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Taubenhaus für Schongau

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Von: Astrid Neumann

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Taubenhaus Landsberg
Landsberg hat schon eins, Schongau soll nun auch eines bekommen: ein Taubenhaus. Dort sollen die Tiere gezielt gefüttert werden. Außerdem werden dort die Taubeneier durch Attrappen ausgetauscht, um zu verhindern, dass die Population weiter wächst. © kb

Schongau – Immer mehr Tauben fühlen sich offenbar wohl in der Schongauer Altstadt. Dagegen soll nun ein kommunales Taubenmanagement eingerichtet werden. Zu der Maßnahme gehört auch ein Taubenhaus. Dem Vorhaben hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag mit einer Gegenstimme grünes Licht gegeben. 

In den letzten Jahren sei die Taubenpopulation insbesondere in der Altstadt stark angewachsen, erklärte Till Penski, Mitarbeiter im Stadtbauamt, in der Sitzung. Damit würden auch gewisse Probleme einhergehen. Penski nannte unter anderem Gesundheitsrisiko, Schäden an Gebäuden und Denkmälern durch Taubenkot, kranke Tiere durch nicht artgerechte Fütterung, Beschwerden der Bevölkerung, Kosten für Schadensbehebung und mehr.

Bereits 2019 wurde daher eine Taubenfütterungsverbotsverordnung erlassen. Jedoch hatte das Fütterungsverbot wohl nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb sollen nun weitere Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört neben dem Fütterungsverbot auch die Schaffung von betreuten Taubenunterkünften und die Aufklärung der Bevölkerung. Besonders im Sommer war oft zu beobachten, wie Leute die Tiere vor allem mit Eiswaffeln fütterten.

Taubenunterkünfte könnten hier Abhilfe schaffen. Taubenhäuser im Stadtmauerumfeld oder in nicht ausgebauten Dachräumen, die mit entsprechenden Anflugsluken und Nistnischen ausgestattet sind, könnten so die Stadttauben beherbergen, führte Penski weiter aus. Die Unterkünfte müssen dann unter fachmännischer Anleitung betreut werden. Das bedeutet, die Tauben erhalten artgerechtes Futter und werden regelmäßig beobachtet. Um die Population zu regulieren, werden regelmäßig Taubeneier durch Attrappen ersetzt. Parallel dazu sollen die offenen Nistplätze an Gebäuden und Denkmälern in der Altstadt geschlossen werden.

Die Ziele des kommunalen Taubenmanagements seien ein gesunder Taubenbestand durch artgerechte Versorgung in den Unterkünften, eine angemessen und verträglich große Population durch Geburtenkontrolle sowie die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung durch entsprechende Aufklärungsarbeit, fasste der Bauamtsmitarbeiter zusammen.

Wer betreibt das Taubenhaus in Schongau?

Geplant sei die Errichtung eines solchen Taubenhauses durch den Bauhof, führte Penski auf Nachfrage aus dem Bauausschuss aus. Auch betreiben könne das der Bauhof eventuell zusammen mit Freiwilligen. Man arbeite da auch mit dem örtlichen Tierheim zusammen und suche Ehrenamtliche, so zweite Bürgermeisterin Daniela Puzzovio. Auch einen Tierarzt habe man bereits an der Seite.

»Schaffen Teufelskreis«

„Es muss klar sein, dass die Tauben dann das ganze Jahr über brüten“, warf Bettina Buresch (Grüne) ein. „Wir schaffen damit einen Teufelskreis.“ Daher müsse auch immer Personal da sein, das die Eier austauscht. Zudem regte Buresch an, dass das Fütterungsverbot besser kontrolliert werden müsse. Bezüglich des Verbots wolle man lieber auf Aufklärung, zum Beispiel in Form von Infotafeln, statt auf Überwachung setzen, so Puzzovio weiter.

Einerseits finde sie die ganze Sache etwas aufgeblasen, andererseits könnte sie sich auch vorstellen, dass es sogar eine kleine Attraktion außerhalb der Stadtmauer für Besucher darstellen könnte, so Buresch weiter. „Wir können ja zweimal am Tag eine Taubenfütterung wie im Zoo anbieten“, scherzte Puzzovio darauf.

Mit einer Gegenstimme gab der Bauausschuss das Ok für die Einführung eines kommunalen Taubenmanagements in Schongau. Der Erste Bürgermeister wird zur Veranlassung der notwendigen Maßnahmen ermächtigt. „Ein absolutes positives Ja“, bekräftigte Kornelia Funke (CSU). Der Handlungsbedarf sei dringend. Gute Hinweise zur Bevölkerungsaufklärung habe sie bei der Stadt München entdeckt, gab sie noch mit auf den Weg.

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