Mit Abschied von Bürgermeister Hadersbeck

Traditioneller Neujahrsempfang in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt

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Bürgermeister Albert Hadersbeck durfte sich über den aus den Händen von Oberstleutnant Robert Badstübner und Oberstleutnant Udo Francke (rechts) empfangenen Präsentkorb freuen. Da er bei den Kommunalwahlen im März nicht mehr antritt, war er zum letzten Mal als aktiver Bürgermeister beim Neujahrsempfang in der Kaserne.

Altenstadt – Wie in den zahlreichen Jahren zuvor waren am vergangenen Donnerstag wieder viele zivile und militärische Gäste der Einladung zum Neujahrsempfang in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne-Kaserne in Altenstadt gefolgt. Wie erstmalig im vergangenen Jahr hatten der Standortälteste und Kommandeur des Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillons 3 Oberstleutnant Robert Badstübner und der Leiter des Ausbildungsstützpunktes Luftlande und Lufttransport, Oberstleutnant Udo Francke hierzu eingeladen.

Oberstleutnant Badstübner konnte zahlreiche regionale politische und gesellschaftliche sowie hochrangige militärische Gäste willkommen heißen. Zu ersteren gehörte der Bürgermeister der Garnisonsgemeinde Altenstadt Albert Hadersbeck und mehrere Angehörige des örtlichen Gemeinderats. Auch der Erste Bürgermeister von Schongau Falk Sluyterman sowie die Rathauschefs mehrerer umliegender Gemeinden als auch der Abgeordnete im Bayrischen Landtag Harald Kühn und zahlreiche Vertreter regionaler Institutionen waren der Einladung gefolgt. Und wie schon in den zurückliegenden Jahren nutzte Landrätin Andrea Jochner-Weiß den Empfang dazu, sich an die versammelten Gäste zu wenden. Mit Blick auf die Bundeswehrstrukturreform Anfang des letzten Jahrzehnts stellte sie erneut heraus: „Die Truppe wollte dableiben und wir wollten sie auch behalten“. Für die Zukunft wünschte sie sich, dass das gute Miteinander zwischen der Truppe, der Bevölkerung und der Politik andauert und dass sich die Soldaten hier weiterhin wohlfühlen.

Oberstleutnant Robert Badstübner hob die enge und gute Zusammenarbeit zwischen den von ihm und Oberstleutnant Udo Francke geführten beiden großen Dienststellen am Standort hervor. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr zog er sowohl für sein Bataillon als auch für den Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport eine positive Bilanz. So hätten sich die Vorboten der Umstellung der Unteroffizier- und Feldwebelausbildung im vergangenen Jahr bereits erheblich ausgewirkt. Die Einführung der „neuen“ Grundausbildung ab Juli 2019 mache den künftigen Führernachwuchs noch zielgerichteter fit für den herausfordernden Gefechtsdienst und künftige Ausbildungsabschnitte, so Badstübner zu den wesentlichen Herausforderungen seines Bataillons. „Ein erstes Fazit ist positiv. Die körperliche Leistungsfähigkeit hat sich im Zuge der Ausbildungsumstellung deutlich gesteigert“, sagte er mit Hinweis auf die hierzu durchgeführten Leistungsüberprüfungen. Da­rüber hinaus habe es auch gegolten, den neu konzipierten Unteroffizier- und Feldwebellehrgang umzusetzen. Hier vermittele man Themen der Inneren Führung, einer sehr umfänglichen Rechtsausbildung, weiterführende Gefechtsdienstthemen sowie eine Schießausbildung an allen Handwaffen. All dies habe auch eine höhere Präsenz in den umliegenden Wäldern zur Folge gehabt, so der zuständige Kommandeur weiter. Er verschwieg nicht, dass dabei auch Übungsschäden entstanden sind. „Umso mehr möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bei Bürgermeister Hadersbeck für die enge Zusammenarbeit und das kooperative Verhalten bedanken“, so Badstübner. Mit seiner Hilfe sei es zu einem sehr schnellen und konstruktiven Gespräch mit einem positiven Ergebnis für alle Beteiligten gekommen.

Insgesamt war das Bataillon für mehr als 1.400 Lehrgangsteilnehmer Anlaufstelle und erste militärische Heimat. „Für mein Bataillon kann ich feststellen, dass das gesamte Ausbilder- und Führungspersonal unseren künftigen Führernachwuchs bestmöglich aufgenommen, ausgebildet und auf den ersten Schritten ihres weiteren militärischen Lebens begleitet hat“, resümierte der Kommandeur.

