Erstes Treffen nach der Coronapause

Thema Demenz im Schongauer Seniorenbeirat

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Doris Kettner und Petra Stragies (v. links) informierten im Seniorenbeirat über das Thema „Mit Spaß aktiv Demenz vorbeugen!“. Die beiden Frauen bieten darüber hinaus Sprechstunden für Angehörige von Demenzerkrankten an.

Schongau – Das erste Mal wieder seit Corona traf sich der Seniorenbeirat der Stadt, abstandskonform, zum Thema Demenz mit den Referentinnen Doris Kettner (Fachkraft für Gesundheits- u. Sozialdienstleistungen (IHK), 1. Vorsitzende der neuen Alzheimer Gesellschaft e.V.) und Petra Stragies (Dipl.-Gerontologin, 2. Vorsitzende der neuen Alzheimer Gesellschaft e.V.). Im Anschluss wurden jene Mitglieder geehrt, die in der neuen Amtsperiode nicht mehr mit dabei sind.

Kettner und Stragies begannen das Thema „Mit Spaß aktiv Demenz vorbeugen!“ damit, wie Demenzerkrankungen entstehen, welche Symptome auftreten können und welche Altersstruktur die Patienten aufweisen. Erste Anzeichen können Probleme durch Stimmungs- und Verhaltensänderungen, unter anderem Depression und Antriebslosigkeit, sein.

Aktive Prävention

Die beiden Frauen betonten, dass eine aktive Prävention bereits im Vorfeld des üblichen Alterungsprozesses beginnen soll. An erster Stelle sollte Bewegung stehen, und dabei die eigene Ambition zu prüfen: Der eine geht gerne wandern, der andere fährt gerne Rad, optimal wäre Tanzen, Bewegung mit Musik, weil dabei gleichzeitig Konzentration und Merkfähigkeit gefördert werden. Zusätzlich stärkt Bewegung das Herzkreislaufsystem. Wichtig sei es außerdem, alles mit Freude zu tun und Spaß dabei zu haben. Eine gesunde Ernährung sowie Trainingseinheiten für Gedächtnis und Konzentration, am besten mit weiteren sozialen Kontakten, sei ebenfalls förderlich.

Kreativität und Lebensfreude

Die Referenten führten aus, dass eine mediterrane Ernährung mit wertvollen Fetten, vitaminreich und ausreichende Trinkmengen zu beachten sind. Dann ist eine zusätzliche Einnahme von pharmazeutischen Nahrungsergänzungsmitteln nicht erforderlich, deren Wirksamkeit noch nicht ganz bewiesen ist. Wichtig sei bei der Ernährung ein gutes Maß und Lebensfreude beim Essen.

Eine gute Vorbeugung ist auch ein kreatives Hobby, das Erlernen einer Sprache oder eines Musikinstrumentes. Wesentlich ist, immer wieder etwas Neues auszuprobieren, neue Wege zu gehen – das aktiviert die Gehirnzellen und verhindert einen vorzeitigen Alterungsprozess. Zusammenfassend betonten die Referentinnen, dass alle Aktivitäten Freude bereiten sollten, und keine Überforderung auslösen dürfen.

Ergänzend gelte es, andere Ursachen einer Demenzerkrankung bei einem Arztbesuch abzuklären, Probleme beim Hören und Sehen durch angepasste Hilfsmittel auszugleichen und die Teilhabe am sozialen Leben aktiv zu erhalten. Natürlich sei die beste Prävention mäßiger Alkoholgenuss, nicht Rauchen, Behandlung von Blutdruck und Optimierung des Körpergewichtes, verweisen Kettner und Stragies.

Die beiden Referentinnen bieten Angehörigen von Demenz­erkrankten Sprechstunden an und versuchen, die Aufklärungen über Demenz bereits in die Schulen zu bringen. Kettner und Stragies sind Vorsitzende der sich in Gründung befindenden Alzheimer Gesellschaft Lechrain e.V., Selbsthilfe Demenz. Weitere Information kann im Internet abgerufen werden, ebenso die angebotenen Sprechstunden. Im September organisiert Kettner außerdem wieder eine Demenz Woche in Schongau, welche im Frühjahr Corona-bedingt entfallen musste.

Lebewohl im Seniorenbeirat

Im Anschluss an die letzte öffentliche Sitzung des Seniorenbeirates hat Alexander Erhard von der Stadtverwaltung in Vertretung für den verhinderten Bürgermeister die Ehrung für die Mitglieder vorgenommen, die in der neuen Amtsperiode nicht mehr mit dabei sind. Sie erhielten eine Ehrenurkunde der Stadt.

Josef Zimmer war seit 2005 Vertreter für den VdK und kam zu den Sitzungen, sooft es seine angeschlagene Gesundheit zuließ. Trotz seiner Einschränkungen unterstützte er auch am Seniorentag nach seinen Kräften. Bislang hat der VdK leider noch keinen Nachfolger für Zimmer gefunden. „Für seinen weiteren Ruhestand wünschen wir ihm besonders Besserung seiner Gesundheit“, so die Vorsitzende Dr. Elisabeth Wagner.

Kurt Hawener war seit 2008 Vertreter der Arbeiterwohlfahrt, die im letzten Jahr ihr 100-jähriges Bestehen in Schongau feiern konnte. Neben seiner Überzeugung der sozial-gesellschaftlichen Bedeutung dieser Organisation hat er dort regelmäßig die Werbung für die Veranstaltungen übernommen. Wenn ein „starker Mann“ benötigt wurde, war Hawener immer zuverlässig zur Stelle und half tatkräftig bei allen Feierlichkeiten inklusive Stühle tragen mit, so Wagner. Nun verlässt er den Seniorenbeirat um mehr an seinem zweiten Wohnort am See leben zu können.

Wolfgang Hümmer war seit 2014 Vertreter für die Evangelische Gemeinde. Als stellvertretender Vorsitzender hat er bei beruflicher Verhinderung der Vorsitzenden die Teilnahme an landkreis- und seniorenrelevanten Gremien und Fortbildungen übernommen und in den Seniorenbeirat multipliziert. Sein Rat sei immer gerne und dankend in Anspruch genommen, dazu die Vorsitzende. Ihm ist die aktuelle Erstellung, Ausarbeitung und Fotoausstattung der überarbeiteten Seniorenbroschüre zu verdanken, die nun aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Hümmer hat die komplette digitale Arbeit übernommen, sei es die Pflege der Webseite des Seniorenbeirates beim Internetauftritt der Stadt oder Erstellen von Formularen, z. B. für den Seniorentag. Zusätzlich hat Hümmer zuverlässig die Plakate für die Sitzungen verteilt.

Stadtrat Sigi Müller hat seit 2014 zuverlässig die Anliegen des Beirates in den Stadtrat getragen und die Interessen der Senioren vertreten. „Er war uns ein guter Ratgeber durch seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und Erfahrung im Stadtrat“, so Wagner. „Seine Beiträge waren konstruktiv und hilfreich.“ Er unterstützte auch bei den Veranstaltungen tatkräftig.

Wagner bedankte sich sowohl bei den ausscheidenden als auch bei den anderen Mitgliedern des Seniorenbeirates für die konstruktive Zusammenarbeit.

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