100 Tage im Bürgermeisteramt:

Georg Saur aus Ingenried im Gespräch: "Gemeinsam viel bewegen"

+
Seit 100 Tagen im Amt: Georg Saur.

Ingenried – Seit Anfang Mai haben einige Gemeinden in der Region ein neues Oberhaupt. Nach 100 Tagen im Bürgermeisteramt ziehen sie im Kreisboten eine erste Bilanz. Heute: Georg Saur aus Ingenried.

Wie hat sich Corona auf ihre ersten 100 Tage im Bürgermeisteramt ausgewirkt?
Saur: „Corona war und ist noch immer ein Thema im Alltag des Bürgermeisters. Vom Kindergarten, Dorfladen, Mehrzweckhalle, Freibad über Sitzungen und Besprechungen bis hin zu Weiterbildungsmöglichkeiten und Gesprächen mit den Vereinen. Die Beschränkungen und Auflagen fordern weiterhin höchste Aufmerksamkeit im Gemeindealltag.“

Welche der Projekte, die Sie im Wahlkampf als vorrangig herausgestellt haben, haben Sie bereits in Angriff genommen?
Saur: „Unser vorrangiges Ziel ist die hohe Lebens- und Wohnqualität in unserer Gemeinde für Alt und Jung sicherzustellen. Dafür muss die gute In­frastruktur stabilisiert und entwickelt werden. Die Themen Wasser, Abwasser, Bauen und die Erweiterung des Kindergartens beschäftigten intensiv das Gemeindegremium in den letzten 100 Tagen.“

Decken sich Ihre Erwartungen an das Bürgermeisteramt mit den bisher gewonnenen Erfahrungen?
Saur: „Die Tätigkeiten und Aufgaben eines Bürgermeisters habe ich tatsächlich unterschätzt. Täglich kommen neue und umfangreiche Angelegenheiten auf den Tisch. Die bürokratischen Verwaltungstätigkeiten, das Abgleichen von Satzungen und Rechtsvorlagen nimmt neben den geplanten und laufenden Baumaßnahmen sehr viel Zeit in Anspruch. Mit jedem Tag werden die Routineprozesse mehr und ich kann mich auf neue Projekte und Herausforderungen konzentrieren.“

Welche Themen stehen beim Blick in die nahe Zukunft ganz oben auf Ihrer To-do-Liste?
Saur: „Der laufende Bau der Kindergartenerweiterung und die Erstellung einer Löschwasserreserve in Huttenried stehen ganz oben auf der Liste. Die Ersatzbeschaffung eines (Hilfeleistungs)Löschgruppenfahrzeugs für die Feuerwehr ist ein ebenso brisantes Thema.“

Viele Kommunen befürchten in Zukunft deutlich geringere Steuereinnahmen. Trifft das auch auf Ihre Gemeinde zu. Wenn ja, welche Konsequenzen werden Sie daraus ziehen?
Saur: „Die sinkenden Steuereinnahmen treffen natürlich auch unsere Gemeinde, was bei dem knappen Haushaltsvolumen ein beachtliches Problem darstellt. Wir rechnen mit Mindereinnahmen zwischen 15 und 25 Prozent. Neben den klassischen Verwaltungsaufgaben und der Aufrechterhaltung unserer Infrastruktur, bleibt finanziell wenig Spielraum für außergewöhnliche und besondere Projekte. Wichtig ist das heurige Jahr mit Bedacht und Vorsicht zu gestalten, weiter zu beobachten wie sich die finanzielle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage entwickelt und daraus ergeben sich die weiteren Planungen und Überlegungen.“

Unterscheidet sich Ihr Führungsstil von dem Ihres Vorgängers?
Saur: „Die Wertevorstellungen decken sich mit denen meines Vorgängers weitgehend. Ich bin noch am Lernen, Begreifen und Verstehen, möchte Gutes bewahren, weiterentwickeln und weniger Gutes verändern. Mit einem fast komplett neuen und erweiterten Gemeindegremium ist der Führungsstil zwangsläufig ein anderer.“

Was möchten Sie ihrer Bürgerschaft besonders ans Herz legen?
Saur: „Ich wünsche mir ein sehr vertrauensvolles, offenes, ehrliches und intensives Miteinander. Die Zukunft wird nicht einfach – aber gemeinsam können wir viel bewegen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Alkohol am Steuer: 19-Jähriger landet auf dem Bernbeurer Dorfbrunnen
Alkohol am Steuer: 19-Jähriger landet auf dem Bernbeurer Dorfbrunnen
Gaudiwurm der Nacht in Hohenfurch
Gaudiwurm der Nacht in Hohenfurch

Kommentare