Sternsinger sammeln noch bis Sonntag für Kinder in Tansania

"Segen bringen, Segen sein": Kleine Könige im Einsatz

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Schminken im Akkord: Einem kleinen König nach dem anderen verpassten die Helferinnen das passende Aussehen.

Schongau – Über hundert Kinder und Jugendliche der Pfarreien Mariae Himmelfahrt und Christi Verklärung sind seit Donnerstag unterwegs. Auch Kälte und Wind können sie nicht davon abhalten, durch die Straßen zu ziehen – denn sie wollen armen Kindern helfen.

Schongau – Geschäftiges Treiben herrschte am Donnerstagmorgen in den Keller-räumen des Jakob-Pfeiffer-Hauses. Da wurden am laufenden Band Gesichter mit dunkelbrauner Schminke bemalt und noch die letzten Gewänder zurechtgerückt. Schließlich sollten alle Könige und Königinnen, Sternträger und Sternträgerinnen auch in schönster Pracht losziehen zu ihrem ersten Einsatz im Jahr 2013. Nach und nach wurde es ruhiger bis schließlich nur noch ein paar Helfer in den Räumen zurückblieben, in denen es gerade noch wurlte, wie in einem Ameisenhaufen. Mittendrin Klara Sedlmeier von der Pfarrei Mariae Himmelfahrt. Sie arbeitet jedes Jahr bereits ab Mai daran, dass die Gewänder für die Sternsinger ausreichen und auch die kleinen Schäden aus dem Vorjahr beseitigt werden. Die gleiche Aufgabe übernimmt für die Kinder in der Pfarrei Verklärung Christi Hildegard Kosian.

Während die übrigen Kostüme wieder aufgeräumt wurden, waren die Sternsinger schon mitten in ihrem Element – bei den ersten Häusern noch vorsichtig und zurückhaltend. Doch von Tür zu Tür wurden die Kinder selbstsicherer. „Seht ihr unsern Stern dort sehen“, begannen sie ihr Lied, bevor sie ihre Wünsche überbrachten und den Segen an die Türen schrieben. Die „alten Hasen“ stärkten den Neulingen dabei den Rücken, wie auch Sabrina und Franziska. Die Teenager waren selbst lange als Sternsinger unterwegs und betreuen nun die Kleineren. Die ersungenen Süßigkeiten verwahren die beiden in ihre Rucksäcken. „Am Ende wird aber alles fair geteilt.“ 

Das gesammelte Geld kommt dabei einem Hilfsprojekt in Tansania zugute, das schon seit langer Zeit durch die Pfarrei Christi Verklärung unterstützt wird. „Mavuno“ heißt die gemeinnützige Organisation, für die nun erstmals auch die Sternsinger aus Mariae Himmelfahrt von Tür zu Tür gehen. „Es ist weltweit die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder“, erklärt Gemeindereferentin Heidi Hentschke, die gemeinsam mit ihrem Mann Christoph die Sternsinger in den beiden Pfarreien koordiniert. Doch das Ehepaar Hentschke hat auch Bedenken. In Zeiten des demographischen Wandels, der auch immer weniger Kinder hervorbringt, die tatsächlich noch getauft werden, sehen sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren Probleme. „Auf Dauer ist das Sternsingen vielleicht nicht mehr möglich.“ Doch noch gibt es genug fleißige Kinder und Jugendliche, die sich einsetzen für die Ärmsten dieser Welt und damit auch ein Stück unserer Tradition aufrechterhalten. Warum, das weiß der elfjährige Michael ganz genau: „Damit wir den armen Kindern in Tansania helfen können und weil es Spaß macht.“

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