Investitionen in Abwasserbeseitigung, Bauhof und Spielplätze

»Umfangreich und solide«: Der Hohenfurcher Haushalt 2021

Ganze 224 Seiten umfasst der von Kämmerin Andrea Sepp (links) bei der zurück liegenden Hohenfurcher Gemeinderatssitzung gemeinsam mit Bürgermeister Guntram Vogelsgesang vorgestellte Haushaltsplan 2021.
+
Ganze 224 Seiten umfasst der von Kämmerin Andrea Sepp (links) bei der zurück liegenden Hohenfurcher Gemeinderatssitzung gemeinsam mit Bürgermeister Guntram Vogelsgesang vorgestellte Haushaltsplan 2021.

Hohenfurch – Es war mit 224 Seiten nicht nur ein umfangreicher, sondern auch ein sehr gehaltvoller Haushaltsplan, dessen Inhalt Kämmerin Andrea Sepp bei der Gemeinderatssitzung dessen Mitgliedern vergangene Woche in einzelnen Positionen vorgestellt und erläutert hatte. Der sich für die gemäß statistischem Landesamt derzeit 1.677 Einwohner zählende Gemeinde ergebende Haushalt beträgt 5.654.150 Euro. Damit ist er um über 600.000 Euro höher als im zurückliegenden Jahr.

Der Verwaltungshaushalt liegt mit einem Gesamtvolumen von 3.018.765 Euro um 0,1 Prozent unter dem Ansatz des Jahres 2020. Das sind geldwert weniger als einhundert Euro. Der Vermögenshaushalt hingegen liegt mit 2.635.385 Euro um 61 Prozent über dem des vorangegangenen Jahres. Geldwert sind dies annähernd eine Million Euro mehr.

Eine vorausschauende Maßnahme im Hinblick auf Vorleistungen bei Investitionen. Da keine Kreditaufnahme im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen ist, möchte die Gemeinde zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben außerdem auf Kassenkredite in einer festgesetzten und den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Höhe von 450.000 Euro zurückgreifen.

Einnahmen

Die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und die Grundsteuer B (sonstige Grundstücke) bleiben unverändert zum Vorjahr bei 320 Prozent. Bei der Gewerbesteuer sind es 380 Prozent. Geldlich kann die Gemeinde wie bereits im Jahr zuvor mit Steuereinnahmen bei der Grundsteuer A und B mit etwa 13.500 Euro beziehungsweise 135.000 Euro rechnen. Bei der Gewerbesteuer, die als sogenannte Objektsteuer an das Bestehen von Gewerbebetrieben gebunden ist, werden die Messbeträge vom Finanzamt ermittelt und der Gemeinde mitgeteilt. Nach Multiplikation mit dem Hebesatz ist hier mit Einnahmen von rund 350.000 Euro zu rechnen. Diese wurden aufgrund möglicher Rückzahlungen aufgrund der Coronapandemie zwar eher zurückhaltend veranschlagt, liegen aber dennoch gut 35.000 Euro über denen des Vorjahres. Der voraussichtliche Gemeindeanteil an der Einkommensteuer liegt mit 950.000 Euro deutlich unter dem Vorjahr.

Die Grundlage zur Berechnung der Schlüsselzuweisung und der Kreisumlage bilden die jährlich vom Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung errechneten Steuerkraftzahlen. Diese aus den Steuergrundlagen der Grundsteuer A und B, der Gewerbe- und der Einkommenssteuer errechnete Zahl spiegelt die Finanzkraft einer Gemeinde wieder. Diese ist in Hohenfurch mit 805,71 Euro je Einwohner höher denn je. Umso höher die Einnahmen der Gemeinde sind, desto geringer fallen die Schlüsselzuweisungen aus. 2019 waren es 475.844 Euro, 2020 hingegen satte 567.400 Euro. Heuer ergibt sich ein Ansatz von 503.050 Euro.

