Trotz Prügelattacke kein Geld für Streetworker

Die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen steigt – auch in Schongau, wie sich unlängst beim Überfall auf einen 54-Jährigen gezeigt hat. Der Mann verlor dabei ein Auge, und der 15-jährige Täter sitzt in Untersuchungshaft. Grund genug für die Jugendbeauftragte im Stadtrat, Ilona Böse (SPD), den Antrag auf Beschäftigung eines Streetworkers zu stellen. Doch damit blitzte sie ab.

„2150 Kinder und Jugendliche, die 29 unterschiedlichen Nationen und Kulturen angehören, wohnen und leben in Schongau“, berichtete Böse dem Stadtrat. „Nicht nur die Alkoholexzesse bei den Jugendlichen verbreiten sich immer mehr, sondern auch die Gewaltbereitschaft hat vor den Toren unserer Stadt nicht Halt gemacht. Deshalb sehe ich es als dringend notwendig an, dass trotz angespannte Haushaltslage präventive Maßnahmen ergriffen werden“, forderte sie. Auffällige Jugendliche dürften nicht mehr ins Jugendzentrum und hingen deswegen nur noch auf der Straße rum, argumentierte Ilona Böse. Wenn diese Teenager keine Betreuung und keinen Ansprechpartner hätten, sei der nächste Schritt hin zur Gewalt oft nur sehr klein. „Ich bitte Sie, mich hierbei zu unterstützen“, appellierte die Jugendbeauftragte und verwies darauf, dass auch andere Gemeinden, wie Weilheim oder Peißenberg, bereits eine solche Stelle eingerichtet hätten. Dass die Arbeit eines Streetworkers durchaus sinnvoll sei, gestand ihr Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) zwar zu. Gleichzeitig verwies er allerdings auf die desolate Haushaltslage, so dass für solche Ausgaben schlichtweg keine Mittel vorhanden seien. „Ich schlage vor, dass wir sehen, ob wir mit anderen Gemeinden, die ja auch Probleme mit ihren Jugendlichen haben, zusammenarbeiten können“, erwiderte Gerbl. Zugleich verwies er auf die Möglichkeit, ob eine Trägerschaft, wie die Brücke Oberland e.V. oder die Herzogsägmühle ins Boot geholt werden könnte. Immerhin koste ein Streetworker 49 Euro in der Stunde, von denen lediglich sechs Euro bezuschusst würden. „Ich finde den Antrag gut, denke aber auch, dass die momentane Haushaltslage hierfür keinen Spielraum lässt“, verdeutlichte Brigitte Ressle (UWV). Auch sie schlug im gleichen Atemzug vor, auszuloten, ob nicht eine Kooperation mit einer anderen Institution möglich sei. Dem stimmten anschließend sowohl Antragstellerin Böse als auch der Rest des Stadtrats einstimmig zu.

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