"Gute Verbundenheit"

Im Rückblick auf das Jahr 2019 hob er die öffentlichen Vereidigungen in Schongau, Bern­beuren und Altenstadt hervor, die sowohl für die jungen Soldaten, aber auch für seine militärische Führung ein besonderes Erlebnis gewesen seien. Er hofft darauf, auch 2020 die gute Verbundenheit des zivilen und militärischen Bereichs im Rahmen öffentlicher Vereidigungen dokumentieren zu können.

Im Zuge seines Ausblicks auf dieses Jahr kündigte er weitere Veränderungen aufgrund der Umstellung der Unteroffizier- und Feldwebelausbildung an, auf die mit dem verfügbaren Personal reagiert werden müsse.

Für den Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport stellte er heraus, dass sich der Trainingsbedarf weiterhin kontinuierlich erhöht. So beispielsweise wachse der Bedarf an der Automatiksprungausbildung von knapp 450 auf 750 Lehrgangsplätze. Eine ähnliche Entwicklung ist im Bereich Luftumschlag zu verzeichnen und bei der Freifallausbildung habe sich der Bedarf sogar verdreifacht. Ob dies Auswirkungen auf die Struktur des Ausbildungsstützpunktes hat, bleibe aber zunächst noch offen. Im Jahr 2019 wurden 1.200 der 1.324 vorgehaltene Plätze in insgesamt 31 Trainings genutzt. Und das trotz der erheblichen Einschränkungen durch die Schneemassen zu Jahresbeginn, die die Infrastruktur an die Belastungsgrenze geführt hatten. Die Ausbildungsleistung konnte aber nur mit der Unterstützung von externen Gastausbildern erfolgen. Badstübner berichtete, dass es dieser Unterstützung bei mindestens neun Durchgängen auch in diesem Jahr bedürfe, wenn die Ausbildungskapazität auf 1.600 Lehrgangsplätze erhöht werden soll.

Neben vielen anderen Projekten war die Einrichtung des European Air Movement Training Centers auf Antrag des europäischen Lufttransportkommandos und die Durchführung des Advanced combined Air Terminal Training, kurz ACATT, von besonderer Bedeutung für den Ausbildungsstützpunkt. Das erste Training sei hier zusammen mit einem internationalen Ausbildergremium und Lehrgangsteilnehmern aus sechs Nationen mit herausragendem Erfolg durchgeführt worden. Im Bereich der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung erfolgte Anfang Juni letzten Jahres erstmalig das Absetzen bestimmter Lasten aus dem A 400M beim Ausbildungsstützpunkt.

Anlässlich der Intensivierung des Ausbildungsbetriebes und nicht zuletzt auch dem damit einhergehenden Einsatz der A 400M gab es Ende Mai eine Bürger-Informationsveranstaltung für die Anwohner des Heeresflugplatzes mit Schwerpunkt der Gemeinde Schwabniederhofen zu den Flugbewegungen und den Luftlärmbelastungen. Die im Zusammenwirken mit Bürgermeister Albert Hadersbeck zustande gekommene Veranstaltung hatte sich für alle Beteiligten als sehr informativ erwiesen, so Badstübner.

Im Bereich der Infrastruktur stehen vielfältige Maßnahmen an. Nach der Asphaltierung des Zubringerweges werde auch die Start- und Landebahn asphaltiert. Des Weiteren befinde sich das Projekt „Windtunnel Altenstadt“ auf einem guten Weg.

Erneut wusste auch die Sportfördergruppe, die schon über Jahrzehnte hinweg mit Spitzenleistungen bei vielen großen Wettbewerben brilliert, im zurückliegenden Jahr zu überzeugen. Bei den alle vier Jahre stattfindenden Military World Games konnte sie vier der insgesamt zehn Goldmedaillen sowie zwei Silbermedaillen erringen.

Eine ganz besondere Würdigung hatten sich die Oberstleutnante Badstübner und Francke bis zum Schluss aufgehoben. Beide überreichten dem bei den nächsten Kommunalwahlen im März nicht mehr antretenden Bürgermeister Albert Hadersbeck einen Geschenkkorb „als Dank für Ihre Leistungen hier am Standort Altenstadt“, so Badstübner an den scheidenden Bürgermeister.

Auch dank der musikalischen Begleitung durch das Saxofon-Trio des Heeresmusikkorps Ulm unter der Leitung von Hauptfeldwebel Silvia Bleicher stellte die Veranstaltung für alle Anwesenden einmal mehr einen sehr gelungenen Jahresauftakt in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne dar.

mel

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