Der Schuldenstand, der zum Jahresende 2019 noch annähernd eine halbe Millionen Euro betragen hatte, ist trotz diverser Investitionen mit Stand 31.12.2020 auf 378.156 Euro gesunken. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 225,50 Euro. Seit dem Jahr 2000 lag diese nur zweimal unter dem aktuellen Wert, zuletzt im Jahr 2013. Im Jahr 2019 waren es noch fast genau 300 Euro, die auf jeden Einwohner entfielen. Damit lasten aktuell etwa 25 Prozent weniger Schulden auf jedem Bürger der Gemeinde.

Ausgaben

Als Gemeinde mit einer hohen Steuerkraft sind im aktuellen Haushaltsplan bei der Kreisumlage 976.930 Euro angesetzt. Unbenommen dieser hohen Summe sind im Vermögenshaushalt umfangreiche Investitionen vorgesehen. Allein 700.000 Euro sind für Bau- und Baunebenkosten beim Straßenbau veranschlagt. Die Baukosten zur Abwasserbeseitigung schlagen mit 265.000 Euro, die für die diesbezüglichen Hausanschlüsse mit nochmals 120.000 Euro zu Buche. Die Kosten für das neue Bauhofgebäude sind mit 250.000 Euro ausgewiesen und für Tiefbauarbeiten an den örtlichen Spielplätzen und diesbezügliche Baunebenkosten sind weitere Investitionen in Höhe von insgesamt 205.000 Euro veranschlagt. Addiert man diese und weitere Investitionen für die insgesamt 48 ausgewiesenen Haushaltsstellen zusammen, ergeben sich Ausgaben in Höhe von genau 2.492.000 Euro.

Seitens des Gemeinderats gab es lediglich einen Einwurf zum aktuellen Haushaltsplan. Gemeinderat Josef Schmidbauer merkte zwar anerkennend an, dass die Gemeinde einen soliden Haushalt habe. Jedoch schätzte er die Situation bei den Ausgaben als „etwas prekär“ ein. Seinen Worten nach schmerze die stete Erhöhung der Kreisumlage am meisten. Ihm sei schon seit einigen Jahren aufgefallen, dass diese „steigt, steigt und steigt“. Insgesamt betrage sie heuer über 128.000 Euro mehr als im vergangenen Haushaltsjahr. Und er rechnete vor, dass seit 2014 die Umlage von damals 569.829 Euro inzwischen um 71 Prozent gestiegen sei. Zudem habe der Landkreis Weilheim-Schongau die höchste Kreisumlage in ganz Bayern. Bürgermeister Guntram Vogelsgesang hielt dem unter anderem entgegen, dass aus der Umlage auch im zunehmenden Umfang teure soziale Aufwendungen zu bestreiten seien. Zudem würden viele Ausgaben, für die früher die Gemeinden selbst aufkommen mussten, inzwischen aus der Kreisumlage finanziert.

Letztendlich zeigten sich alle Mitglieder des Gemeinderats voll und ganz von der Solidität des vorgestellten Plans überzeugt und billigten einstimmig die rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft tretende Haushaltssatzung.

Manfred Ellenberger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Standbein im Wartestand: Tobias Kalbitzer über sein neues Betätigungsfeld
Schongau
Standbein im Wartestand: Tobias Kalbitzer über sein neues Betätigungsfeld
Standbein im Wartestand: Tobias Kalbitzer über sein neues Betätigungsfeld
»Ein Kalle tut jedem Wahlkampf gut«
Schongau
»Ein Kalle tut jedem Wahlkampf gut«
»Ein Kalle tut jedem Wahlkampf gut«
Tobias Kalbitzer ist 2. Bürgermeister
Schongau
Tobias Kalbitzer ist 2. Bürgermeister
Tobias Kalbitzer ist 2. Bürgermeister
Nah dran am Rathaus
Schongau
Nah dran am Rathaus
Nah dran am Rathaus

Kommentare