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Stromsparen: Licht aus an Schongaus Stadtmauer

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Von: Astrid Neumann

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Stadtmauer Sonnengraben Schongau
Am Sonnengraben soll die Beleuchtung der Stadtmauer zuerst erneuert werden. Solange dies noch nicht geschehen ist, wird die Beleuchtung der Mauer allgemein ausgesetzt. © Neumann

Schongau – Viele Kommunen ergreifen derzeit Maßnahmen, um Energie zu sparen. Auch Schongau schließt sich dem nun an: Die Lichter an der Stadtmauer bleiben künftig aus.

Als Reaktion auf die aktuelle Energiekrise und die prognostizierten kritischen Entwicklungen im Energiesektor gab Stadtbaumeister Sebastian Dietrich einen Überblick über die Situation der kommunalen Liegenschaften. „Die Energieverbräuche sind durch Corona schwierig zu bewerten“, so Dietrich in der jüngsten Sitzung des Stadtrates am vergangenen Dienstag. Deshalb habe er sich dazu entschieden, die Zahlen von 2020 für seine Betrachtung heranzuziehen.

Energieverbrauch in Schongau: Dringender Handlungsbedarf

Einen relativ hohen Energieverbrauch haben natürlich die Schulen. Außerdem verbraucht das Eisstadion in fünf Monaten etwa so viel wie die Lechsporthalle das ganze Jahr. Als „Sorgenkinder“ bezeichnete der Stadtbaumeister darüber hinaus das Plantsch und das Altenheim Heilig-Geist. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch beim Bauhof.

Auf der anderen Seite tut die Stadt aber auch viel für die Energiegewinnung. Derzeit laufen allein fünf Bauleitplanverfahren für Energiegewinnung, so nannte Dietrich den Solarpark Schongau Nord und den Solarpark an der Römerstraße als Beispiele. Zudem werde man nun die Stelle des Klimaschutzmanager ausschreiben.

Eine Maßnahme, die jetzt gleich ergriffen werden könne, betrifft die Beleuchtung der Stadtmauer. Die 42 alten Strahler verbrauchen hier pro Jahr rund 35.000 Kilowattstunden, rechnete Dietrich vor. Insgesamt kostet das etwa 12.000 Euro pro Jahr. Sein Vorschlag war es daher, die Beleuchtung so lange auszusetzen, bis diese erneuert wurde. Dem stimmte der Stadtrat einstimmig zu. Den Vorschlag begrüßte Bettina Buresch (Grüne) sehr. „Ich hatte jedes Mal Bauchschmerzen bei dieser unsäglichen Beleuchtung“, sagte sie.

Jede zweite Straßenlaterne aus?

Weitere Ideen zur Energieeinsparung brachte Hans Rehbehn (CSU) ins Spiel. Bei der Straßenbeleuchtung sollte jede zweite Laterne ausgesetzt werden, brachte er vor. Zudem sollte die Temperatur des Badewassers im Plantsch um zwei bis drei Grad abgesenkt werden. Das Plantsch habe man auf dem Schirm, so Bürgermeister Falk Sluyterman. Die Straßenbeleuchtung sieht das Stadtoberhaupt aber eher kritisch wegen der Verkehrssicherungspflicht. Zudem sei die Straßenbeleuchtung zum Großteil bereits auf LED umgerüstet worden, ergänzte Sebastian Dietrich. „Wir werden es trotzdem im Hinterkopf behalten“, versprach der Stadtbaumeister aber.

Vorschlag: Spätere Eisbereitung

Eine weitere Anregung brachte Tobias Fuhrmann (SPD) vor: Er plädierte dafür, einen Brandbrief an den Eishockey-Verband (BEV) zu richten, worin eine spätere Eisbereitung gefordert wird. Zudem sollte ein Umstieg auf synthetisches Eis (also Kunststoffplatten, d. Red.) in Betracht gezogen werden. „Es gibt gute Alternativen“, so Fuhrmann. In der Tat sei es schwierig darstellbar, wenn im Stadion Eis bereitet werde, wenn nebenan die Leute noch ins Freibad gehen, so Sluyterman. Da synthetisches Eis derzeit nicht zulässig sei, wolle man sich um eine spätere Eisbereitung bemühen, versprach er.

Auf die vielen Verbrauchermärkte und Parkflächen in der Stadt ging Ilona Böse (SPD) ein. Hier sollte viel mehr auf Photovoltaik gesetzt werden. Zudem wären laut Böse auch begrünte Dächer in diesen Fällen wünschenswert.

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