Streik und Pandemie

Nach Streiks auch bei Hanes: Tarifabschluss für Textil- und Bekleidungsindustrie

Streik Tarifverhandlungen Hanes Altenstadt
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Eine Kundgebung vor dem Hanes-Werkstor in Altenstadt gab es diesmal nicht. Stattdessen beendeten die Beschäftigten ihre Schichten früher und fuhren nach Hause.
  • vonRasso Schorer
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Altenstadt – „Es ist geschafft“, erklärte Helmut Dinter, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Weilheim, am Mittwoch vergangener Woche: Der Tarifabschluss für die Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie und somit auch für die Beschäftigten von Hanes in Altenstadt steht.

Der Einigung vorangegangen war ein Warnstreik, auch in Altenstadt. Die Beschäftigten sämtlicher Schichten folgten am ruaßigen Freitag bei eiskaltem Wetter dem Aufruf der IG-Metall. So wurde unter Pandemiebedingungen in der Form gestreikt, dass es nicht eine Kundgebung vor dem Werkstor gab, sondern die Beschäftigten kurzerhand ihre Schichten früher beendeten und nach Hause fuhren, schildert Dinter.

Die Warnstreiks seien nötig gewesen, ist Carsten Kuttnik, Tarifsekretär der IG Metall Bayern für die Textil- und Bekleidungsindustrie, überzeugt. Denn frostig sei nicht nur das Wetter, sondern auch die Verhandlungen gewesen, so Dinter. Allein in Bayern beteiligten sich über 1.000 Beschäftigte aus neun Betrieben.

In der vierten Tarifverhandlung in München einigten sich die Tarifparteien nach 14 Stunden am frühen Donnerstagmorgen auf einen Tarifabschluss für die rund 100.000 Beschäftigten – davon rund 20.000 in Bayern – in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Für 2021 erhalten die Beschäftigten und Auszubildenden eine steuer- und abgabenfreie Corona-Prämie in Höhe von 325 Euro. Ab Februar 2022 steigen dann die Löhne und Gehälter um 1,3 Prozent, ab Oktober 2022 um weitere 1,4 Prozent. Das Urlaubsgeld wird ab 2022 um zwei Prozent erhöht. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten bis Ende Februar 2023.

Außerdem wird der Tarifvertrag zur Altersteilzeit fortgeführt. Das sichere den Beschäftigten einen guten Ausstieg aus dem Erwerbsleben, so die IG Metall. Die Arbeitgeber zahlen künftig mehr zum Altersteilzeitentgelt dazu: Der Aufstockungsbetrag steigt ab Juli 2021 um 30 Euro auf 630 Euro und ab Juli 2022 auf 650 Euro. Weiterhin erhöhen die Arbeitgeber ihre Zahlungen in einen Fonds zur Aus- und Weiterbildung in zwei Schritten von 12,50 Euro auf 15 Euro pro Beschäftigtem im Jahr.

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