Geiselnahme und SEK inklusive

TV-Richter Alexander Hold dreht in Schongauer Klinik

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Und Action: Richter Alexander Hold (li.) erklärt dem ermittelnden Komissar die missliche Lage.

Schongau – Wenn ein Sondereinsatzkommando im Spiel ist, bedeutet das normalerweise nichts Gutes. Schon gar nicht, wenn der Schauplatz des Geschehens ein Ort wie das Schongauer Krankenhaus ist. Dort stürmten bewaffnete Polizeibeamte am vergangenen Donnerstag ein Patientenzimmer, wo sich angeblich ein Geiselnehmer verschanzt hatte. Echt war allerdings nur die Kulisse.

„Achtung. Wir drehen. Und los“: Aufnahmeleiter Klaus Kather gibt das Kommando, der Kameramann startet die Aufnahme. Polizisten betreten den langen Flur der Station 4 im Schongauer Krankenhaus. Sie eilen auf einen Mann im Anzug zu, der zuvor die Situation in die Kamera geschildert hat und die Hauptperson ist. Sein Name: Richter Alexander Hold. 

Vielen dürfte der Name ein Begriff sein. Über ein Jahrzehnt verhandelte der Kemptener Jurist in seiner pseudo-dokumentarischen TV-Nachmittagsshow fiktive Gerichtsfälle. In Schongau drehte er am vergangenen Donnerstag und Freitag für eine neue Folge der Nachfolgesendung „Im Namen der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie!“

Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann hatte nicht lange gezögert, als die Produktionsfirma vor kurzem anfragte, ob man am Schongauer Krankenhaus drehen könne. Das lag vor allem daran, dass die Klinik gerade die Station 4, auf der sich die Innere Medizin befand, stillgelegt hatte und somit als Drehort anbieten konnte. „Anders wäre das nicht gegangen, ohne den Klinik-Alltag zu stören“, sagte Lippmann, für den Anfragen von Filmteams, die geeignete Kulissen suchen, nichts Ungewähnliches sind. „Aber jetzt hat es zum ersten Mal geklappt.“ 

Rund 30 Mann ist das Film-Team stark. Nacheinander werden die verschiedenen Szenen abgedreht, die sich der Drehbuchschreiber ausgedacht hat. An Dramatik wird nicht gespart. Alexander Hold verhandelt direkt mit einem Geiselnehmer, der sich in einem Patientenzimmer verschanzt hat. Natürlich erklärt der Richter auch gleich noch dem hinzueilenden Kommissar samt SEK, wie sich die Situation seiner Meinung am besten lösen lässt. Der Richter, ein Macher. 

Nicht immer sind die Darsteller inklusive der Hauptperson textsicher, nicht immer wirken sie überzeugend in der Rolle, die sie spielen. Doch nach zwei, drei Anläufen sind die Szenen meist im Kasten. Zeit ist schließlich Geld. Nur zwei Tage sind für die Dreharbeiten in der Schongauer Klinik angesetzt. Ende Januar soll die Folge bereits im Fernsehen zu sehen sein. 

„Wir erhoffen uns davon natürlich eine Steigerung des Bekanntheitsgrads“, erklärte Lipp-mann. Auch wenn sein Haus in der Serie zum Marien-Krankenhaus wird. „Und natürlich ist das auch für die Mitarbeiter was schönes. Die schauen immer mal wieder vorbei“, berichtete der Geschäftsführer lächelnd. 

Doch nicht nur dort haben sich die Dreharbeiten schnell rumgesprochen. Plötzlich steht eine ältere Frau mit ihrem Rollator im Gang. Sie will Hold sehen und ist merklich enttäuscht, als sie erfährt, dass der Richter gerade nicht zu sprechen sei. „Ein Fan“, kommentiert Lippmann glucksend. „Die gibt’s natürlich auch unter den Patienten.“ 

Die Alexander Hold-Crew ist nicht das einzige Film-Team, das an diesem Tag im Schongauer Krankenhaus mit der Kamera unterwegs ist. „Wir drehen gerade selbst einen Image-Film“, verriet der Geschäftsführer. Eine Geiselnahme, soviel steht jetzt schon fest, wird darin wohl eher nicht vorkommen.

Christoph Peters

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