Beschluss für Barrierefreiheit

Umbaumaßnahmen im Sonderpädagogischen Förderzentrum und der Grundschule Altenstadt

SFZ Förderzentrum Altenstadt
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Das Förderzentrum Altenstadt hat wie die sich unmittelbar rechts daneben anschließende Grundschule keine barrierefreien Zugänge. Landkreis und Gemeinde wollen das ändern.
  • vonRasso Schorer
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Altenstadt – Weder das Sonderpädagogische Förderzentrum noch die sich daneben anschließende Grundschule verfügen über barrierefreie Zugänge. Deshalb planen Landkreis und Gemeinde, beide Einrichtungen barrierefrei zu erschließen. Das entschied der Kreisausschuss am Montag vergangener Woche einstimmig. 

Zum barrierefreien Umbau im Sonderpädagogischen Förderzentrum gehört die Erstellung einer barrierefreien Sanitär-Anlage, ein Erste-Hilfe-Raum sowie verschiedene weitere Maßnahmen. Auch der Pausenhof soll neugestaltet werden, insbesondere durch einen Spielbereich für die kleineren Kinder zwischen der Turnhalle und dem Schulhaus. Ferner ist eine Umgestaltung des Eingangsbereichs, unter anderem durch den Rückbau der dort aufgestellten Pflanztröge, vorgesehen.

Die Planung beruht auf der Grundlagenermittlung und Vorplanung des Architekturbüros Kottermair Rebholz aus Murnau. Sie wurde bei mehreren Ortsterminen mit Vertretern der Schulleitungen und der Sachaufwandsträger besprochen. Dabei ging es insbesondere um die Zugangssituation zum geplanten Aufzug.

Um mit diesem beide Schulen zu erschließen, wäre aufgrund der in beiden Gebäuden erhöhten Erdgeschosse und deren unterschiedlichen Niveaus die Lage des Aufzuges zwingend an der Verbindungsstelle der beiden Baukörper vorzusehen. Das stellt sich aber als sehr aufwendig dar. Die Überwindung der Höhendifferenz wäre nämlich mit Eingriffen in die Freiflächen verbunden. Damit würden aber sowohl die Belichtung des Musiksaals im Untergeschoss der Grundschule als auch die Nutzung der Frei­fläche des Förderzentrums deutlich eingeschränkt.

Bei den veranschlagten Kosten stellte sich heraus, dass ein Hebelift in der Eingangshalle der Grundschule zumindest nicht teurer als ein Rampenbauwerk in den Freianlagen käme. Die Planung sieht nun vor, die Eingangshalle der Grundschule durch den Einbau eines Hebelifts barrierefrei zu gestalten und mit diesem über eine zusätzliche westseitige Eingangstüre auch den barrierefreien Zugang zum Sonderpädagogischen Förderzentrum zu ermöglichen. Dadurch wird es in der Eingangshalle der Grundschule zu keinerlei räumlichen Einschränkungen kommen.

Kostenaufteilung und Förderung

Im Zusammenhang mit den vorgesehenen zahlreichen Maßnahmen am Förderzentrum ist mit Kosten für die Baukonstruktion in Höhe von 254.000 Euro und für die Technische Anlagen von 206.000 Euro zu rechnen. Darüber hinaus schlagen die Kosten für die Außenanlagen mit 63.000 Euro und die Ausstattung in Höhe von 15.000 Euro zu Buche. Rechnet man die in einer Höhe von 113.000 Euro erwarteten Nebenkosten hinzu, beträgt die Kostenschätzung insgesamt 651.000 Euro.

Die Kosten für die vom Förderzentrum und der Grundschule gemeinsam genutzten Förderanlagen (Aufzug, Hebelift) und die damit im Zusammenhang stehenden Baukosten und Kosten für technische Anlagen (Elektro- und Kommunikationstechnik) sollen zwischen dem Landkreis und der Gemeinde Altenstadt aufgeteilt und in einer Vereinbarung festgehalten werden. Der Anteil dieser Kosten an der Gesamtmaßnahme beträgt nach aktuellem Planungsstand schätzungsweise 60 Prozent und damit rund 390.600 Euro.

Da nach Einschätzung des Landratsamts die Maßnahme voraussichtlich durch die Regierung von Oberbayern gefördert werden kann, würde sich sowohl für den Landkreis als auch die Gemeinde eine finanzielle Entlastung ergeben. Erfahrungsgemäß beträgt eine solche Förderung mindestens 30 Prozent der Projektkosten.

Laut Landrats­amt werden Fördermittel erfahrungsgemäß meist zeitverzögert ausbezahlt, was zunächst eine Einplanung der anfallenden Kosten in voller Höhe erforderlich macht. Da die Federführung des Projekts beim Landkreis liegt und dieser – zumindest zunächst – auch alle Rechnungen begleichen muss, wurden unabhängig von der noch zu treffenden Kostenvereinbarung zwischen dem Landkreis und der Gemeinde als auch der in Aussicht stehenden Förderung durch die Regierung von Oberbayern für die beratene Maßnahme 700.000 Euro in den Haushalt des Landkreises eingestellt.

Ob das Budget am Ende tatsächlich ausreicht, kann letztendlich erst nach Abschluss der Maßnahme gesagt werden. Insofern ist es auch eine bewährte kaufmännische Vorsichtsmaßnahme, etwas mehr zu veranschlagen, als an Kosten erwartet wird. Bei der vorliegenden Maßnahme sind dies 49.000 Euro.

Bevor es zur Vergabe der ersten Leistungen kommt, ist der Kreisausschuss nach Vorlage der Kostenberechnung erneut zur Fassung des Baubeschlusses zu befragen. Bis dahin ist dann auch eine Zusage auf Kostenteilung der Gemeinde Altenstadt einzuholen. Danach dürfte aber der Weg zur Umsetzung der Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit endgültig frei sein.

Weitere Maßnahmen

Für die Förderschule, für die der Landkreis der sogenannte Sachaufwandsträger ist, sind darüber hinaus einer Schätzung zufolge in den Folgejahren weitere Sanierungsmaßnahmen in Höhe von rund drei Millionen Euro absehbar. Diese seien aber noch planerisch zu konkretisieren, verlautete es hierzu aus dem Landratsamt.

Angedachte Maßnahmen seien unter anderem Verbesserungen im Brandschutz, wozu auch der Einbau einer Brandmeldeanlage gehört. Hinzu kämen die mit einer Aufwertung verbundene Sanierung der Innenbereiche, unter anderem der Abhangdecken und der Beleuchtung sowie der Elektroinstallation. Darüber soll der Kreistag beizeiten abgetrennt von den aktuellen Maßnahmen beraten.

Manfred Ellenberger

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