An den neuen Fußballplätzen

Gemeinde Peiting muss nun auch die Umkleiden selbst errichten

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Eines der beiden neuen Trainingsfelder: der Kunstrasenplatz. Umkleiden fehlen noch.

Peiting – Eigentlich hieß es, dass die Gemeinde Peiting die zwei Fußballplätze auf der alten gemeindlichen Deponie bei der Kiesgrube Stich & Schäller errichtet und die Fußballabteilung danach den Bau der Umkleiden übernimmt. Doch da folgt die kalte Dusche: Die Sparte sieht sich dazu weder finanziell noch durch handwerkliche Eigenleistungen in der Lage. Konsequenz: Die Gemeinde springt ein und bezahlt das Gebäude, das auf zirka 400.000 Euro veranschlagt wird.

Bei zwei Gegenstimmen, die von Alfred Jocher und Christian Lory (Unabhängige) kamen, hat das Gremium mit großer Mehrheit dem neuen Vorgehen zugestimmt. Die Umkleiden mit Duschen, Toiletten und zwei Schiedsrichterkabinen sollen im Jahr 2020 gebaut werden.

Zudem wird die Marktverwaltung einen Pachtvertrag mit dem TSV Peiting schließen. Die Höhe der Pacht ist noch nicht genau festgelegt; sie ist mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband abzustimmen, der Erfahrungswerte aus anderen Städten und Gemeinden hat. Gemeinderat Jocher sagte dazu, dass die angesetzten 10.000 Euro im Jahr für den Unterhalt der Plätze kaum reichen dürften.

Langwieriges Thema

Bürgermeister Michael Asam holte aus, als er in das Thema einführte. „Die ganze Geschichte zieht sich seit Jahren hin.“ Bereits im September 2009 wurde das gemeindliche Kiesgrubengelände als Standort für zwei neue Trainingsfelder festgelegt. Vor sieben Jahren wurde der Vorschlag erarbeitet, dass der Markt Peiting für die Kosten zur Herstellung aufkommt. Inzwischen sind die Plätze fertig; dafür sind 1,4 Millionen Euro aufgewendet worden.

Auf der anderen Seite sollte der Verein bzw. die Sparte Fußball (FA) das Umkleidegebäude in Eigenleistung, mit eigenen Mitteln sowie durch Sponsoring finanzieren. Veranschlagt waren und sind dafür zirka 400.000 Euro. „Kein Bagatellbetrag“, so Asam, der zugleich ein Provisorium wie einen Bauwagen ausschloss.

Der Kunstrasenplatz ist ab Juni bespielbar. Das zweite Trainingsfeld – ein Naturrasen – kann erst später freigegeben werden. Dort müssten Schäden vom langen Winter beseitigt werden, merkte der Rathauschef an.

Im Februar kam es zu einer Besprechung zwischen Vertretern der Marktverwaltung, des TSV und der FA. Da hieß es, dass letztere über keine Rücklagen verfüge. Sie könne neben den Einnahmen aus einer möglichen Fremdverpachtung, die aber aus Sicht der Gemeinde erst ab dem Jahr 2021 aufgenommen werden soll, eine Miete von 750 Euro pro Monat aufbringen.

Im April folgte ein Gespräch mit Vertretern aller Fraktionen, des TSV und der Sparte. Dabei kamen die Gemeinderäte zum Entschluss, dass der Markt Peiting die Umkleiden 2020 selbst errichten soll. Grund: Es zeichnete sich ab, dass die FA weder über Kapital verfügt noch über Möglichkeiten, Eigenleistungen zu erbringen. Der Hauptverein bot an, 50.000 Euro beizusteuern sowie ein Darlehen in gleicher Höhe an die FA zu geben.

Asam schilderte die Lage so: Einerseits habe man nach Kompromissen gesucht, ohne „große Verletzungen“ bei der Gleichbehandlung der Vereine zu verursachen. Andererseits sei es „nicht unser Ansinnen“, dass jugendliche oder erwachsene Sportler verschwitzt heimfahren.

Dem Vorschlag Jochers, das Gebäude in Holzständerbauweise zu errichten, um damit Kosten zu ersparen, widersprach Norbert Merk. Solche Gebäude seien allenfalls für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt.

Gunnar Prielmeier und Alexander Zila (beide SPD) brachten dazu einen anderen Aspekt ins Spiel: Mit Blick darauf, dass die Gemeinde an der Schlossberghalle ein neues Jugendzentrum errichten will, könnte der TSV Peiting günstig einen Streifen vom vereinseigenen Grundstück abtreten; die Gemeinde könne dies für Parkplätze und für den Außenbereich gut gebrauchen.

Diese Anregung haben auch TSV-Vorsitzender Günther Neureuther und dessen Vize Hans Schilcher (zugleich Finanzchef im Verein) wohl vernommen. Sie verfolgten die Diskussion im Gemeinderat auf den Besucherstühlen.

jj

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