Sich einmischen

Aufwind e.V. sieht für Hohenpeißenberg noch überall Luft nach oben

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Ein neuer Handlauf am Hohenpeißenberger Badesee erleichtert den Einstieg.

Hohenpeißenberg – Um „sich einmischen“, Utopien und Visionen ist es beim Neujahrsempfang von Aufwind e.V. Hohenpeißenberg gegangen. Bürgermeister Thomas Dorsch bezog zu mehreren interessanten Wortmeldungen Stellung.

Mit einem Rückblick auf 2019 begann Gabriele Seitz-Hoffmann, 1. Vorsitzende von Aufwind e.V., ihre Rede vor rund 30 Personen im Gasthof Bayerischer Rigi. So berichtete sie davon, dass probehalber zwei Gemeinderatssitzungen im HOP abgehalten wurden, da dies barrierefrei sei, im Gegensatz zum aktuellen Tagungsraum im Feuerwehrhaus. Zum großen Bedauern der Aufwind-Fraktion wurde die generelle Verlegung mit großer Mehrheit abgelehnt.

Auch im Bereich der Planung für den „grünen Kragen“ rund um das neue Schächengelände sah man sich in der Pflicht. So seien die Planungen auf Initiative von Aufwind im Hinblick auf Ältere, Behinderte, Mütter mit Kinderwagen beeinflusst worden. Konkret wurden Handläufe, Sitzgelegenheiten, optische Markierungen auf Treppenstufen und Plateaus bei längeren Treppenläufen berücksichtigt.

Auch freute sich Seitz-Hoffmann, die das Referat Inklusion innehat, über den neuen Handlauf, der am Badesee ins Wasser führt und die Neuanschaffung eines Strand- und Baderollstuhls, der nun dort zur Verfügung steht. Die Eröffnung des neuen Jugendtreffs im Hetten sei ein gelungenes Gemeindeprojekt.

Ganz im Zeichen der Kommunalwahlen stand der Ausblick. Immer wieder fielen die Wörter „sich einmischen“, „Utopie“ und „Vision“. Wichtig sei, wie sich die Gestaltung vor dem Schächen entwickelt und ob das Gelände gefälliger, zum Beispiel durch Bepflanzung, und barrierefreier gestaltet werden kann. Ferner wurden die Einführung eines Ortsshuttles, Mitfahrbankerln, die Förderung plastikfreier Einkaufsmöglichkeiten, die Errichtung eines Naturlehrpfades vom Badesee zum Schwarzlaichmoor und die Nutzung des neuen Gemeindegrundstückes auf dem Hohen Peißenberg genannt.

Im Anschluss stellten die Gemeinderatskandidaten sich und ihre Ideen vor. Als Kernthemen nannten sie Kandidaten die „Zuzugs- und Wegzugsproblematik“ in Hohenpeißenberg, Umweltschutz, Kinderbetreuung, ÖPNV und Mitfahrgelegenheiten, Barrierefreiheit – und dies nicht nur in Hinblick auf ältere oder behinderte Menschen –, Jugendarbeit und Energieversorgung. Dabei herrschte Einigkeit, dass vieles bis alles gut gelöst sei, dass aber auch alles noch besser gemacht werden könne. Man wolle mit und für diejenigen Leute arbeiten, die sich im Ort engagieren. Und so wünschen sich die Aufwind-Kandidaten einen fairen Wahlkampf und ein Miteinander zwischen allen Parteien und Gruppierungen.

Auch Bürgermeister Thomas Dorsch war erschienen und dankte für das konstruktive Miteinander. Im Gemeinderat sei man sich über Parteigrenzen hinweg meist einig, da die Themen vor der Beschlussfassung gut und verständlich ausgearbeitet würden.

Bei den Wortmeldungen kam die Frage nach einer dritten Ausfahrt von der Umgehungsstraße zum Industriegebiet am Bahnhof auf: Dies sollte den Lkw-Verkehr aus dem Ort und von der Bahnhofstraße fernhalten. Hierzu berichtete der Bürgermeister, dass dies ursprünglich so geplant war, aktuell aber nicht umsetzbar sei, aufgrund von Besitzverhältnissen der betroffenen Grundstücke. Auch werde dieses Thema unter den Bürgern durchaus kontrovers diskutiert.

Auch wurde die Frage nach einem Ortsbus oder einem Shuttle-Bus zum Bahnhof eingebracht. Hier verwies der Bürgermeister darauf, dass es in der Vergangenheit diverse Versuche mit einem „Berg-Taxi“, einem „Bahnhof-Shuttle“ und mit Car-Sharing gab, diese seien aber alle daran gescheitert, dass sie zu wenig genutzt wurden. Der Bürgermeister zeigte sich einem erneuten Versuch gegenüber aber durchaus offen: „die Diskussion in der Gesellschaft ist jetzt anders, es herrscht ein anderes Bewusstsein“. Man könne wohl versuchen, die Angebote zu attraktivieren und einen Neuversuch anstoßen.

Gemeinderatskandidaten

Gabriele Seitz-Hoffmann,
Andreas Leins,
Hermann Summer,
Katharina Wycisk,
Barbara Bernhartzeder,
Doris Meier-Wycisk,
Michael Herbst
Ludwig Brod

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sl

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