Übung nach 90 Jahren am selben Objekt

Zeitreise mit Hohenfurchs Feuerwehr

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Die Großübung der Hohenfurcher Feuerwehr im Jahre 1930 am Anwesen „Beim Kohlrichter“ mit ihrer damals hochmodernen Spritze (links im Bild).

Hohenfurch – Dass die Hohenfurcher Feuerwehr immer und immer wieder übt, daran hat sich seit ihrer Gründung nichts geändert. Nun trafen sich die Floriansjünger an einem Übungsplatz, an dem schon ihre Kameraden 90 Jahre zuvor ihre Fertigkeiten erprobten.

Die freiwillige Feuerwehr der Schönachgemeinde ist einer der ältesten Vereine des Dorfes. Am 12. April 1873 wurde sie aus der Taufe gehoben. Mit allem Drum und Dran, sogar Ehrenjungfrauen sollen damals für einen feierlichen Rahmen gesorgt haben.

Wie heute haben die Männer schon damals immer wieder Übungen abgehalten, um an ihren Geräten fit und einsatzbereit zu sein. Natürlich mit einer völlig anderen Ausrüstung, aber zur damaligen Zeit war man auf dem neuesten Stand.

Eine alte Postkarte, jetzt wieder mal aus der Schublade gezogen, belegt eine Übung vor 90 Jahren. Im Jahre 1930, als Kaspar Brenauer der Kommandant war, wurde diese im Oberdorf der Gemeinde abgehalten.

Alle versammelt

Genauer beschrieben war es das Anwesen Hohenfurch 32 „Beim Kohlrichter“, so der Hausname. Ein Kohlenbrenner hat damals dort gewohnt. Mit der Übung feierte Kommandant Bren­auer sein 25-jähriges Jubiläum. Deshalb durften natürlich auf dem Gruppenfoto die Prominenten des Dorfes nicht fehlen. Josef Unverdorben mit Standarte, Gastwirt Ludwig Negele, der danach das Bier auffahren lassen musste, Bürgermeister Michael Herz. Vorstand war damals Benedikt Schilcher, Moritz Ritter führte das Amt des Schriftführers. Ihm ist es zu verdanken, dass viele Ereignisse von damals schriftlich festgehalten wurden.

Selbst einen eigenen Sanitäter hatte die Wehr schon in ihren Reihen. Dies war Moritz Hirschauer, der auch sonst im Dorf manchen Verband anlegte. Das hohe Amt des Spritzenmeisters übte Josef Spindler aus. Eine wichtige Funktion, denn Hohenfurch verfügte damals neben vielen Lösch­eimern schon über zwei Spritzen.

Seinerzeit "hochmodern"

Ein einfaches Exemplar, das mit Wasser aus der Schönach mittels Löscheimern befüllt werden musste. Und die „hochmoderne“ Spritze, die schon mit einem Saug­rohr ausgestattet war.

Hier üben die Männer um Kommandant Frank Karczewski (gelbe Überweste) 90 Jahre später am selben Gebäude. Heute ist es das Haus von Peter und Anni Herz.

90 Jahre später: Die Ausrüstung der Hohenfurcher Wehr auf modernem Standard, die Männer in neuzeitlicher funktioneller Ausrüstung, der Kommandant heißt jetzt Frank Karczewski. Nur das Übungsobjekt ist das selbe geblieben.

Aus Hohenfurch 32 ist Hauptstraße 22 geworden, anstatt des alten Kohlenbrenners von damals wohnt jetzt Peter Herz mit seiner Ehefrau Anni im Haus. Immer in der Hoffnung, dass die Männer der Wehr, die gerne am Objekt üben durften, zu keinem realen Feuerwehreinsatz kommen müssen.

Hans-Helmut Herold

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