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Trauer um Kreisrat Hans Schütz

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Von: Johannes Jais

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Hans Schütz Aiwanger
War zwar nie Mitglied bei den Grünen; aber wenn es um grüne Themen ging, war er ein leidenschaftlicher Streiter, der sein letztes Hemd gab: Hans Schütz (links), hier mit Renate Müller und Irmgard Schreiber-Buhl bei Minister Hubert Aiwanger. © Jais

Peiting – Er war ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine bessere Umweltpolitik und er war in vergangenen Jahren auch ein schöpferischer Literat: Hans Schütz ist plötzlich verstorben und wird am morgigen Mittwoch in Peiting zu Grabe getragen. Seit 2002 hat er dem Kreistag von Weilheim-Schongau angehört. Er hinterlässt Frau und drei Söhne. 

Obwohl Schütz nie Mitglied der Partei war, ist sein Engagement für die Grünen im Landkreis tatkräftig gewesen. 20 Jahre saß er für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis­parlament. Kaum jemand anderer hat sich in den vergangenen Jahren in der Region so leidenschaftlich für Umweltbelange eingesetzt.

Geboren ist Hans Schütz in Lechbruck. Er ist nahe am Lech aufgewachsen; die Landschaft um diesen Fluss – da naturbelassen, dort aufgestaut – wird ihn fürs ganze Leben prägen. Viele Jahre unterrichtete Schütz an der Mittelschule in Peiting; in der Marktgemeinde war er mit der Familie auch zu Hause.

Umweltpreis

Im Kreistag ist von Schütz so mancher Impuls ausgegangen; 2016 wurde ihm der Umweltpreis des Landkreises Weilheim-Schongau verliehen – als Anerkennung für den Einsatz im Bereich der Umweltbildung, der Umweltpädagogik und als Literat. Schon im Jahr 2010 wurde Schütz für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Umweltbereich mit der Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern geehrt.

Für den Peitinger Marktgemeinderat hat Schütz nie kandidiert. Doch bei der Gründung des Ortsverbandes vor knapp zehn Jahren hatte er eine wesentliche Rolle gespielt, wie sich Grünen-Gemeinderat Thomas Elste erinnert. Schütz sei selbstbewusst, wortgewandt und doch als angenehmer Mensch aufgetreten. Stets habe er klare Positionen vertreten, weiß Elste an ihm zu schätzen.

Mit dem Satz „Er hatte einen größeren Horizont“ verweist Elste auf das regionale und landesweite Engagement, das Hans Schütz gezeigt hat. Schütz kämpfte bayernweit schon ab den neunziger Jahren für die Initiative „Das bessere Müllkonzept“. Er war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Dachverbands der Bayerischen Müllinitiativen. Außerdem agierte er in überregionalen Organisationen, die kritisch zur Mobilfunkstrahlung standen. Zudem war er für die OHA aktiv, womit die alternative Monatszeitschrift im Pfaffenwinkel gemeint ist.

In den vergangenen Jahren setzte er sich in der Umweltinitiative Pfaffenwinkel ebenso für die Reaktivierung der Fuchstalbahn ein. Und Schütz stand auch in der ersten Reihe, als es um den Protest dagegen ging, dass im Heizkraftwerk Altenstadt das Verbrennen sogenannter Ersatzstoffe genehmigt wird.

Literarische Seite

In den letzten 15 Jahren lernt man die literarischen Seiten des Hans Schütz kennen. Zunächst erschien 2006 die sehr erfolgreiche autobiographische Erzählung „Nebelstochern – Eine Kindheit am Lech“. Im Jahr 2008 folgte ein Gedichtband mit dem Titel „Ich nehm’ das Tagesgedicht“ und im Sommer 2011 der Roman „Ludwig zum Zweiten“, der die 68er Generation auf dem Lande thematisiert. Für die zweite Anthologie des Landsberger Autorenkreises „Literarisches Lechrauschen“ zeichnete er als Herausgeber verantwortlich.

Zehn Jahre ist es her, dass in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Eberhard Pfeuffer (Fotografien) der Bild- und Textband „Lechliebe“ herauskam, zu dem Hans Schütz die Prosa- und Lyriktexte beisteuerte. Im September 2017 erschien ein Buch samt beiliegender CD mit Mundarttexten in Ostallgäuer Sprache unter dem Titel „Allrhand Duranand“. Seit Dezember 2021 ist das neueste Buch mit dem Titel „Scherzgedichte“ erhältlich.

Schütz brachte sich auch in den Landsberger Autorenkreis ein. Meist von Musikgruppen umrahmt, hat er selbst zahlreiche Lesungen gehalten, zuletzt in Burggen und Lechbruck. Für den Herbst war bereits eine Lesung im „Egger-Stadel“ in Peiting in Vorbereitung. Dazu wird es nicht mehr kommen.

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