Runde zwei für den Klassiker

210 Teilnehmer stehen bei "Auerberg Klassik" in den Startlöchern

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Mit dabei beim Auerberg-Rennen: die Original-Maschine, mit der Troy Corser und Herbert Schwab vor einem Jahr das englische Goodwood Revival gewannen.

Bernbeuren – Dröhnende und knatternde Motoren. Der Geruch von Benzin liegt in der Luft. Menschen in der Mode aus vergangenen Jahrzehnten streifen durch Bernbeuren. Das kann nur eines bedeuten: „Auerberg Klassik“ geht in die zweite Runde. Nachdem die Premiere 2017 ein riesen Erfolg war, soll es heuer weitergehen. Am 14. und 15. September werden sich Motorradfahrer aus der ganzen Welt in Bernbeuren treffen und gemeinsam das Auerberg-Rennen bestreiten. Natürlich ist auch für die Zuschauer wieder einiges geboten.

Ein Jahre Pause haben sich die Veranstalter vom Auerberg Klassik Verein nach der Neuauflage 2017 gegönnt. Dafür gibt es auch einen guten Grund, wie Rennleiter und 1. Vorsitzender des Vereins Hermann Köpf erklärt: „Wir hatten es von Beginn an im Zwei-Jahres-Rythmus geplant. Es steckt sehr viel Organisationsarbeit dahinter, wir machen das als Verein in unserer Freizeit.“ Außerdem wolle man die beteiligten Vereine sowie die gesamte Bevölkerung Bernbeurens nicht jedes Jahr damit strapazieren. Es solle eine besondere Veranstaltung für die Region sein und bleiben, mit interessantem Starterfeld und Maschinen, die man sonst nicht überall in Action sehen kann. „Qualität steht für uns vor Quantität.“

Von dieser Qualität scheinen auch die Teilnehmer überzeugt zu sein. 324 Anmeldungen gab es für das Rennen, wie Köpf berichtet. 210 sind letztlich zugelassen worden. Damit sind es sogar noch mehr, als vor zwei Jahren. Da waren 163 Fahrer am Start. Wie damals auch, kommen die Teilnehmer wieder aus der ganzen Welt. „Sieben Nationen sind am Auerberg vertreten“, erzählt Köpf. Die Fahrer kämen aus den USA, Japan, der Schweiz, Italien, Liechtenstein, Österreich und natürlich aus Deutschland.

Köpf wird es sich übrigens auch nicht nehmen lassen, erneut bei dem Rennen mitzumachen. Die Startnummer 183 soll ihm diesmal Glück bringen. Auf seiner Ducati 900 Königswelle, Baujahr 1979, geht es über die Ziellinie. Dabei ist seine Maschine noch ein richtiger Jungspund unter den Gefährten. 1979 ist nämlich das letzte zugelassen Baujahr. Die älteste Maschine wird heuer eine Sunbeam ‚Crocodile‘ 500 OHC Werksrennmaschine sein, die im Jahr 1925 bei der Manx Tourist Trophy von Graham Walker gefahren wurde. Als dienstältestes Motorrad wird das ‚Crocodile‘ die Bergfahrten am Auerberg eröffnen.

Aber auch die anderen Fahrzeuge müssen sich nicht verstecken. „Ganz besonders freut uns die Tatsache, dass wir in der Vorkriegsklasse (Kl.1 bis Baujahr 1939) eine sehr hohe Qualität an Maschinen sehen werden“, so Köpf. „Seltenste Original-Rennmaschinen, die bereits bei geschichtsträchtigen Rennen wie beispielsweise der Tourist Trophy auf der Isle Of Man, Monthléry bei Paris, Brooklands in England oder auch beim renommierten Goodwood Revival gefahren sind, werden in diesem Jahr auf den Auerberg fahren.“

Erst fahren, dann feiern

Was die Besucher angeht, so hat die Premiere 2017 ebenfalls sämtliche Erwartungen übertroffen. Knapp 7.000 Menschen wollten sich die Neuauflage des Klassikers nicht entgehen lassen. „Diesmal hoffen wir auf mindestens genauso viele“, zeigt sich Köpf zuversichtlich.

Und den zahlreichen Zuschauern wird natürlich wieder einiges geboten. Am Samstag startet das Event bereits um 9 Uhr mit dem Besichtigungslauf. Um 10.30 Uhr können die Fahrer ihre Testläufe absolvieren bevor um 14 Uhr das eigentliche Rennen startet. Aber das soll es für den Tag noch nicht gewesen sein. Ab 20 Uhr steigt in der Auerberghalle eine Vintage Tanz Party. Die Band Red Stixx wird dabei auf der Bühne stehen.

Allzu lange sollten aber zumindest die Teilnehmer an diesem Abend nicht feiern. Am Sonntag steht um 10 Uhr nämlich schon der zweite Wertungslauf an. Der dritte Durchgang ist um 14 Uhr. Und dann sollte er feststehen: der diesjährige „Auerberg Klassik“-Sieger. In der Auerberghalle findet die feierliche Siegerehrung um 17 Uhr statt.

Aber nicht nur die Rennteilnehmer können was gewinnen. Wie auch schon 2017 gibt es wieder den Best-Dressed-Wettbewerb. Die Besucher sind angehalten, sich in Outfits aus den 20er bis 70er Jahre zu schmeißen und so der Veranstaltung auch optisch noch das Sahnehäubchen aufzusetzen. Dafür bekommen sie nicht nur ermäßigten Eintritt. Bei der Preisverleihung für das beste Outfit am Sonntag um 16 Uhr, gibt es außerdem noch verschiedene Preise zu gewinnen. Die Verleihung findet auf dem Marktplatz statt.

Um das Programm abzurunden, gibt es auch heuer wieder eine Motorrad-Ausstellung. Zudem sorgen die Schmankerlstände auf dem Marktplatz für die richtige Stärkung. Es bleibt also alles wie gehabt. Bis auf eines, wie Rennleiter Köpf weiß. Das Oldtimer Treffen wird diesmal nicht stattfinden, „da wir den Platz als Fahrerlager für circa 20 eingeladene historische Rennautos benötigen“.

Spielt das Wetter mit?

Nur noch wenige Tage, dann geht es los. Damit ist die Vorbereitung in der heißen Phase. „Die Streckensicherung ist noch der wichtigste Punkt – etwa 1.200 Strohballen werden entlang der Strecke positioniert“, berichtet Köpf. Zudem müsse man Parkplätze ausweisen und beschildern, Essens- und Getränkestände aufbauen, Beschallung entlang der ganzen Strecke aufbauen „und natürlich für gutes Wetter sorgen“.

Obwohl natürlich jeder auf ein sonniges Herbstwochenende hofft – auch von Regen lassen sich Teilnehmer und Besucher nicht abschrecken. Das haben sie bereits vor zwei Jahren bewiesen, als das Rennen von ständig einsetzenden Schauern begleitet wurde. Und so findet die Veranstaltung heuer auch bei jedem Wetter statt. „Es sei denn, es fällt Schnee“, scherzt Köpf.

Infos rund um das Rennen finden sich auf der Webseite zum Event. Dort ist auch der Streckenplan einzusehen, der die Zuschauerbereiche zeigt. Die drei eingerichteten Parkplätze sind ebenfalls eingezeichnet.

Stephanie Novy

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