basis soll es Geschäften ermöglicht werden, statt eines Pkw-Stellplatzes auf derselben Fläche vier Räder zu berücksichtigen. Dafür setzte er sich im Gremium ein.

Den Vorschlag brachte Ostenrieder, als im Peitinger Gemeinderat eine Satzung zu Fahrradabstellplätzen vorberaten wurde, wie es sie in einigen Städten bereits gibt. Ein Beschluss ist dazu noch nicht gefasst worden. Ostenrieder konkretisierte, dass eine solche Fläche für vier Räder anstelle eines Autos nicht nur bei Neubauten Anwendung finden soll, sondern auch im Bestand umgesetzt werden könne. Allerdings „ohne Zwang“ für Gewerbetreibende.

Noch eines war Ostenrieder wichtig: Keinesfalls solle mit einer neuen Satzung ein Instrument geschaffen werden, das wie bei den Pkw-Stellplätzen zu einer „Ablösediskussion“ führe, wo sich jemand bei fehlenden Flächen vor dem Haus durch Zahlung an die Gemeinde des Nachweises entledigen könne.

Bürgermeister Michael Asam meinte zur Variante „vier statt eins“: „Das würde ich auch begrüßen“. Er sprach sich dafür aus, flexible Lösungen zu ermöglichen. Marktbaumeister Fabian Kreitl fügte hinzu, die Gemeinde könne „immer in unserem Ermessen entscheiden“.

An die Gemeinderäte ist ein Entwurf für eine Satzung „über die Herstellung und Bereithaltung von Abstellplätzen für Fahrräder“ ausgegeben worden. Die endgültige Fassung folgt noch. „Mir ham keine Eile“, so Asam.

Mit Parkraumkonzept

Christian Lory (Unabhängige) hatte einen Kritikpunkt: Er sehe es für die Ortsmitte als Nachteil, wenn auf dem ehemaligen Barnsteiner-Anwesen (nördlich der Sparkasse) mit der Bebauung Auto-Parkplätze wegfallen. Gut wäre, auch über ein Park­raumkonzept zu beraten. Norbert Merk (CSU) meinte, dass sowohl die Satzung für Fahrradabstellplätze als auch die Parkraumbewirtschaftung zeitgleich behandelt werden sollen.

Bei diesem Thema gelte es, „nicht eine Schablone zu nehmen und nichts übers Knie zu brechen“. Das betonte Michael Deibler (CSU). So mancher besitze mittlerweile ein teures Rad, das man nicht einfach an die Hauswand lehne. Während Herbert Salzmann (SPD) den mangelnden Platz für Räder vor dem Rathaus ansprach, nannte Alfred Jocher (Unabhängige) die Kindergärten, die Eishalle und den Bahnhof Nord als Standorte, wo die Gemeinde mit Blick auf Abstellflächen für Radfahrer „vorbildlich vorangehen“ solle.

Peiting sei radlfreundlich, fand Herwig Skalitza (CSU). Man sei weiter als Peißenberg und Schongau. Mit einer neuen Satzung, die „bodenständig“ ausfallen müsse und nicht alles ein­enge, könne man die Richtung vorgeben.

In der Diskussion zu einem innerörtlichen Radwegekonzept hatte der Marktgemeinderat über die Bedeutung des Radverkehrs und über Gestaltungsmöglichkeiten gesprochen. Als wichtig wurden und werden eben auch die Abstellplätze für die Fahrräder genannt. 

jj

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