Therapiehaus Lindenhof soll noch heuer Betrieb aufnehmen

Lindenhof Therapiehaus Steingaden
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Der Lindenhof mit seinem Pferdestall sei bestens für sein Vorhaben als Therapiehaus geeignet, so der Besitzer Andreas Wöller.

Steingaden – Im vergangenen Dezember hatte die Nachricht,dass der Ort eine therapeutische Jugendhilfeeinrichtung erhalten soll, für ein gewisses Aufsehen gesorgt. Mehr als fünf Millionen Euro möchte Dr. Andreas Wöller, der schon das „Landhaus Pfaffenwinkel“ in Schongau betreibt, in den ehemaligen Landgasthof Lindenhof investieren, um ihn in eine Jugendhilfeeinrichtung umzubauen. Nun lag den Gemeinderäten eine Nutzungsänderung auf dem Tisch, damit die Einrichtung noch heuer ihren Betrieb aufnehmen kann.  

Zuletzt hatte der Lindenhof am nördlichen Ortseingang Steingadens mit Problemen in der Küche für Aufsehen gesorgt. Keine sechs Jahre ist es her, dass eine Qualitätsmanagerin den ehemaligen Landgasthof übernommen hatte und für ihre Tiere hatte ausbauen wollen. Bedingung seinerzeit war, dass die Küche weiterlaufen sollte, wofür dann die Kochprofis von RTL II nach Steingaden kommen mussten. Irgendwann nach der zweiten Sendung, die der Kölner Boulevardsender mit seinen Fernsehköchen vor Ort aufzeichnete, verlor sich dann die Spur, der Landgasthof stand leer. Bis ihn Andreas Wöller aufkaufte, der dort eine Tiergestützte Therapie für junge Menschen anbieten will. Der Hof mit seinem Pferdestall sei bestens geeignet, erklärt der Nervenarzt, der die Jugendlichen auch medizinisch begleiten will. Geschäftsführerin des Therapiehauses soll Charlotte Streif werden, die auch dem Marienheim in Peiting als Geschäftsführerin vorsteht.

Schwerpunkt der Arbeit Wöllers soll eine naturnahe, ökologische tiergestützte Therapie für Menschen werden, die in jungen Jahren an psychischen Erkrankungen wie Angst-, Ess- oder Panikstörungen oder Schizo­phrenie leiden. Man werde keine Menschen mit antisozialen Persönlichkeitsstörungen oder Drogen- und Alkoholabhängige aufnehmen, versuchte Wöller seinerzeit Ängste zu entkräften, Steingaden solle eine Art „Klapsmühle“ bekommen. Man wolle die jungen Menschen, die vorwiegend aus psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtungen aus ganz Deutschland kommen werden, begleiten auf dem Weg in ein normales Leben. Der Lindenhof werde eine Art Reha-Einrichtung, so Wöller. Langfristig sollten 25 Arbeitsplätze in Steingaden geschaffen werden, Erzieher und Sozialpädagogen, Psychologen und Tiertherapeuten sowie weitere Helfer.

Hatte der Gemeinderat das Vorhaben seinerzeit sehr wohlwollend begrüßt, mussten sich die Räte nun mit einer Nutzungsänderung beschäftigen. Darin geht es darum, im Bestand acht Zimmer für Jugendliche zu schaffen, ehe mit der weiteren Sanierung des Hauses fortgefahren werden kann. Dem stimmten die Räte letztlich so zu. Auch den Antrag auf Abbruch des bestehenden Wohnhauses und den Neubau eines Wohnhauses mit Garage als Ersatzneubau in Steingädele 5 befürworteten sie.

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