Von Kapitän zu Kapitän

Übergabe des Lechfloß-Steuerrads an Alois Sporrer

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Hans Hartung (rechts) übergibt Kommando und Steuerrad des Lechfloßes an seinen Nachfolger Alois Sporrer, der schon die offizielle Jungfernfahrt als Steuermann übernahm.

Schongau – Seit 2016 hatte Hans Hartung das Kommando über das Lechfloß. Er brachte schon Jahre zuvor den Stein für den Bau ins Rollen und war der Initiator für dieses kulturelle Angebot auf dem Lech. Egal ob für die Vorbereitung der Dokumente und Bewilligungen dafür, das Beschaffen des Materials oder den Bau selbst, bei Hartung liefen die Fäden zusammen. Selbst als Kapitän hat er die Kiste mit Touristen sicher auf mancher Fahrt geschippert. Jetzt hat er das Steuerrad an Alois Sporrer übergeben.

Hans Hartung hat lange für dieses Projekt gekämpft und sich dafür mit Haut und Haaren engagiert. Er wollte den Lech und seine Besonderheiten touristisch den Gästen näher bringen. Nicht auf Wanderwegen am Ufer entlang, Hartung wollte den Fluss wie vor vielen Jahren mit einem Floß befahren. Von Anfang an war ihm wichtig, das Floßfahren zu keiner „Halligalli-Fahrt“ ausufern zu lassen, sondern es sollten ruhige Exkursionen mit fachkundigen Stadt- und Floßführern werden. Viele Klippen mussten im Vorfeld umschifft werden, viel Bürokram wartete auf den pensionierten Offizier. Aber zielstrebend konnte Hartung mit Hilfe zahlreicher Unterstützer das Projekt „Lechfloß“ in die Realität umsetzen.

2016 gab es am Lido Nägel mit Köpfen. Das Lechfloß wurde dort vor Ort zusammengezimmert. Abnahme durch den TÜV und erste Probefahrten folgten. Die Floßtaufe konnte über die Bühne gehen. Aber erst ein Jahr später gingen die Fahrten mit den geplanten Erklärungen über Flora und Fauna in den Monaten August und September von­statten. Alleine die Fahrten in diesen beiden Monaten zeigten, dass reges Interesse von Seiten vieler Besucher und Gäste bestand. Jedes Wochenende war das Floß unterwegs, auch unter der Woche kam es immer wieder zum Einsatz. „Da wurde es von Betrieben für die Mitarbeiter gebucht“, erzählt Hartung. In den beiden kommenden Jahren 2018 und 2019 konnte sogar schon ab Juli in See gestochen werden.

Ein weiterer „Seebär“ hat sein Herz an das Lechfloß verloren. Alois Sporrer, Polizei Hauptkommissar a.D., ist seit drei Jahren auf dem Lechfloß Bootsführer bzw. Floßführer. Nicht nur, dass er nach jeder Fahrt seine Gäste wieder sicher in den Heimat­hafen am Lido gebracht hat, Sporrer hat gebündeltes Fachwissen über heimische Fische und deren Verhaltensweisen im Lech. Diese Kombination ist natürlich gefundenes Fressen für Hartung, der schon länger mit dem Gedanken spielt, alles rund um das Lechfloß in jüngere Hände zu geben. Schon vor dem Bau des neuen zweiten Floßes stand es für die beiden Männer fest, dass Sporrer Hartung in Sachen Lechfloß beerben wird. Aus diesem Grund war Sporrer an allen Arbeiten beim Zusammenbau des Floßes beteiligt. Jetzt hat Hans Hartung symbolisch das Steuerrad an Alois Sporrer übergeben.

Dieser hat schon die weitere Planung übernommen. „Mitte Juni wird der TÜV das Floß in Sachen Sicherheit überprüfen und danach als Wasserfahrzeug freigeben“, erklärt Sporrer. Der TÜV wird dann diese Abnahme dem Landratsamt melden, das wiederum die Genehmigung erteilt, dass das Floß auf diesem Gewässer geführt werden darf. Danach werden zwei neue Boots- bzw. Floßführer vor Ort die praktische Prüfung ablegen. „Dazu gehören Anlegemanöver und Manöver bei Mann über Bord“, erklärt Sporrer fachkundig.

Wann der offizielle Floßbetrieb wieder startet, steht noch nicht fest. „Ich bin guter Hoffnung, weil ja jetzt auf den bayerischen Seen die Schifffahrt wieder begonnen hat“, sagt Sporrer. Und da auf das Schongauer Floß weitere Sitzmöglichkeiten gezimmert wurden, um die geforderten Abstände einzuhalten, könnte es mit Beachtung der Auflagen eigentlich sofort losgehen.

hh

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