Zwischen Peiting und Schongau

Überholspur eine Utopie?

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Die Umgehungsstraße zwischen den Anschlussstellen Peiting-West und Peiting-Süd. Das Überholen eines Lkw ist dort wegen der Verkehrsdichte und wegen langgezogener Kurven kaum möglich.

Peiting/Schongau – Eine Überholspur auf der Umgehung Peiting/Schongau: Ist das nur eine Utopie, oder hat so ein Projekt auch Chancen, jemals verwirklicht zu werden? Dies dauert. „20 Jahre mindestens“, lautet die Einschätzung von Andreas Lenker, der beim Staatlichen Bauamt für Straßenbauprojekte im Landkreis Weilheim-Schongau zuständig ist.

Es war der Gemeinderat Herwig Skalitza, der den Gedanken einer Überholspur auf der Umgehung im Süden von Peiting aufwarf, als Andreas Lenker im Sommer auf einer Sitzung des Marktgemeinderates referierte und detailliert die Pläne zur Sanierung 2018 und 2019 vorstellte (der Kreisbote berichteten). Eine Überholspur in Richtung Peiting, eine Überholspur in Richtung Schongau auf der Umgehungsstraße mit einer Länge von je 1,5 Kilometer – „ist das utopisch?“ fragte Herwig Skalitza an.

Hintergrund ist, dass die B17 zwischen Landsberg-Süd und Hohenfurch seit einigen Jahren nahezu komplett dreistreifig – also mit einer Überhol­spur versehen – ist, während die 1989 bis 1998 erbaute Umfahrung Peiting/Schongau auf einer Strecke von 16 Kilometern nur zweispurig ist. Der nächste Abschnitt mit Überholspur folgt im Osten erst auf der neu eröffneten Umfahrung von Hohenpeißenberg. Da wäre im mittleren Bereich der Umgehung, also südlich von Peiting, so eine Verbreiterung von Vorteil, um den Überholdruck zu verringern.

Eine Verbreiterung auf drei Fahrspuren an der B17 bzw. B472 würde ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren erfordern, das sich über Jahre erstrecken kann. So schilderte es Abteilungsleiter Lenker vom Staatlichen Bauamt. Dies sei ein Grund, warum sich so ein Projekt noch lang hinausziehe.

Der zweite Aspekt sei, dass im Landkreis Weilheim-Schongau zuvor noch an mehreren Abschnitten auf Bundesstraßen ein dreistreifiger Ausbau erfolgen soll. An erster Stelle nennt Andreas Lenker den Ausbau der B472 östlich von Habach, der aktuell realisiert wird. Danach sei die B2 nördlich von Weilheim Richtung Pähl dran. Des Weiteren habe man den dreistreifigen Ausbau der B2 zwischen Weilheim und Murnau ebenso „in der Pipeline“ wie eine Verbreiterung mit höhenfreien Kreuzungen auf der B472 westlich von Schongau bis nach Ingenried.

Skalitzas Anliegen ist es, den Überholdruck mitten auf der langen Umfahrung Peiting/Schongau zu minimieren. Aktuelle Zahlen zur Verkehrsbelastung gibt es nicht. Die letzten stammen aus dem Jahr 2015.

Im Gemeinderat sprach Skalitza davon, dass es auf der alten B17 zwischen Schongau und Peiting 15.000 Fahrzeuge täglich seien und auf der Umgehung in Höhe der Lechtalbrücke gar 20.000.

Mit der Ziffer innerorts lag er nicht so weit daneben. Nach Angaben des Bauamtes sind es auf der Mühlkanalbrücke im Verlauf der Peitinger Straße in Schongau-Ost, die zurzeit Baustelle ist, 13.200 Autos, Lkw, Busse und Motorräder am Tag (in beiden Richtungen). Zum Vergleich: Die Zahl der Fahrzeuge, die zuletzt vor drei Jahren zwischen den Ausfahrten Schongau-West und Peiting-West gemessen wurde (das ist der Bereich mit der Lechtalbrücke), beträgt 12.800 Vehikel.

Ein Vergleich mit anderen Abschnitten zeigt auf, dass die Verkehrsdichte nördlich von Schongau noch höher ist. So wurden bei der letzten Verkehrszählung auf der B17 in Höhe der Ausfahrt Denklingen/Epfach 16.200 Fahrzeuge gemessen – ungefähr genauso viele wie weiter nördlich an der Abzweigung nach Waal und Unterdießen.

Wo die Staatsstraße 2055 (von Kinsau kommend) in die B17 einmündet, sind es sogar 16.700 Fahrzeuge. Das ist der gleiche Wert, wie er im Jahr 2015 bei einer Zählung auch auf der Ortsdurchfahrt Hohenfurch registriert wurde. Deutlich fällt die Zahl hinter der Ausfahrt Schongau-Mitte/Altenstadt ab. Unmittelbar südlich dieser Einmündung sind es der letzten Zählung zufolge 10.100 Fahrzeuge.

Johannes Jais

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