Überraschende Kehrtwende

Mit einem Holzdeck und darauf befindlichen Sitzmöglichkeiten soll das Gelände am Schwanenweiher bald zum Verweilen einladen. Ob auch noch ein Brunnen oder Wasserspiel dazu kommt, wird nun doch noch einmal geprüft. Grafik: Kern

Die groben Arbeiten am Schwanenweiher sind bereits seit einiger Zeit abgeschlossen, doch noch wirkt das Gelände ziemlich kahl. Das soll sich aber möglichst bald ändern. In der jüngsten Sitzung stellte Planer Peter Kern seinen Entwurf für die weitere Gestaltung vor. Er traf dabei jedoch auf überraschende Einwände seitens der Gremiumsmitglieder. Gleich mehrere Stadträte vermissten das Wasser in der Planung – obwohl sie dies vor mehreren Monaten noch aus Kostengründen abgelehnt hatten.

Kern hatte sich durchaus ansprechende Gedanken gemacht, wie der kahle Platz vor der grünen Wiese belebt werden kann. Nachdem seine Idee künstlerische Stelen aus Kostengründen verworfen worden war, präsentierte der Architekt nun einen ganz anderen Entwurf. Dieser sieht eine Holzterrasse vor, die in Form eines Tropfen gehalten ist und rund 15 Zentimeter hoch ist. Auf ihr befinden sich verschiedene Sitzgelegenheiten in unterschiedlichen Höhen. „Uns war es wichtig, die Aufenthaltsqualität für Kinder zu steigern und keinen ernsten und neutralen Platz zu schaffen“, erklärte Kern. „Außerdem wollten wir den Leuten, die in der Stadt arbeiten, eine Möglichkeit bieten, ihre Mittagspause im Grünen zu verbringen.“ Eine wichtige Rolle bei der Planung habe im übrigen die Kolpingfamilie gespielt, berichtete Kern. Da der Fußweg entlang des Schwanenweihers nach Adolph Kolping benannt worden sei, habe es nahe gelegen, den Verein mit ins Boot zu holen. „Es waren fruchtbare und interessante Gespräche.“ Aus diesen resultiert auch die Idee, einen rund 2,2 Meter hohen Bruchstein als gestalterischen Blickpunkt auf der Terrasse zu installieren und dessen verschiedene Ebenen mit Zitaten von Adolph Kolping zu versehen. „Dadurch werden die Leute zur Suche angeregt.“ Dem selben Zweck dient Kerns Vorschlag, einzelne Holzbohlen durch ein Metallband zu ersetzen, auf dem Sinnsprüche eingraviert sind. Eine kleine Tafel an einem Sitzstein aus Sandstein an der Spitze des Tropfens könnte zudem Hinweise auf die Geschichte des historischen Platzes geben. Gefertigt werden sollen Sitzgelegenheit und Terrasse aus wetterbeständigem Holz. Die Kosten bezifferte Kern auf rund 48000 Euro. Damit liege man voll im Budget, freute sich Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD), denn für den Bauabschnitt seien 50000 Euro im Haushalt einkalkuliert. Überhaupt zeigte sich das Stadtoberhaupt mit dem Entwurf zufrieden. Auch den übrigen Stadträten gefiel’s – wenn auch mit einer Einschränkung. Peter Blüml (CSU) etwa vermisste einen Brunnen, der den Bezug zum früheren Schwanenweiher herstelle. Er war nicht der einzige, dem das Element Wasser in der Planung fehlte. Auch Kornelia Funke, Michael Eberle (beide CSU), Heinrich Forster, Ilona Böse (beide SPD) und Brigitte Ressle (UWV) konnten sich den Platz ohne ein „Wasserspiel“ (Ressle), „Wasserlauf“ (Eberle) oder „Brunnenfels“ (Ressle) nicht vorstellen. Architekt Peter Kern verstand daraufhin die Welt nicht mehr. „Das ist wie ein Messerstich in die Brust“, klagte er. „Wasser war immer elementares Bestandteil der Planung.“ Mindestens drei verschiedene Varianten habe er dem Stadtrat im Zuge der Planung der Umgestaltung des Schwanenweihers präsentiert, doch keine habe sich aufgrund der damit verbundenen Kosten durchgesetzt. Auch Alexander Joseph vom Stadtbauamt erinnerte, dass man einen Weiher oder Brunnen einst wegen Wartung, Kosten und der potentiellen Verkeimungsgefahr verworfen habe. „Das jetzt nachträglich zu installieren ist ein großer Eingriff.“ Stephan Hild (UWV) konnte die Sinneswandlung seiner Kollegen nicht verstehen. „In vielen Abstimmungen haben wir uns dagegen ausgesprochen und den platz extra so gebaut wie er jetzt ist. Ihn jetzt wieder aufzureißen halte ich für keinen sorgsamen Umgang mit Geld.“ Damit stand Hild allerdings allein. Gerbl bat Kern, das Thema Wasser noch einmal zu prüfen. „Wir haben ja keinen Zeitdruck.“ Der Architekt war sofort Feuer und Flamme. „Mir fallen da viele Möglichkeiten ein.“ Ebenfalls geprüft werden soll vor eine abschließenden Entscheidung, inwieweit weitere Bänke aufgestellt werden können, ob der geplante Felsen nicht zu gefährlich für kletterbegeisterte Kinder ist, wie es mit einer Hangabsicherung zur vielbefahrenen Straße hin ausschaut und ob für die Terrasse einheimisches Lerchenholz oder doch widerstandsfähigeres Tropenholz verwendet werden soll.

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