Themen, die bewegen – Oberbayerns Landräte tagen in Schongau – Wichtiger Punkt: Energiewende

Nach der Tagung der Landräte baten (v.li.) Christoph Hillenbrand, Pia Schmal, Thomas Karmasin, Jakob Kreidl und Friedrich Zeller zum Pressegespräch. Foto: Jungwirth

Im Durchschnitt drei- bis viermal im Jahr treffen sich die 20 Landräte des Bezirks Oberbayern, um über aktuelle Themen zu diskutieren und zu beratschlagen. Als Tagungsort hatte Landrat Dr. Friedrich Zeller, der als Gastgeber fungierte, diesmal die Lechstadt auserkoren. Tagungsort war das Sparkassenforum. Dort wurde versucht, die regionale mit der nationalen Politik sinnvoll zu verbinden. Neben anderen Themen war die Energiewende ein beherrschendes Thema.

Zum Pressegespräch blieben anschließend neben Landrat Zeller, der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin, dessen Pressesprecherin Pia Schmal, Landrat Jakob Kreidl aus dem Landkreis Miesbach, der zugleich Präsident des Landkreistags ist, sowie der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. „Eigentlich stand das Thema Energiewende gar nicht auf der Tagesordnung. Aber es bewegt halt jeden“, gestand Landrat Karmasin. Gleichzeitig räumte er ein, dass gerade bei der Windkraft „der Teufel im Detail stecke“, denn: „Hier gibt es unterschiedliche Lösungsansätze“, sagte er. Wichtig sei, so Karmasin, dass die Planungen für Windkraftanlagen gemeinsam abgestimmt werden. Man habe sich in Fürstenfeldbruck vor Ort mit möglichen Standorten für Windkrafträder befasst und wolle dies nun auf die nächsthöhere Ebene, den Planungsverband, bringen. Auch Miesbachs Landrat Jakob Kreidl bekannte, wie wichtig die Energiewende ist. Auch wenn es sinnvoll sei, regenerative Energien verstärkt zu nutzen, müsse dennoch das Orts- und Landschaftsbild im Auge behalten werden. „Wir müssen regionsweit handeln, damit kein Wildwuchs entsteht“, forderte Kreidl. Dabei sei es äußerst wichtig, dass die Landkreise dieses Thema forcierten. Seit Jahresanfang, so Zeller, gehöre der Landkreis Weilheim-Schongau der Bürgerstiftung Energiewende Oberland an. Bereits fünf Jahre vorher hatten sich die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen zu diesem Bündnis, das die Wandlung hin zu einer nachhaltigen Energienutzung anstrebt, zusammengefunden. Nicht mit im Boot sitzt der Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der von Landrat Harald Kühn vertreten wurde. Kühn ist zugleich Vorsitzender des Planungsverbands Oberland. Ein Beitritt sei auch nicht vorgesehen, wie auf Anfrage des KREISBOTEN mitgeteilt wurde. Die Bürgermeister des Landkreises und die Kreisgremien haben vielmehr beschlossen, die Kreisentwicklungsgesellschaft mit den Themen Energie und Klimaschutz zu befassen. Doch die Zeit drängt: „Die Bürgermeister einiger Gemeinden scharren mit den Hufen und es gehen bereits erste Anträge ein“, betonte Kreidl. Auch andere Themen waren von Belang, wie die ärztliche Versorgung auf dem Lande. „Da können wir keine gute Position anbieten“, sagte Karmasin und meinte damit die gesunkenen Eingruppierungen von Fachärzten in Kliniken und die Folge, dass sich diese nicht mehr auf solche Stellen bewerben. „Dieser Schritt ist nicht gut“, bekannte auch Kreidl, der verdeutlichte, wie wichtig eine ausreichende ärztliche Versorgung auf dem Land ist. Doch durch die Herabsetzung der Besoldung hätten diese immer weniger Anreize, in einer kommunalen Klinik zu arbeiten.

Auch interessant

Meistgelesen

Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare