Der Kunstrasenplatz kommt

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So sieht die Planung für die zwei Fußballplätze aus: auf der Westseite das Spielfeld mit Kunstrasen (links), auf der Ostseite das natürliche Spielfeld. Nördlich davon soll nahe der alten Hausmülldeponie das Heim mit dem Umkleiden errichtet werden.

Peiting – Ein Spielfeld wird herkömmlich errichtet; das zweite wird als Platz mit Kunstrasen ausgeführt: So ist es beschlossene Sache bei den Fußballplätzen, die in Peiting südlich von Bauhof und Feuerwehrhaus entstehen. Das Votum im Gemeinderat fiel deutlich aus. Es gab drei Gegenstimmen. Die große Mehrheit im Gremium konnte die Bedenken von Thomas Elste (Die Grünen) zur Umweltbelastung wegen der Mikrofasern im Kunstrasen ebenso wenig teilen wie die Sorge, dass solches Material schwierig zu entsorgen sei und teure Folgekosten verursache.

Mit dem Beschluss vom Dienstagabend ist der Weg – endlich – frei für eine Realisierung der zwei Fußballplätze, worauf die Fußballabteilung Peiting seit mehreren Jahren drängt. Hubert Strobel, zweiter Vorstand der FA, verwies im Gemeinderat erneut auf den Spielbetrieb der Abteilung. Die FA hat 20 Mannschaften. Darunter sind 14 Jugendmannschaften mit 350 Kindern, die regelmäßig trainieren. Dabei sei neben dem Naturrasen ein zweites Spielfeld mit Kunstrasen eine wesentliche Verbesserung, zumal dieser auch in den Wintermonaten zu nutzen sei und weniger Verletzungsgefahr bedeute.

Wie TSV-Vorstand Günther Neureuther und Hubert Strobel von der FA Peiting im Anschluss an die Gemeinderatssitzung erklärten, wird das natürliche Feld heuer errichtet. Beim Kunstrasenplatz soll 2017 zumindest der Unterbau erstellt werden. Eine Vereinbarung zwischen Gemeinde und TSV besagt, dass seitens der Kommune maximal 1,2 Millionen Euro für den Bau der zwei Plätze, für das Heim mit den Umkleiden und für die Geländenovellierung zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird jeweils die Hälfte heuer und nächstes Jahr in den Haushalt der Gemeinde eingestellt. Bauherr ist aber nicht der Markt Peiting, sondern der Sportverein.

In der Sitzung war zu erfahren, dass der Naturrasenplatz mit 220 000 Euro veranschlagt ist. Das Spielfeld mit Kunstrasen kostet zirka 300 000 Euro. Es verursache aber in der langjährigen Nutzung weniger Kosten beim Unterhalt, hieß es.

Blick nach Schwabbruck

Thomas Elste (Die Grünen) hatte ebenso wie Fraktionskollegin Silvia Ruhfass-Bückle und wie Alfred Jocher (parteilos) gegen die Ausführung als Kunstrasenplatz gestimmt. Jocher sagte im Gemeinderat: „Mittlerweile ist mein Faible für einen Kunstrasenplatz geschmolzen.“ Er verwies auf die Anlage in Schwabbruck, wo die Euphorie ebenfalls gewichen sei. Hubert Strobel, der als B-Jugend-Trainer für Schwabsoien und Schwabbruck das Gelände dort gut kennt, antwortete darauf, dass der Platz „in seinen Augen“ zu wenig gepflegt wird. Das Granulat werde zu selten erneuert. Außerdem sei der Platz durch ganztägigen Spielbetrieb teils ab 8 Uhr schon extrem strapaziert.

Auf den Einwand Elstes und Jochers zu den Folgekosten entgegneten Hubert Strobel von der FA Peiting und Marko Schurig von der Firma Richter Sportstättenkonzepte (Hermsdorf), dass man einen Kunststoffrasen „mit einfachen Mitteln“ reparieren könne. Eine Ausbesserung sei punktuell möglich, zum Beispiel durch Herausschneiden und Neueinsetzen am Elfmeterpunkt.

Weitere Bedenken Elstes betrafen ein eventuelles Krebsrisiko wegen bestimmter Schwermetallpartikel in den Fasern des Kunstrasens bzw. die Gefahr, dass sich Mikroplastiken abläsen und ins Grundwasser gelangen. Dazu sagten Schurig und Strobel, der Kunstrasen werde durch ein neues Verfahren einer Schweizer Firma hergestellt, das ohne das spezielle Granulat auskomme. Das Polyäthylen des Kunstrasens sei UV-beständig und recycelbar, ergänzte Landschaftsarchitekt Schurig.

jj

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