Streit um Schongauer Weihnachtsbeleuchtung

Und sie leuchtet doch!

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Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter begann Elektriker Tobias Schedel (re.) am Dienstag damit, die Weihnachtsbeleuchtung in der Schongauer Altstadt aufzuhängen.

Schongau – Das Drama um die Schongauer Weihnachtsbeleuchtung hat ein gutes Ende gefunden. Seit dem gestrigen Freitag hängen die altbekannten Lichterketten an Ort und Stelle. Die Erleichterung darüber ist groß bei Bürgermeister Falk Sluyterman. Ein Nachspiel wird der Streit zwischen Stadt und Werbegemeinschaft aber dennoch haben.

Es war ein veritabler „Shitstorm“, der sich Mitte der Vorwoche im Internet ausbreitete. Binnen weniger Stunden, nachdem die Nachricht bekannt geworden war, dass die Weihnachtsbeleuchtung in Schongau heuer wohl ausfallen werde, machten zig Nutzer ihrem Ärger darüber im sozialen Netzwerk Facebook Luft. 

Im Kreuzfeuer der teils harschen Kritik standen die Werbegemeinschaft Altstadt und die Stadt, die sich gegenseitig die Schuld für die verfahrene Situation zuschoben. Wie berichtet hatte die Werbegemeinschaft der Verwaltung Mitte Oktober mitgeteilt, dass die zum Teil über 30 Jahre alte Weihnachtsbeleuchtung laut dem zuständigen Elektrobetrieb LKG derart marode sei, dass sie nicht mehr aufgehängt werden könne. 

Die Werbegemeinschaft drängte auf eine Neubeschaffung, womit sie die Stadt völlig überrumpelte. Die Nachricht sei zur Unzeit gekommen, teilte Bürgermeister Falk Sluyterman mit.Es fehle die Zeit, um rechtzeitig vor Adventsbeginn für Ersatz zu sorgen, schließlich müsste die Stadt den Auftrag erst einmal ausschreiben. Stattdessen bot man an, bis zu 10000 Euro zur Verfügung zu stellen, um die Lichterketten irgendwie doch noch einsatzfähig zu machen. 

Bei der Werbegemeinschaft und LKG stieß man mit dem Vorschlag allerdings scheinbar auf taube Ohren, denn nach erfolglosen Gesprächen entschied man bei der Stadt, selbst einen Elektrobetrieb zu engagieren. Der Altenstadter Elektriker Tobias Schedel überprüfte daraufhin Ende vergangener Woche im Bauhof die Lichterketten und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis. 

„Wir haben die Ketten untersucht und festgestellt, dass alle verwendbar sind“, erklärte er. Einzig einige Sterne habe man entfernen müssen. Außerdem bauten er und seine Mitarbeiter Sicherungen ein, die verhindern sollen, dass bei einem Ausfall der Weihnachtsbeleuchtung auch die Straßenlaternen in Mitleidenschaft gezogen werden, wie es in der Vergangenheit des öfteren der Fall gewesen ist. Das hatte die LEW im Vorfeld bemängelt. Am Dienstag konnte mit dem Aufhängen begonnen werden. 

Sluyterman zeigte sich über die überraschende Wende irritiert. „Dass die Werbegemeinschaft beziehungsweise die von ihr bisher beauftragte Firma die Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr aufhängen wollte und dies der Stadt zudem erst Mitte Oktober mitgeteilt wurde, kann deshalb nur andere Gründe haben, die mit dem Zustand der Lichterketten nichts zu tun haben“, spekulierte das Stadtoberhaupt am vergangenen Freitag sichtlich angefressen. 

Am Montag klang Sluyterman schon wieder versöhnlicher, was auch daran liegen mochte, dass LKG die benötigten Pläne für die Anbringung der Lichterketten an Schedel übergeben hatte. „Voreilige Schuldzuweisungen sollten keine vorgenommen werden – in einem sachlichen Gespräch, zu dem ich alle Beteiligten einladen werde, wird sich bestimmt alles klären lassen“, teilte der Bürgermeister mit. „Jetzt kann die Adventszeit kommen.“ 

In all dem Hickhack um die Weihnachtsbeleuchtung geriet ein wichtiges vorweihnachtliches Ereignis fast in den Hintergrund – was vielleicht daran lag, dass es problemlos über die Bühne ging. Am Dienstag stellten Mitarbeiter der Stadtgärtnerei den Weihnachtsbaum am Marienplatz auf. Die Rotfichte stammt heuer aus dem Garten von Gertrud Knothe, die in der Ostpreußenstraße wohnt. Das Abholen habe ohne Probleme geklappt, berichtete Rudolf Friedl von der Stadtgärtnerei. Gleiches galt anschließend für das Aufstellen des rund zwölf Meter hohen Baums.

Christoph Peters

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