Theaterverein Schongau präsentiert Opern auf Bayrisch

Bühne frei für etwas Außergewöhnliches

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Das gesamte Ensemble für Open auf Bayrisch. In der Mitte Conny Glogger mit Gerd Anthoff (links von ihr) und Michael Lerchenberg (rechts).

Schongau – Diese Bühne ist für den Theaterverein Schongau (noch) Neuland: Er erweitert das Angebot regelmäßiger Aufführungen mit heimischen Laienschauspielern und engagiert erstmals ein Profiensemble für einen Theaterabend der Extraklasse in der Lechstadt. Gemeint ist die Vorstellung mit Opern auf Bayrisch, wozu der Theaterstadl die Schauspieler Gerd Anthoff, Conny Glogger, Michael Lerchenberg mitsamt einem Musikensemble am 17. Januar in die Lechstadt holt.

 Peter Mahl, seit 2014 Vorstand beim Theaterverein Schongau, betont ausdrücklich, dass es sich beim Abend mit Opern auf Bayrisch um ein zusätzliches Angebot handle. Keinesfalls würden damit Aktivitäten heimischer Akteure reduziert.

So werde der Theaterstadl, der heuer im Mai Herbert Rosendorfers „Vorstadtminiaturen“ auf die Bühne brachte, im Mai 2016 im Trachtenheim auf dem Helgoland wieder mit volkstümlichem Theater aufwarten. Auch Aufführungen mit der Kinder- und Jugendgruppe des Theaterstadls seien in der Weihnachtszeit wiederum geplant.

 Doch vertritt Mahl als Vereinsvorstand klar den Standpunkt, dass es zum Kulturleben einer kleinen Stadt auch gehört, bekannte Künstler nach Schongau zu holen. Dieser Aufgabe wolle sich der Theaterverein widmen. Daher präsentiere er am Sonntag, 17. Januar, im Jakob-Pfeiffer-Haus die Opern auf Bayrisch.

 Dabei hat Autor Paul Schallweg den Inhalt weltbekannter und beleibter Opern in Mundartverse gegossen. Die Szenerie der Opern wird zumeist ins bayerische Land verlegt. Dies bedeutet etwa, dass der „Fliagade Holländer“ seine Abenteuer nicht vor der rauen Küste Norwegens, sondern auf dem Starnberger See erlebt. 

Die „Übersetzung“ beziehungsweise Erklärung für die Oper Carmen heißt im Programm dann „Wia d’Liab an Sepp zum Mörder gmacht hat“. Und Mozarts „Zauberflöte“ wird zum „Wunder vom Königsee“. Die Musik zu den Opern auf Bayrisch stammt aus der Feder von Friedrich Meyer und Rolf Wilhelm. Ohne das Opern-Original aus den Augen zu lassen, fließen bei ihnen auch alpenländische und bajuwarische Klänge in die Kompositionen mit ein.

Als Sprecher nehmen die aus Funk und Fernsehen Gerd Anthoff , Conny Glogger und Michael Lerchenberg an einem einfachen Tisch auf der Bühne Platz. Anthoff kennt man zum Beispiel als g’scherten Unternehmer Rambold aus der Serie „Der Bulle von Tölz“. Conny Glogger moderiert mehrere Sendungen im Bayerischen Rundfunk und hat mehrere Rollen in TV-Serien besetzt – unter anderem im Komödienstadel.

Michael Lerchenberg ist Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Intendant. Von 2008 bis 2010 war er bei der Starkbierprobe auf dem Nockherberg der Bruder Barnabas und gab dort im Singspiel den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber.

Mit dabei in Schongau ist das Orchester zu Opern auf Bayerisch. Geleitet wird es von Andreas Kowalewitz. Er ist Musiker, Kapellmeister und Arrangeur mit zahlreichen bundesweiten mit zahlreichen Aufträgen in der Bundesrepublik und darüber hinaus.

Besonders zu nennen ist aus dem Ensemble Werner Hofmeister (Percussion). Bei Opern auf Bayrisch kommt dem Schlagwerker – um beim Theater-Jargon zu bleiben – eine besondere Rolle zu.

Karten gibt es im Vorverkauf für 29 Euro im Café Müller. Der Saal im Pfeiffer-Haus fasst knapp 400 Besucher; es empfiehlt sich eine rechtzeitige Bestellung. Bevor der reguläre Vorverkauf am 1.November beginnt, wird schon im Oktober ein bevorzugter Kauf der Karten per E-Mail an theaterstadl.schongau@gmail.com oder im Café Müller angeboten.

Johannes Jais

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