Strommasten adé

Bald Vergangenheit: Der Strommast im Wald oberhalb des Lidos. Foto: Peters

Die Enrgiewende soll kommen, das ist beschlossene Sache. Einig sind sich Experten auch darüber, dass dazu eine Vielzahl neuer Stromleitungen entstehen müssen, um den Strom aus regenerativen Quellen quer durch die Bundesrepublik zu transportieren. Während also anderswo Hochspannungsleitungen zum dringend benötigten Gut werden, soll auf Schongauer Flur eine 110-Kilovolt-Leitung rückgebaut werden.

Wer im Sommer des öfteren den Schongauer Lido besucht, für den ist es ein gewohnter Anblick. Hoch oben über dem Lech spannen sich die Stromkabel von einer Seite zur anderen, getragen von zwei großen Masten. Bald schon jedoch soll dieser Anblick der Vergangenheit angehören. Der Stromkonzern Eon, dem die 33 Kilometer lange Leitung gehört, welche von Schongau nach Murnau verläuft, will die Verbindung kappen und alle 33 Masten entfernen. Drei davon stehen auf Schongauer Flur, weshalb sich jüngst der Schongauer Stadtrat mit der Thematik beschäftigte. Prinzipiell habe man nichts gegen das Vorhaben von Eon, sagte Michael Wölfle vom Stadtbauamt. Einzige Bedingung sei jedoch, dass die Grunddienstbarkeit gelöscht werde. Diese sichert dem Energiekonzern die Leitungsrechte auf dem städtischen Grundstück zu. Dies werde beim Rückbau automatisch geschehen, versicherte Eon-Netz-Pressesprecherin Michaele Fiedler auf Rückfrage des KREISBOTEN. Gleichzeitig gab sie den Zeitplan für das Vorhaben bekannt. Bereits im Januar soll mit dem Abbau der Masten und Leitungen begonnen werden. Im Juli sollen die Arbeiten beendet sein. Und auch den Grund für den Rückbau erläuterte Fiedler. So habe eine Überprüfung der Netzstruktur ergeben, dass die Leitung nicht mehr gebraucht werde, da die Region komplett vom Konkurrenten Lechwerke versorgt würde. Warum eine Leitung erhalten, die im Moment nicht gebraucht wird und nur Unterhalt kostet, dachte man sich wohl beim Energiekonzern, der nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft mit massiven finanziellen Belastungen zu kämpfen hat. Die Stadträte hatten keine Einwände gegen das Vorhaben. SPD-Fraktionschef Robert Bohrer freute sich darüber, dass der Wald, durch den die Stromschneise bislang läuft, nun wieder zuwachsen könne. Einstim-mig segnete das Gremium den Rückbau schließlich ab.

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