Übernachtungen rückläufig, leichtes Plus für private Betriebe – Mangel an Vier- und Fünf-Sterne-Hotels

Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel war verhalten: Verzeichnete man doch nach zwei stabilen Jahren nun 2008 einen Rückgang bei den Ankünften im Pfaffenwinkel um 2,3 Prozent und ein Minus von 3,2 Prozent bei den Übernachtungen. Zum Vergleich: Bayernweit gab es im Jahr 2008 noch einen Zuwachs bei den Übernachtungen um 0,9 Prozent, in Oberbayern um 1,2 Prozent.

Insgesamt haben die gewerblichen Betriebe im Pfaffenwinkel verloren: Für den Landkreis Weilheim-Schongau weist die amtliche Statistik sogar ein Minus von vier Prozent bei den Ankünften und ein Minus von 4,7 Prozent bei den Übernachtungen in gewerblichen Betrieben und auf Campingplätzen aus. Dabei sei die negative Entwicklung zu fast zwei Drittel auf Betriebsschließungen im Verbandsgebiet zurückzuführen, erklärt Susanne Lengger, die Geschäftsführerin des Verbandes. Das größte Manko der Region sei laut Geschäftsbericht der Mangel an gehobener Hotellerie. Die Zukunft läge im Bereich von vier bis fünf Sternen. Erstmals seit Jahren konnten dagegen private Betriebe ein leichtes Plus von 1,1 Prozent bei den Ankünften und Übernachtungen verbuchen. Der Tourismusverband und seine 27 Mitgliedsgemeinden sind laut Geschäftsbericht in den nächsten Jahren gefordert, in die Entwicklung des touristischen Angebots zu investieren. Finanzielle Unterstützung finden sie seit 2008 durch die Aufnahme der Region Auerbergland-Pfaffenwinkel in das ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums)-Leader-Programm der EU: Insgesamt stehen mindestens 1,3 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung. Eines der bisher zwölf bewilligten Projekte, der Pfaffenwinkler Milchweg, wurde im Mai eröffnet (wir berichteten). Konzepte für die weiteren Projekte, wie die Schaffung einer Qualitäts-Rad-und Wanderregion, stehen in den nächsten Wochen und Monaten an. Es sei auch wichtig, etwas für die Tagesgäste in der Region zu tun, betont Lengger. Fast die Hälfte des touristischen Gesamtumsatzes (49,8 Prozent) machte diese Gästegruppe 2008 aus. Für das Jahr 2009 rechne man laut Lengger noch mit einem Teil der 34,8 Prozent unentschlossenen Deutschen, die Anfang des Jahres noch nicht wussten, ob sie 2009 verreisen werden. Bisher sei die Nachfrage „eher gut“, da man in der Wirtschaftskrise das „kleine Urlaubsglück“ suche. Das Winterhalbjahr 2008/2009 (Ankünfte minus 2,5 Prozent, Übernachtungen plus 0,6 Prozent) habe dabei bis jetzt besser abgeschnitten als das Winterhalbjahr in 2007/08 (Ankünfte minus 7,1 Prozent, Übernachtungen minus 10 Prozent). Lengger wagt einen positiven Blick in die Zukunft und hofft alles in allem auf ein „nicht ganz so schlimmes Jahr 2009“.

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