"Sterben auf Raten"

Tauschten sich über die Bundeswehrreform aus (v. li.): Altenstadts 2. Bürgermeister Sepp Reich, Schongaus Stadtoberhaupt Karl-Heinz Gerbl, Klaus Barthel (MdB), Markus Rinderspacher (MdL) und Peter Paul Gantzer (MdL). Foto: Peters

Die Tage der Fallschirmjäger in Altenstadt sind gezählt: So zumindest sieht es die Bundeswehrreform vor, die Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor eineinhalb Wochen der Öffentlichkeit vorstellte. Bei der SPD kann man die Entscheidung, die Luftlande- und Transportschule nach Oldenburg zu verlegen, nicht verstehen. „Hier hat der Sachverstand keine Rolle gespielt“, kritisierte der Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer bei seinem Besuch der Franz-Josef-Strauß-Kaserne am Donnerstag.

Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der Landtags-SPD, Markus Rinderspacher, und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel war der Bundeswehr-Experte der Landtagsfraktion nach Schongau gekommen, um sich mit den Genossen vor Ort auszutauschen. Natürlich hörte man dort solch markige Worte gern, sitzt doch der Schock über das Ergebnis der Reform noch tief. Tatsächlich ist die Entscheidung, den Standort Altenstadt als Ausbildungsstätte der Fallschirmjäger aufzugeben, für Außenstehende nach wie vor wenig nachvollziehbar. „Hier hat man beste äußere Bedingungen mit wenig Wind und oft klarem Himmel, einen eigenen Luftraum: All das fehlt in Oldenburg“, erklärte Gantzer, der den Abzug auch als falsches Signal an den dringend benötigten Nachwuchs wertete. Man dürfe nicht ein „Markenzeichen“ mit 50-jähriger Tradition wie Altenstadt einfach so aufgeben. Dass eine Reform und eine Verkleinerung der Bundeswehr nötig sei und auch von der SPD getragen werde, stellte Rinderspacher klar. Warum man aber unter dem Vorwand der Wirtschaftlichkeit und militärischen Neuordnung vorhandene Synergien wie in Altenstadt zerschlage, sei nicht nachvollziehbar. Für den Standort befürchte er trotz neu hinzu gekommener Unteroffiziersausbildung ein „Sterben auf Raten“. Genau wie Barthel kündigte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende an, für eine Änderung des Beschlusses kämpfen zu wollen, auch wenn die Hoffnung auf Erfolg gering sei. „Die Entscheidung ist wohl zementiert.“

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